Im April hatte Sozialreferent Martin Schenkelberg (CSU) ein Unterstützungskonzept für Kinder und Jugendliche vorgestellt, die unter den Auswirkungen von Corona leiden und damit von den Mitgliedern des Jugendhilfe- und Bildungsausschusses nicht nur Lob erhalten. Es fehle der rote Faden, warf eine Stadträtin Anna Rasehorn (SPD) damals ein, andere bemängelten, dass es reichlich spät käme. Schenkelberg nutzte die jüngste Sitzung des Jugendhilfeausschusses, um erste Maßnahmen des Konzepts darzustellen. "Es steht nicht nur auf dem Papier. Wir handeln auch", sagte er.
Das Konzept beinhaltet eine Reihe von Maßnahmen, die Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unterstützen sollen. Es sei nicht zu schaffen, alle parallel zu bearbeiten, so der Sozialreferent. Er und Jugendamtsleiter Joachim Herz erläuterten, was schon passiert ist oder bald passieren soll.
Corona-Pandemie: So soll jungen Menschen in Augsburg geholfen werden
Bedachung An zwei noch nicht näher benannten Treffpunkten von jungen Menschen zwischen 13 und 27 Jahren, die in Bärenkeller und Stadtjägerviertel liegen, sollen Unterstände angebracht werden. Es fehlten Räume für Jugendliche, an denen wichtige soziale Lernprozesse stattfinden könnten, wie Selbstständigkeit, Rücksichtnahme und Toleranz. Die Umsetzung des Projekts will das Amt für Kinder, Jugend und Familie in Kooperation mit den Trägern von Streetwork, Jugendschutz und dem Büro für kommunale Prävention übernehmen. Daneben soll ein Konzept zur Öffnung der Freiflächen von Jugendhäusern erarbeitet werden. Die Stadträte stimmten einstimmig für die Umsetzung des Projekts.
Jugendhäuser In Haunstetten, Göggingen und im Bärenkeller wird seit geraumer Zeit nach Immobilien gesucht, in denen ein Jugendzentrum untergebracht werden könnte. Gerade die Einrichtung in Haunstetten habe Priorität, so Jugendamtsleiter Herz. Dort soll schnell eine Lösung gefunden werden, um den Ende 2018 geschlossenen Jugendtreff Südstern zu ersetzen. Eine Interimslösung, wie etwa im Hallenbad oder im ehemaligen Woolworth-Gebäude in der Hofackerstraße würde ebenfalls in Betracht gezogen. Im Bärenkeller und Göggingen werden ebenfalls Standorte geprüft. "Wir sind dankbar für jeden Hinweis. Wir machen es uns nicht leicht. Es gibt noch keine Erfolge, aber Hoffnungsschimmer", sagte Sozialreferent Schenkelberg.
Junge Augsburger sollen online zum Thema Corona befragt werden
Online-Befragung Die Sozialfraktion hatte im Dezember 2020 einen Antrag gestellt, Kinder und Jugendliche online zu befragen. Das Ziel sollte sein Bedürfnisse, Wünsche und Ängste von jungen Augsburgern zu erfahren. Im Februar wurden dem Ausschuss Ergebnisse einer Online-Befragung präsentiert. Diese wurde allerdings kritisiert, weil 72 Prozent der Teilnehmer das Gymnasium besuchten und Schüler von Grund-, Mittel- und Realschulen stärker mit einbezogen werden sollten. Eine weiter Befragung wurde nun auf den Weg gebracht, sie ist für Juni geplant. Der Schwerpunkt soll auf dem Thema Corona liegen.
Erziehungsberatung Einstimmig beschloss der Ausschuss, dass die Aufsuchende Erziehungsarbeit zunächst mit einer halben Stelle ausgebaut wird. Diese aufsuchende Hilfe sei oft der einzige Zugang zu besonders belasteten Familien. Die Angebote in "Komm-Struktur" würden mit dieser Form der Erziehungsberatung in der "Geh-Struktur" den Bedürfnissen und Lebensgewohnheiten der Familien besonders in Zeiten der Corona-Pandemie entgegenkommen, erläuterte Jugendamtsleiter Herz.
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