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Medizin

25.11.2014

App verbindet Arzt und Patient rund um die Uhr

Laut der Sicherheitsfirma FireEye könnten iPhones mit präparierten Apps angegriffen werden. Foto: Philipp Laage
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Mit einer App
Bild:  Philipp Laage, dpa

Der Elektrotechnik-Ingenieur aus Langerringen, Bernhard Ammann, will mit der App die Betreuung chronisch kranker Menschen verbessern. In den USA hat die App Begeisterung ausgelöst.

Als er die Reaktionen der Mediziner in den USA erlebte, wusste Bernhard Ammann: „Wir liegen richtig.“ Der 58-jährige Elektrotechnik-Ingenieur aus Langerringen im Kreis Augsburg präsentierte auf einem großen Ärztekongress in Washington eine App, die in den Vereinigten Staaten einschlug: „Die erste mobile Arzt-Patienten-App mit Alarmfunktion.“ Die Erfindung Made in Augsburg trägt den Namen „SymCollect-App“. Sie soll Fachärzte rund um die Uhr online unterstützen, die chronisch kranke und langzeiterkrankte Patienten betreuen.

Borreliose-Experte Dr. Carsten Nicolaus begleitet bereits 150 Patienten mit der App

Ammann sagt, er hätte es nicht für möglich gehalten, mit dieser internetgestützten Anwendung weltweit der Erste zu sein. Er ist es. Mit einem deutschen Team aus Ärzten und IT-Experten stellte er sein Produkt in der US-Hauptstadt vor. Das Interesse war so groß, dass er ein Patent für den US-Markt beantragte. Als Partner des Pilotprojektes hatte Ammann die BCA-Klinik in Augsburg gewonnen. Die Privatklinik wird von Borreliose-Patienten aus der ganzen Welt aufgesucht. Borreliose-Experte Dr. Carsten Nicolaus begleitet bereits 150 Patienten mit der App. Er glaubt: „Diese App wird Maßstäbe setzen für die zukünftige Betreuung chronisch und Langzeiterkrankter – nicht nur im Borreliosebereich.“

Vielleicht können die gewonnenen Daten in der medizinischen Forschung eine Rolle spielen

So funktioniert die App: Der Patient beantwortet täglich anhand eines Katalogs Fragen zu seinem Zustand. Verschlechtert sich dieser über einen bestimmten Wert hinaus, wird sofort beim Arzt per E-Mail Alarm ausgelöst. Auch wenn es nicht zum Alarm kommt, hat der Arzt in seiner Praxis Langzeitdaten vorliegen, anstatt nur mit subjektiven Symptombeschreibungen des Patienten, wie er sich beim Praxisbesuch gerade fühlt, konfrontiert zu werden. Was Ammann wichtig ist: Im Unterschied zu anderen medizinischen Apps bewege er sich mit seinem Angebot nicht in rechtlichen Grauzonen. Denn online werden keine Diagnosen erstellt und auch keine Rezepte verschrieben. Ammann: „Die App dient ausschließlich dem Festhalten und Auswerten der Symptome und des Befindens des Patienten.“

Der Langerringer war bis vor kurzem Geschäftsführer des Augsburger Unternehmens ASIG, das er zusammen mit seinem Partner Günter Uhl aufgebaut hatte. Nach dem Verkauf der auf Qualitätskontrolle und den asiatischen Markt spezialisierten Firma suchte er sich ein neues Betätigungsfeld – und fand es in der Medizin. Bernhard Ammann glaubt, dass seine App mit den vielen gewonnenen Daten im Lauf der Zeit auch in der medizinischen Forschung eine Rolle spielen könnte.

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