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Augsburg

16.05.2019

Bergheimer See: Wie Schwimmer vor Wasserpflanzen geschützt werden

Die Wasserpflanzen im Bergheimer Baggersee sorgen für gute Wasserqualität, sind aber ein Problem für Schwimmer.
Bild: Ulrich Wagner

Am Bergheimer See kam es in der Vergangenheit zu Badeunfällen, als Schwimmer wegen der Wasserpflanzen in Panik gerieten. Jetzt wird eine neue Lösung getestet.

Zwei Jahre ist es her, dass die Wasserwacht eine Schwimmerin aus dem Bergheimer Baggersee retten musste. Eine 76-Jährige hatte sich in den dichten Wasserpflanzen verheddert und war in Lebensgefahr geraten. Das war nicht der erste solche Fall – die Stadt versprach zu reagieren. In diesem Jahr gibt es ein neues Konzept für den See, mit dem Ökologie und Sicherheit unter einen Hut gebracht werden sollen.

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Wenn man am Ufer des Sees steht, sieht man bereits wieder die Wasserpflanzen unter der Oberfläche schimmern. Das ist immer so um diese Jahreszeit – doch heuer gibt es eine auffällige Neuerung: Der südliche Teil des Sees ist von schwimmenden Bojen abgegrenzt. Bis dahin sollen die Badegäste künftig gefahrlos und algenfrei schwimmen können, der abgegrenzte Teil gehört der Natur und wird nicht mehr gemäht.

Im vergangenen Oktober hatten sich Vertreter des Stadtrates, der Stadtverwaltung und der Wasserwacht mit den Referenten Reiner Erben und Gerd Merkle am See getroffen. Es galt, einen Nutzungskonflikt zwischen Erholungssuchenden und den Belangen der Natur aufzulösen.

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Üppiger Pflanzenwuchs durch Nährstoffe im Wasser

Dass der Bergheimer Baggersee eine hervorragende Wasserqualität hat, liegt vor allem an dem üppigen Pflanzenbewuchs, der durch im Wasser gelöste Nährstoffe gefördert wird, heißt es dazu aus dem Umweltreferat. Die Nährstoffe wie Stickstoff kommen aus der Luft, aber auch von den umliegenden Feldern, von denen Wasser hangabwärts in den See läuft, hat bereits 2012 eine von der Verwaltung in Auftrag gegebene Studie herausgefunden. Die Wasserpflanzen im See nehmen insbesondere in den Sommermonaten diese Nährstoffe auf und wandeln sie unter Abgabe von Sauerstoff in Biomasse um, so die Experten. Dadurch werde die Wasserqualität verbessert.

Dreimal im Jahr wird nach Auskunft des Gesundheitsamtes der Stadt Augsburg die Wasserqualität am Bergheimer Baggersee bakteriologisch untersucht. In den letzten drei Jahren seien jeweils alle drei Proben ohne Beanstandungen gewesen. Würden jetzt für die Badegäste die Wasserpflanzen regelmäßig gemäht, wäre mit einer wesentlich schlechteren Wasserqualität zu rechnen, so das Umweltreferat.

Nur noch im Schwimmerbereich wird gemäht

Aus diesem Grund ist der See jetzt zweigeteilt. Künftig wird nur noch im Schwimmbereich gemäht, diese Mahd wird vor dem Start der Badesaison in der ersten Juli-Woche erledigt. Der Beginn der Zone mit Wasserpflanzen wurde mit Bojen gekennzeichnet. Auch am Ufer sollen künftig Schilder vor den Wasserpflanzen warnen.

Der Chef der Gögginger Wasserwacht, Alexander Dußmann findet die neue Regelung gut. Durch die Bojen käme niemand in die Gefahr, versehentlich in die Wasserpflanzen zu schwimmen. Ob die Mahd im Juli über die ganze Badesaison reiche, werde sich in der Praxis zeigen.

In der vergangenen Saison seien die Badegäste am See teilweise verunsichert gewesen, ob man dort überhaupt noch gefahrlos schwimmen kann. Grundsätzlich gehe von den Pflanzen für einen geübten Schwimmer keine Gefahr aus, erklärt er. „Man kann locker vorsichtig über die Pflanzenfelder hinwegschwimmen“, so der Wasserwachtchef. Allerdings könnten gerade Kinder oder ältere Leute durch die Berührung an den Füßen in Panik geraten – und sich dann ernsthaft verheddern.

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