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Augsburg

25.10.2020

Coronavirus: Bildungsreferentin Wild (Grüne) ist in Quarantäne

Wegen eines Coronafalls in ihrer Familie ist Bildungsreferentin Martina Wild seit dem Wochenende in Quarantäne.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Bildungsreferentin Martina Wild ist wegen eines Corona-Falls in Quarantäne. Dennoch stellte sie mit OB Weber und anderen einen Plan für Schulen und Kitas auf.

Corona sorgt für einen ersten Ausfall in den Reihen der Referenten: Wie die Stadt Augsburg am Sonntag mitteilte, befindet sich Bildungsreferentin Martina Wild (Grüne) seit Samstagabend in häuslicher Isolation. Eine Person in ihrem direkten Umfeld sei positiv auf das Coronavirus getestet worden, weshalb nun die ganze Familie vorerst in Quarantäne sei. Wild, so hieß es, zeige keinerlei Symptome, werde sich aber noch am Sonntag einem Test unterziehen.

Die Bildungsreferentin und Bürgermeisterin Wild ist derzeit besonders gefragt. Im Bildungsbereich gibt es hohen Informationsbedarf zum weiteren Umgang mit Corona. Müssen die Schüler wieder in den Distanzunterricht? Wird auch an Kindertagesstätten die sogenannte Stufe 3 eingeführt, die eigentlich ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner gelten würde, die in Augsburg bislang aber noch nicht zum Tragen kam? Aus Insiderkreisen hieß es bis vor Kurzem, die Schulen bereiteten sich längst wieder auf einen Distanzunterricht vor, einige Lehrer hätten die Kinder am Freitag bereits dazu angehalten, alle Schulbücher mit nach Hause zu nehmen, um für den Notfall gewappnet zu sein und auch von Zuhause aus lernen zu können.

Videokonferenz mit OB Eva Weber und Schulexperten

Wie es tatsächlich weitergeht, diskutierte Bildungsreferentin Wild am Wochenende im Rahmen einer Videokonferenz mit Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU), den Ministerialbeauftragten für die Schulen, der Leitung der städtischen Kitas und anderen Experten. Demnach soll der Unterricht an den Augsburger Bildungseinrichtungen bis zu den Herbstferien (31. Oktober bis 6. November) weitergehen wie gewohnt. Es soll also keinen Wechsel in den Distanzunterricht geben. Ein Grund ist laut Oberbürgermeisterin Eva Weber, dass viele Kinder noch Noten brauchen, die zum Beispiel über das Vorrücken auf Probe entscheiden.

Nach den Herbstferien sollen dann andere Regeln gelten: An Grund- und Mittelschulen sowie an Förderschulen soll auch nach den Ferien Präsenzunterricht stattfinden. An Gymnasien, Realschulen und Berufsschulen wird dagegen in Stufe 3 gewechselt: Während des Unterrichts muss ein Abstand von 1,5 Metern gewährleistet sein. Ist dies aus Gründen der Raumgrößen nicht möglich, wird an diesen Schulen in den Distanzunterricht gewechselt. Ob die Schüler täglich wechseln oder wöchentlich, sei den Schulen überlassen.

Auch an Kindertagesstätten könnte nach den Herbstferien die Stufe 3 gelten, wenn die Inzidenzwerte weiter über 50 Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner liegen. Von einer Notbetreuung will die Stadt aber absehen. Vielmehr soll es den Eltern selbst überlassen sein, ob sie ihre Kinder in die Einrichtungen schicken oder nicht.

Angst vor Ansteckung der Referenten und Stadträte

Martina Wild wird ihre Aufgaben in den kommenden beiden Wochen so gut wie möglich von Zuhause aus und via Videokonferenzen erledigen. Öffentliche Termine nimmt sie bis auf Weiteres nicht wahr. Die Angst, dass sich städtische Referenten und Stadträte anstecken könnten bzw. in Quarantäne müssen, hatte zuletzt bereits für Entscheidungen der Stadtregierung gesorgt, die nicht nur auf Gegenliebe stießen. Wie berichtet, will die Stadtverwaltung durchsetzen, dass der Stadtrat mit all seinen Mitgliedern nur noch kurz zu Beratungen zusammenkommt, um lediglich die Entscheidungen zu treffen, für die aus rechtlichen Gründen ein Beschluss des Plenums nötig ist. Das weitere Diskussions- und Abstimmungsgeschäft soll dann der "Ferien- und Hauptausschuss" erledigen, dem 17 Stadträte gemäß der Sitzverteilung im Stadtrat angehören. Bei der Opposition hatte dieser Vorstoß zu Kritik geführt.
 

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