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Augsburg

27.03.2020

Bildungs-Krimi: Neuer Anlauf für Rettung der Hermann-Schmid-Akademie

Wer rettet die HSA? OB Kurt Gribl und Bildungsreferent Hermann Köhler (beide CSU) sind jetzt mit dem Schulwerk der Diözese im Gespräch.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Gibt es nicht bald eine Lösung, müssen sich hunderte Schüler für das nächste Schuljahr einen neuen Platz suchen. Das Schulwerk der Diözese ist bereit zu Gesprächen.

Das drohende Ende der Hermann-Schmid-Akademie – kurz HSA – beschäftigt weiterhin die Politik. Eine Elterninitiative macht sich dafür stark, das Aus der fünf Privatschulen unter dem Dach der Akademie nicht hinzunehmen, sondern einen neuen Träger zu suchen. Diesen Kurs verfolgt inzwischen auch die Stadt, nachdem es anfangs vor allem Überlegungen gab, das Schulgebäude zu kaufen und für städtische Schulen zu nutzen. Der Druck der Eltern zeigt Wirkung. Oberbürgermeister Kurt Gribl ( CSU) hat das Thema zur Chefsache gemacht. Auf Wunsch von Gribl wird jetzt auch das Schulwerk der Diözese Augsburg einen Einstieg bei der Hermann-Schmid-Akademie prüfen.

Hermann-Schmid-Akademie will Schulbetrieb schon bald einstellen

Allzu viel Zeit ist nicht mehr, denn die HSA will den Schulbetrieb schon zum Ende dieses Schuljahres einstellen. Betroffen sind rund 560 Schüler, die Akademie betreibt an ihrem Standort im Augsburger Stadtteil Kriegshaber unter anderem eine Realschule, eine Technikerschule und eine Wirtschaftsschule. Geschäftsführer ist Schulgründer Hermann Schmid, seine Tochter Nicole ist Prokuristin der Träger-GmbH. Sie argumentieren, die Schule sei in der Öffentlichkeit zu Unrecht in ein schlechtes Licht gerückt worden. Deshalb sei es nicht mehr möglich, genug Lehrer zu finden. Gegen die Verantwortlichen der Akademie ermittelt aktuell die Staatsanwaltschaft, im Herbst hatte es deshalb eine Durchsuchungsaktion gegeben. Es geht um den Verdacht des Subventionsbetrugs.

Die Akademie hatte ihre Entscheidung, den Betrieb einzustellen, Anfang März öffentlich gemacht. Offenbar geschah dies auch auf Druck der Behörden hin. In einem Schreiben von OB Kurt Gribl an die Stadträte heißt es, die Akademie habe die Nachricht vom Schul-Aus ursprünglich erst im Mai bekannt geben wollen. Vonseiten der HSA hieß es auch, eine Unternehmensberatung habe nach einem neuen Träger gesucht, aber keinen gefunden. Zwei mögliche Schulträger aus der Region wurden allerdings gar nicht angefragt: Die Lehmbaugruppe, die inzwischen Interesse an der HSA angemeldet hat, und das Schulwerk der Diözese. Das Schulwerk ist der Träger von rund 40 katholischen Schulen, darunter auch mehrere Realschulen.

Die Schüler hängen an ihrer Schule: Die private Hermann-Schmid-Akademie will zum Schuljahresende den Betrieb einstellen. Eltern, Lehrer und Schüler protestieren dagegen.
Bild: Bernd Hohlen

Ohne die Familie Schmid kann es keine Rettung der Schule geben

Vertreter des Schulwerks trafen sich am Donnerstagvormittag mit OB Kurt Gribl, Bildungsreferent Hermann Köhler und Finanzreferentin Eva Weber (alle CSU). Das Ergebnis der Unterredung: Der katholische Schulträger ist bereit, in Gespräche einzutreten. Zunächst soll es einen runden Tisch geben, an dem auch Hermann und Nicole Schmid beteiligt sind. Denn ohne die Familie Schmid kann es keine Rettung der Schule geben. Ein neuer Träger müsste sich mit den bisherigen Besitzern einig werden.

Ein Problem dabei ist: Die Priorität der Familie Schmid scheint es zu sein, das Schulgebäude zu verkaufen. Es wurde für rund 20 Millionen Euro gebaut und ist erst 2015 eingeweiht worden. Es gehört einem Förderverein der HSA, in dem aber auch die Schmids das Sagen haben. Ein Trägerwechsel ohne einen damit verbundenen Verkauf des Gebäudes scheint derzeit eher nicht denkbar.

Der OB-Kandidat der SPD, Dirk Wurm, appelliert deshalb an alle Beteiligten, nach einer Lösung zu suchen und im Gespräch zu bleiben. „Es muss das erste Ziel sein, die Akademie als Ganzes zu erhalten, und damit auch das Lebenswerk von Hermann Schmid.“ Es sei gut, so Wurm, dass auch die CSU inzwischen verstanden habe, dass die Rettung der Schule zunächst Priorität habe – und man erst in einem nächsten Schritt über einen möglichen Kauf des Gebäudes durch die Stadt nachdenke könne.

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