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Augsburg

03.12.2019

Christbaum-Verbot an Uniklinik: Wann ein Baum zur Gefahr wird

Mitarbeiter, Patienten und Angehörige müssen dieses Jahr auf einen Christbaum in der Eingangshalle der Uniklinik verzichten.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Erstmals darf im Eingangsbereich der Uniklinik wegen der Brandgefahr kein Baum stehen. Wie die Feuerwehr das erklärt und welche Alternative es gäbe.

Weihnachtliche Atmosphäre ist in diesem Jahr an der Uniklinik weitgehend gestrichen. Die Berufsfeuerwehr hat dem Krankenhaus verboten, einen echten Christbaum in der großen Eingangshalle aufzustellen – wie berichtet aus Brandschutzgründen. Das Klinikum sei da ein ganz besonderer Fall, erklärt ein Brandschutzexperte. Allerdings hätte es eine Alternative gegeben.

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Martin Meisenheimer ist bei der Berufsfeuerwehr für den vorbeugenden Brandschutz zuständig. Gerade zur Adventszeit rufen bei ihm häufig Unternehmen an, die Fragen haben und sicher gehen wollen. Wie auch die Uniklinik – zum ersten Mal. In den vergangenen Jahren nämlich stimmte in der großen Eingangshalle stets ein geschmückter Baum auf das Frohe Fest ein.

Echter Nadelbaum stelle in Augsburgs Uniklinik eine Gefahr dar

4,50 bis fünf Meter sei der üblicherweise hoch gewesen und im Foyer gestanden, sagt Uniklinik-Sprecher Thomas Warnken. „Das war Tradition des Hauses.“ Was den Brandschutz angeht, sei man aber noch sensibler geworden. „Deshalb fragten wir vorsorglich bei der Berufsfeuerwehr nach.“ Auf die Nachfrage folgte das Verbot. Im städtischen Amt für Brand- und Katastrophenschutz war klar: An diesem exponierten Platz im Klinikum stellt ein echter Nadelbaum eine Gefahr da.

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Experte Meisenheimer erläutert den Grund: „Die Eingangshalle der Uniklinik ist der Hauptflucht- und Rettungsweg. Hier kommen die Patienten- und Besucheraufzüge, der Aufzug für das Rettungshubschrauber-Team sowie für die Feuerwehr zusammen.“ Zudem reiche die Halle bis ins dritte Stockwerk und verbinde mehrere tausend Quadratmeter miteinander. „Bei einem Brand würde sich der Rauch schnell auf mehreren Ebenen ausbreiten.“

 Ein echter Baum, der ein paar Wochen steht und von Tag zu Tag trockener werde, sei leicht entzündbar. „Ich empfehle jedem, der das nicht glaubt, nach Dreikönig einen kleinen Zweig abzuschneiden und im Freien eine Flamme dran zu halten“, so der Feuerwehrmann. „Sie werden überrascht sein, wie schnell er abbrennt.“

Welchen Christbaum die City-Galerie Augsburg aufstellt

Man habe der Uniklinik als Alternative einen schwer entflammbaren, künstlichen Weihnachtsbaum für das Foyer vorgeschlagen. So wie man ihn etwa in der City-Galerie vorfindet. Auf diesen prächtigen Kunstbaum will Galerie-Manager Sascha Schönherr nicht verzichten. „Unser Baum ist ein wesentliches Element unserer Weihnachtsdekoration“, sagt der Center-Leiter über den knapp zwölf Meter großen Baum mit den über tausend Kugeln. Dieser ragt bis in die erste Etage empor.

In der City-Galerie steht ein künstlicher Christbaum. Einen schwer entflammbaren Kunstbaum dürfte auch die Uniklinik aufstellen.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Der Kunstbaum besteht aus vielen Teilen und wird alle Jahre zusammengebaut, geschmückt, wieder abgebaut und verstaut. „Wir sehen jedes Jahr, wie viele Menschen den Baum bestaunen und Bilder machen.“ Er sei ein wichtiges Element für weihnachtliche Atmosphäre. Die wird am Uniklinikum dieses Jahr wohl vermisst. Manche Mitarbeiter der Uniklinik bedauern, dass Patienten, Besucher und Angestellte keine Chance auf etwas Weihnachtsstimmung haben.

„Bei unserer Vorstandschaft herrscht hier wohl ein gewisses Desinteresse“, urteilt ein Mitarbeiter. Er kritisiert, dass kein Kunstbaum aufgestellt wird. Uniklinik-Sprecher Warnken glaubt, dass an diese Option einfach nicht gedacht wurde. „Die Idee mit dem künstlichen Baum werde ich an den Vorstand weiterleiten“, sagt er.

Im Bezirkskrankenhaus greift man schon länger auf schwer entflammbare Kunstbäume zurück. Insgesamt 20 Christbäume schmücken verschiedene Etagen, berichtet ein Sprecher. Am Josefinum gibt es einen echten Baum im Foyer. Laut einem Sprecher sei der auch genehmigt. Es gebe keine generelle Regel, betont Martin Meisenheimer von der Berufsfeuerwehr. „Jedes Gebäude ist individuell.“

Hier finden Sie eine Übersicht über alle Weihnachtsmärkte in der Region

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