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Gersthofen

24.11.2019

Der Vergleich mit dem Bomber der Nation

Nachdem er momentan kein Traineramt ausübt, hat Ali Dabestani Zeit, bei seinen ehemaligen vereinen TSV Meitingen oder TSV Gersthofen zuzuschauen.
Bild: Karin Tautz

Der ehemalige Torjäger Ali Dabestani, der für den TSV Meitingen und beim TSV Gersthofen gespielt hat, spricht über das Derby und verrät ein Geheimnis.

Als Torjäger war Ali Dabestani in mehreren Landkreisen gefürchtet. Ganz egal, ob bei seinem Heimatverein TSV Gersthofen, bei dem er im letzten A-Jugend-Jahr 64 Treffer erzielt hat, beim TSV Friedberg, FC Affing, TSV Landsberg, TSV Wertingen oder TSV Meitingen – er traf am Fließband. Sieben Mal gewann er eine Torschützenkönig-Trophäe unserer Zeitung. Auch als Trainer hat sich der inzwischen 40-Jährige einen Namen gemacht. Den TSV Meitingen führte er in die Landesliga, den TSV Friedberg von der Kreisklasse in die Bezirksliga.

Vor wenigen Wochen trennten sich dort die Wege. Seitdem hat der mittlerweile in Gersthofen wohnende gebürtige Iraner viel Zeit, um sich die Spiele seiner ehemaligen Klubs anzuschauen. Am morgigen Sonntag wird er sich deshalb auch nach Meitingen aufmachen, um das Bezirksliga-Derby des TSV gegen den TSV Gersthofen zu verfolgen. "Nach Meitingen gehe ich besonders gerne", lacht Dabestani, "da brauche ich keinen Eintritt zu bezahlen und bekomme immer einen Kaffee."

Vor dem großen Duell seiner Ex-Klubs stellt sich Ali Dabestani noch den Fragen der AL–Elferkette.

Der Vergleich mit dem Bomber der Nation

1. Trainer oder Spieler?

Dabestani: Unter dem Spiel wäre ich gerne Spieler, dann könnte ich selber einen reinhauen. Ansonsten lieber Trainer. Scherz beiseite: Einfacher ist es als Spieler, als Trainer ist es höchstkompliziert. Das geht weit über das Sportliche hinaus. Da musst du auch Psychologe oder Kindermädchen sein. Die Spieler nehmen heutzutage viel weniger Ratschläge an. Ich war früher immer froh, wenn mir gestandene Spieler Tipps gegeben haben. Aber trotzdem: Ich habe schon vor, wieder etwas zu machen, wenn ein ordentliches Angebot kommt.

2. Ronaldo oder Messi?

Dabestani: Gerd Müller. Viele haben mich immer mit dem „Bomber der Nation“ verglichen. Nicht nur wegen der Statur, sondern vom Spielstil her. Ball annehmen, drehen, schießen, Tor. Ich habe ihn live nie erlebt, seine Tore erst im Nachhinein auf Videos angeschaut. Zu Ronaldo: Es ist Wahnsinn, was durch Fleiß und Leistung auch in diesem Alter noch möglich ist.

3. FCA oder FCB?

Dabestani: Ganz klar der FC Bayern. Ich bin ein bekennender Uli-Hoeneß-Fan. Den FCA unterstütze ich, weil ein Bundesligist für die Region ganz wichtig ist.

4. Ordnungsfanatiker oder Chaot?

Dabestani: Ich mag es eher strukturiert und ordentlich. Sowohl bei der Arbeit als Speditionskaufmann als auch zu Hause. Die Wohnung wird von mir in Schuss gehalten. Sonst werde ich nervös. Also Ordnungsfanatiker.

5. Deutschland oder Iran?

Dabestani: Ich bin im Iran geboren und 1983 mit vier Jahren nach Deutschland gekommen. Deutschland ist ganz klar meine Heimat. Ich bin hier groß geworden und aufgewachsen. Egal, wo man auch ist, wenn man zurück- kommt, fühlt man sich hier wieder wohl. Ich habe auch noch einen iranischen Pass, denn der Iran entlässt niemand aus der Staatsbürgerschaft. Persien ist ein schönes Land mit viel Kultur, aber zuletzt war ich vor sieben Jahren dort. Im Urlaub fahre ich lieber an den Strand nach Italien. Einmal im Jahr sollte jeder am Strand sein.

6. Fisch oder Fleisch?

Dabestani: Am liebsten beides. Na ja, es geht doch nichts über ein gutes Stück Fleisch (lacht). Am besten eignet sich für mich Surf & Turf. Ich selbst kann nur Kleinigkeiten kochen, gehe meist Essen. Aber zweimal in der Woche werde ich von meiner Mama verwöhnt.

7. Buch oder Kino?

Dabestani: Wenn ich lese, dann Fachzeitschriften. Und – jetzt verrate ich ein Geheimnis – ich lese gerne die Apotheken-Rundschau, die sogenannte „Rentner-Bravo“. Aber nur wegen der Kreuzworträtsel.

8. Helene Fischer oder AC/DC?

Dabestani: Nichts von beiden. Ich bin völlig unmusikalisch. Ich höre im Radio, was da so gerade läuft, aber völlig unbewusst.

9. Zeitung oder Internet?

Dabestani: Beides sehr gerne. Im Internet habe ich alles schneller parat. Ich lese aber auch sehr gerne Zeitung, wenn ich bei meinen Eltern bin. Ich mag es, etwas in der Hand zu haben.

10. Kraftraum oder Waldlauf?

Dabestani: Ich war noch nie der große Langläufer. Beim Waldlauf haben sie mir sogar manchmal einen zur Seite gestellt, dass ich mich nicht verlaufe. (lacht). Ins Fitnessstudio gehe ich eigentlich regelmäßig. Außer in den letzten drei Monaten. Vier Wochen hatte ich einen Infekt, dann war ich zu faul. Nächste Woche fange ich wieder an.

11. Meitingen oder Gersthofen?

Dabestani: Die meiste Zeit meines Fußballerlebens habe ich in Gersthofen verbracht. Elf Jahre waren es von der D-Jugend bis in die erste Mannschaft, mit der ich zweimal in der Bezirksoberliga aufgestiegen bin. In Meitingen war ich fünf Jahre, davon drei als Spieler. Beides sind Spitzenmannschaften in der Bezirksliga. Von den Einzelspielern her und der individuellen Qualität müsste der TSV Meitingen am Ende das Rennen machen. In Gersthofen arbeitet man sehr gut mit jungen Spielern, da steckt ein Konzept dahinter. Dass man es nur mit eigenen Leuten machen kann, klingt sehr romatisch. Da braucht es ab und an frisches Blut. Ich freue mich auf das Derby am Sonntag und tippe auf einen 3:1-Sieg für den TSV Meitingen.

Lesen Sie dazu auch den Vorbericht zum Derby: Angespannte Atmosphäre 

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