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Augsburg

20.05.2020

Corona-Krise: "Thorbräukeller" schließt noch vor der Öffnung

Doris Gabriel war die Pächterin des Thorbräukellers. 2018 überstand das Lokal einen Brand, 2019 öffnete es erneut, 2020 kam Corona - nun musste Gabriel aufgeben.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Doris Gabriel, die Pächterin des Thorbräukellers, gibt auf. Als Grund nennt sie auf Facebook die Corona-Krise. Fans des Biergartens können aber noch hoffen.

Mag das Coronavirus in der Augsburger Bevölkerung weitestgehend zurückgedrängt sein – die Gastronomen der Stadt leiden weiterhin darunter. Nun hat Doris Gabriel, Pächterin des Lokals „Thorbräukeller“, per Facebook das Aus ihres Betriebes bekannt gegeben. In ihrem Statement heißt es, „leider hat mein Geschäft den Coronavirus nicht überlebt und ich muss schweren Herzens die Pforten schließen. Ich danke Euch allen recht herzlich es war eine schöne Zeit mit Euch.“ Erst vor kurzem hatte die Cocktailbar „Purist“ ihr Aus aufgrund des Virus bekannt gegeben. Ein wenig Hoffnung gibt es jedoch für Fans des Biergartens beim Thorbräukeller.

Der Thorbräukeller erlebte 2018 bereits einen Rückschlag

Max Kuhnle ist Chef der Thorbräu-Brauerei – diese ist Verpächterin des Thorbräukellers. Er erklärt, „wir haben uns Ende April zusammengesetzt und gemeinsam den Pachtvertrag beendet. Ursächlich ist die Corona-Pandemie.“ Wie solle man als Gewerbetreibender in dieser Zeit überleben, wenn man keine Substanz habe? Die gesamte Gastronomie lebe aktuell von der Substanz - und die Pächterin habe kaum welche aufbauen können. Schließlich habe sich der Betrieb gerade erst von den Folgen eines Brandes erholt.

In dem Lokal hatte es Anfang Juni 2018 gebrannt. Das Feuer entstand in der Küche und zog schließlich den Dachstuhl des Gebäudes in Mitleidenschaft. Der Gastraum war damals – obwohl mit viel Holz versehen – kaum betroffen. Die Sanierungsarbeiten hatten schließlich länger gedauert als geplant, etwas mehr als ein Jahr nach dem Brand konnte der Betrieb wieder öffnen. Pächterin Doris Gabriel hatte den Thorbräukeller erst zwei Monate vor dem Feuer übernommen.

Corona-Krise: "Thorbräukeller" schließt noch vor der Öffnung

Der Thorbräukeller in Augsburg hat noch Perspektiven

Brauerei-Chef Kuhnle will den Thorbräukeller laut eigener Aussage aber nicht ganz aufgeben: Nach dem Brand wurden vor allem dessen Schäden beseitigt, nun soll der Betrieb grundlegend renoviert werden. „Wir hoffen noch auf eine diesjährige Biergartensaison im Thorbräukeller.“ Wenn die Arbeiten gut vonstatten gingen, setze er auf eine Öffnung im Juli. Allerdings, erklärt Kuhnle, brauche es dafür noch weitere Voraussetzungen.

Wirtin Doris Gabriel in der Zeit nach dem Brand im Biergarten.
Bild: Silvio Wyszengrad

Bei den Corona-Regeln seien weitere Lockerungen für die Gastronomie notwendig. „Die aktuellen Lockerungen sind für die meisten Betreiber nicht wirklich hilfreich – wer jetzt nur 30 oder 50 Prozent des normalen Umsatzes macht überlegt sich schon, ob sich das Öffnen überhaupt lohnt.“ Es brauche ein tragfähiges Konzept für die gesamte Gastronomie, dazu müssten unbedingt längere Öffnungszeiten auch im Außenbereich gehören. Sollte das im Juli der Fall sein, wollen Kuhnle und sein Team den Thorbräukeller erst einmal selbst betreiben. Es wäre nicht der erste Betrieb, den die Brauerei selbst führt: Seit vielen Jahren gibt es das Thorbräu-Braustüberl und den Biergarten „Freibank“.

Der Thorbräukeller ist nicht das erste Lokal in Augsburg, das wegen Corona aufgibt. Auch die Tapas-Bar „Purist“ in der Volkhartstraße öffnet nicht mehr. Deren Betreiber Matthias Möschl zog nach zwölf Jahren einen Schlussstrich, weil ihm die Zukunft wegen der Pandemie zu ungewiss erscheint.

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