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Augsburg

28.04.2020

Corona-Krise: Eröffnet in Augsburg bald ein Autokino?

Autokinos waren vor der Corona-Krise in Deutschland selten. Nun entstehen viele solcher Freiluftkinos. Auch in Augsburg gibt es konkrete Pläne.
Bild: Sebastian Kahnert, dpa (Symbol)

Plus Autokinos erleben zu Corona-Zeiten einen Boom. In Bayern sind sie noch nicht wieder erlaubt. Doch die Planungen für eine Eröffnung in Augsburg sind konkret.

Es ist eher eine amerikanische Kulturtradition als eine europäische: Autokinos gibt es in Deutschland nicht viele, gerade einmal fünf solcher Kinos waren es deutschlandweit vor Corona-Zeiten, die ganzjährig geöffnet hatten. Doch seit der Corona-Krise boomen die Freiluftkinos im Land, wenn auch bislang nicht in Bayern. Hier müssen auch Autokinos bislang geschlossen bleiben, so sehen es die Einschränkungen vor. Dies allerdings könnte sich ändern. Mehrere Betreiber planen nach Informationen unserer Redaktion derzeit die Eröffnung eines möglichen Autokinos in Augsburg.

Einer von ihnen ist Franz Fischer, Chef des Augsburger "Kinodreiecks", zu dem das Savoy, das Mephisto und das Thalia Filmtheater gehören. Er sagt, er könne sich in der Stadt ein Autokino nach dem Vorbild von Düsseldorf vorstellen. In der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens werden auf einem Messe-Parkplatz Filme auf einer 400 Quadratmeter großen Leinwand gezeigt, neben Filmvorführungen gibt es weiteres kulturelles Programm in Angebot: Auftritte von Comedians, Konzerte.

So sei es auch in Augsburg gedacht, sagt Fischer, mehrere hochkarätige Künstler hätten bereits zugesagt, zudem seien starke regionale Partner im Boot. Die Planungen seien fortgeschritten. Sobald der Freistaat es zulasse, stehe einem Start nichts im Wege. Zu einem möglichen Standort in Augsburg wollte sich Fischer zunächst nicht äußern.

Eine Mitarbeiterin eines Geschäfts steht mit Atemschutzmaske und Handschuhen im Laden.
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Bild: Daniel Biskup

Corona-Krise in Augsburg: Betreiber wollen Autokinos eröffnen

Offenbar scheint man aber in der Branche davon auszugehen, dass Kinobetrieb trotz Corona-Einschränkungen in Bayern bald wieder möglich ist, wenn auch nicht in klassischen Kinosälen. Ein Hinweis darauf ist etwa die Tatsache, dass Fischer, der im Sommer auch das Freiluftkino "Lechflimmern" im Familienbad veranstaltet, dort bereits hat Leinwände aufbauen lassen.

Ein weiterer Hinweis: Nicht nur Fischer, auch weitere Veranstalter treiben Pläne für ein mögliches Autokino in Augsburg voran. So gibt es etwa seit Tagen im sozialen Netzwerk Facebook eine Seite namens "Autokino Sommer Augsburg", die als mögliche Vorführungstermine den Zeitraum vom 5. bis 8. Juni nennt. Im Impressum stehen die Namen eines Münchener Veranstalters, eines Münchener Gastronomiebetriebs sowie einer Veranstaltungs-/Werbeagentur namens "Nachttourist" aus Dresden. Deren Inhaber Andreas Malkotsis sagt auf Anfrage, die drei Kooperationspartner planten, ein Kulturprogramm in mehreren Städten auf die Beine zu stellen und führten derzeit dazu Gespräche. Es gehe etwa um Ingolstadt, München, Halle und Leipzig. Und eben Augsburg. Geplant sei in den Autokinos eine kontaktlose Bezahlung, Getränke und Speisen könnten mitgebracht werden. Malkotsis sagt, es gehe um eine Größenordnung von 250 bis 500 Autos.

Autokinos waren vor der Corona-Krise in Deutschland selten. Nun entstehen viele solcher Freiluftkinos. Auch in Augsburg gibt es konkrete Pläne.
Bild: Julian Stratenschulte, dpa (Symbol)

Doch nicht nur in Augsburg, sondern auch im Umland der Großstadt könnten im Zuge der Corona-Krise neue Autokinos entstehen. So planen auch die Betreiber des Augsburger Kinos "Liliom" die Eröffnung eines solchen Freiluftkinos, und zwar im angrenzenden Gersthofen. Auf dem dortigen Festplatz sollen schon "bald verschiedene Vorführungen mit einem abwechslungsreichen Programm für jede Altersklasse stattfinden", heißt es in einer Pressemitteilung.

Der Beginn der Aktion richte sich nach den jeweiligen rechtlichen Bestimmungen, welche der Freistaat Bayern vorgibt. Derzeit sei der Betrieb von Autokinos in Bayern noch untersagt, "Lockerungen hierzu stehen aber in Aussicht". Michael Hehl, einer der beiden Geschäftsführer des Liliom, sagt auf Anfrage, der konkrete Eröffnungstermin hänge schlicht davon ab, wann die bayerische Staatsregierung die Erlaubnis zu Autokinos gebe. Durch die bisherigen Einschränkungen sei aber erst einmal die Geschäftsgrundlage des Kinos weg, auch wenn viele treue Besucher das Liliom etwa durch den Kauf von Gutscheinen unterstützten. Man restauriere gerade die Kinosäle für die Zeit nach den Einschränkungen, aber irgendwie müsse man eben auch durch diese Phase kommen.

Kultur in Corona-Zeiten: Auch in Gersthofen soll es ein Autokino geben

In Gersthofen habe man mit dem dortigen Bürgermeister Michael Wörle eine gute Gesprächsgrundlage gehabt und sich auch für den Standort entschieden, da die Verkehrssituation sehr günstig sei. Daniela Bergauer, die zweite Geschäftsführerin des Liliom, spricht von 300 möglichen Autostellplätzen für Kinobesucher. Es werde nur Online-Tickets geben, keinen Verkauf vor Ort. Bergauer sagt, sie könne sich gut vorstellen, dass viele Leute Autokinos mögen, auch wenn sie vielleicht noch nicht damit in Berührung gekommen seien. "Es hat etwas Entschleunigtes."

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