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Abfall: Auch die Verbraucher sind gefragt

Kommentar Von Stefan Krog
16.11.2019

Auch mit der neuen Wertstofftonne wird ein Teil des Plastikabfalls verbrannt werden. Neben den Herstellern können auch die Konsumenten etwas dagegen tun.

Das Mülltonnensystem, wie es bisher in Augsburg gebräuchlich war, hatte seinen Schwächen: Der Anteil des Mülls, der in der falschen Tonne landete, zeigt, dass die Mülltrennungsregeln nicht allen Bürgern zu vermitteln waren. Speziell zwischen grauer und gelber Tonne gab es Verwechslungsgefahr. Ein Teil der Bürger dürfte einfach auch zu faul gewesen sein, um zu trennen.

Es stimmt, dass nicht aller Verpackungsabfall recycelbar ist und am Ende trotzdem verbrannt werden muss. Gleiches gilt auch für den Plastikabfall aus der Wertstofftonne. Ein Teil wird nach wie vor verbrannt werden müssen, weil unterschiedliche Kunststoffe in einem Produkt so vermengt wurden, dass sie sich mit vertretbarem Aufwand nicht mehr trennen lassen – Wiederverwertung ausgeschlossen. Hier sind die Hersteller gefragt, Verpackungen so zu designen, dass sie sich besser recyceln lassen – und die Verbraucher sollten künftig auch Verpackungen akzeptieren, die aus recyceltem Plastik gemacht sind und keine Hochglanzoptik haben.

Dass künftig mehr Plastik gesammelt werden wird, ist trotz der Unzulänglichkeiten beim Recycling aber trotzdem positiv. Denn Hand aufs Herz: Zum Wertstoffhof fuhr man in der Regel meist bei großen Abfallmengen, die für die Mülltonne zu groß und für den Sperrmüll zu klein waren. Künftig gelingt es, auch kleinere Gegenstände zu erfassen.

Der Weg zur Kreislaufwirtschaft ist noch weit

Das ist ein Beitrag zum Ressourcenschutz, wobei man trotzdem feststellen muss, dass der Weg zu einer echten Kreislaufwirtschaft noch weit ist. Das Plastik, das wiederverwertet werden kann, landet häufig in Produkten, die minderwertiger sind („Downcycling“). Das alles ist immer noch viel besser, als wenn die Dinge gleich in den Müllofen wandern, doch ideal wäre es, wenn die Lebenszyklen eine mehrfache Wiederverwendung ermöglichen würden.

Neben Herstellern und Abfallwirtschaft spielen auch die Verbraucher eine wichtige Rolle, wenn es um die Vermeidung von Abfällen geht. Dass ein kaputter Putzeimer irgendwann im Abfall landet, ist klar. Doch in der schnelllebigen Konsumgesellschaft landen Dinge schneller auf dem Müll als früher – und wer schon einmal bei sich entrümpelt hat, merkt, wie viel Unnützes er zu Hause hortet. Insofern sagt der Müll auch viel über die Gesellschaft aus, in der er entstanden ist.

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