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Augsburg

07.03.2020

Am Rosenaustadion entsteht Augsburgs dritte Jugendverkehrsschule

Die dritte Augsburger Jungenverkehrsschule entsteht zwischen Wertach und Rosenaustadion. Hier werden künftig unter anderem Vorschulkinder unterrichtet.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Bald können junge Verkehrsteilnehmer ihren Fahrradführerschein am Rosenaustadion machen. Die 1,8 Millionen Euro teure Einrichtung wird nicht nur von Kindern genutzt.

Augsburg verfügt über zwei Jugendverkehrsschulen. Neben dem Standort am Senkelbach in der Innenstadt gibt es auch noch den Übungsplatz an der Johann-Strauß-Grundschule in Haunstetten – doch diese beiden Angebote sind aufgrund von steigenden Schülerzahlen schon lange an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Wenn aufgrund witterungsbedingt Übungen ausfielen, konnten keine Ausweichtermine mehr ausgegeben werden. „Für denjenigen, die beim Fahrradführerschein durchfielen, hatten wir auch keinen weiteren Prüfungstermin parat. Für sie blieb nur das Ferienprogramm im Sommer“, sagt Polizeihauptkommissar Robert Schlotterer, der bei der Polizei die Gruppe der Verkehrserzieher leitet. Das habe oft zu Tränen geführt.

Jugendverkehrsschule in Augsburg: Im April beginnen die Arbeiten

Das Vertrösten von Viertklässlern sei allen Verkehrserziehern immer schwer gefallen und ist bald Vergangenheit: Am Rosenaustadion entsteht die dritte Augsburger Jugendverkehrsschule. Sie wird auf dem ehemaligen Parkplatz „P4“ des Rosenaustadions eingerichtet, der direkt an das Gelände des Tennisclubs Augsburg grenzt. Auf 4700 Quadratmetern wird neben dem Übungsplatz auch ein Gebäude errichtet, in dem unter anderem Schulungsraum, sanitäre Anlagen und Büros untergebracht werden. Der Bereich ist bereits gerodet. Im April soll mit den Arbeiten begonnen werden. Mit der Fertigstellung wird Anfang 2021 gerechnet.

Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) war sichtlich froh, dass er die Realisierung des Projekts in den letzten Wochen seiner Amtszeit noch ankündigen konnte. Denn es habe einen „gewissen Vorlauf“ gehabt. „Eine dritte Jugendverkehrsschule war schon zu Beginn meiner Amtszeit 2008/2009 notwendig, aber damals hatte es aus finanziellen Gründen keine Chance.“ 1,8 Millionen Euro kostet das Vorhaben. Den Großteil davon trägt die Stadt Augsburg. Die Verkehrswacht Augsburg übernimmt davon 300 000 Euro.

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OB Kurt Gribl machte seinen Fahrradführerschein am Senkelbach

Trotz des Vorlaufs habe die Wichtigkeit der Einrichtung nie zur Debatte gestanden. Verkehrserziehung ist in der Grundschule nach dem Lehrplan vorgeschrieben. „Hier können die Kinder unter realitätsnahen Bedingungen in einem geschützten Bereich die Widrigkeiten des Verkehrs kennenlernen“, sagte Gribl. Fahrradfahren sei eine gute Sache und würde den Verkehr entlasten. Seinen Fahrradführerschein habe Gribl genauso wie Polizeipräsident Michael Schwald in der Jugendverkehrsschule am Senkelbach gemacht. Schwald stellte die Auslastung der bisherigen Übungsplätze heraus. Demnach würden allein rund 2300 Schüler pro Jahr die Jugendverkehrsschule besuchen, etwa 64 Klassen je Einrichtung.

Mit der dritten Schule werde für Entlastung gesorgt. „Auf dem städtischen Grundstück, das dem Sport- und Bäderamt zugeordnet ist, werden neben der Jugendverkehrsschule auch noch Ausgleichsflächen für Pflanzen und eine Vorbehaltsfläche für eine andere sportliche Anlage Platz finden“, erklärte Bildungsreferent Hermann Köhler (CSU).

Die Pläne für die neue Jugendverkehrsschule.
Bild: Wyszengrad

Brigitte Steigleder vom Hochbauamt erläuterte das geplante Vorhaben. In dem 40 Meter langen Gebäude werde es neben einem Schulungsraum, sanitären Anlagen, Büros, auch Werkstätten und eine Garage geben. Auf dem Übungsgelände würde es verschiedene Stellen geben, wo Situationen eingeübt werden. „Etwa wie man sich einer Kreuzung nähert und sie überquert“, so Brigitte Steigleder. Warum es auf dem neuen Übungsplatz keinen Kreisverkehr und keinen Zebrastreifen geben wird, erklärte Robert Schlotterer. So werden in der Jugendverkehrsschule Augsburger Kinder unterrichtet, die mit den städtischen Gegebenheiten vertraut gemacht werden sollen. „Wir haben kaum einen Kreisverkehr und im Stadtgebiet auch nur zwei Zebrastreifen“, betonte er. Zebrastreifen würden die jungen Verkehrsteilnehmer ohnehin nur in Sicherheit wiegen, aber in der Realität nicht immer bieten.

Martin Schomanek, Vorsitzender der Augsburger Verkehrswacht, berichtete, dass der gemeinnützige Verein im kommenden Jahr sein 75-Jähriges feiern könne. Mit der neuen Einrichtung könne nun endlich eine Geschäftsstelle eingerichtet werden, die eine Anlaufstelle für Verkehrserzieher, Schulweghelfer und -lotsen, Schüler und Eltern bieten werde.

Kurse mit Rollatoren, E-Bikes und E-Scootern

Der Übungsplatz werde künftig multifunktional genutzt. Neben Kindergartenkindern und Grundschülern sollen dort auch ältere Verkehrsteilnehmer zum Zug kommen. „Wir bieten jetzt schon Kurse für Mobilität im Alter an und üben etwa mit Rollatoren“, erklärte er. Im Schulungsraum könnte theoretisches Wissen aufgefrischt, neue Verkehrsregeln gelernt werden. Daneben sind Kurse mit E-Bikes und E-Scootern vorgesehen.

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