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Warn-App

08.02.2018

Das Handy warnt jetzt vor Gefahren in der Region

Katastrophenwarn-App NINA
2 Bilder
Die Katastrophenwarn-App NINA zeigt auch auf der Karte, wo gerade Gefahr droht. Die Nutzer bekommen über Push-Nachrichten Bescheid.
Bild: Silvio Wyszengrad

Augsburg benutzt gemeinsam mit den Landkreisen in Nordschwaben die bundesweite Katastrophenwarn-App NINA. Wie Bürger damit auf regionale Bedrohungslagen aufmerksam gemacht werden.

Beim Fund der 1,8 Tonnen schweren Fliegerbombe vor über einem Jahr in Augsburgs Innenstadt hätte man sie bereits gut gebraucht. Seit wenigen Wochen können Augsburg sowie die Landkreise in Nordschwaben über die Katastrophenwarn-App NINA die eigene Bevölkerung auf Gefahren aufmerksam machen. Das kleine Programm (App) ermöglicht den Verantwortlichen, Hinweise auf Unglücksfälle auf die Handys der Bürger schicken. Am Mittwoch wurde die Warnapp bei der Berufsfeuerwehr Augsburg vorgestellt.

Ob Hochwasser, Waldbrände, Großfeuer, Bombenfunde oder ähnliche Gefahrenlagen – ab sofort warnen die Stadt Augsburg sowie die Landkreise Augsburg, Aichach-Friedberg, Dillingen und Donau-Ries ihre Bürger vor gefährlichen Situationen. Mit der Warn-App NINA (Notfall-Informations und Nachrichten-App des Bundes) haben sich die Verantwortlichen gemeinsam für das Angebot des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entschieden. „Ein Grund für die Wahl dieser Katastrophen-App war, dass sich das Bundessystem weiter entwickelt“, sagte Augsburgs Ordnungsreferent Dirk Wurm bei der Präsentation. Über NINA erhalten die Nutzer Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes, der an das System angebunden ist. Aber eben auch, und das ist wohl das Interessantere, Warnungen für die Region Augsburg und Nordschwaben.

Mit der Warn-App NINA noch mehr Menschen erreichen

Diese individuellen Informationen werden künftig von der Integrierten Leitstelle (ILS) in Augsburg oder von den Landratsämtern aus auf die Smartphones der Bürger verschickt. Das Personal wurde dafür entsprechend geschult. Sabine Grünwald, stellvertretende Landrätin des Landkreises Augsburg, glaubt, über die Warn-App künftig noch mehr Menschen erreichen zu können. „Es gibt schon Sirenen, Lautsprecherdurchsagen, Rundfunk und Internet, aber mit der App sprechen wir sicherlich vor allem die jüngere Generation an.“

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Jeder Nutzer, der die App auf seinem Smartphone installiert, bekommt per Push-Nachricht auf dem kleinen Bildschirm Warnungen mit weiteren Informationen (siehe Info am Textende). Mit wenigen Klicks lassen sich bei NINA ein oder mehrere Orte auswählen, für die Warnungen gewünscht sind. Ist auch das globales Navigationssatellitensystem (GPS) aktiviert, erhält der Nutzer zudem Meldungen für seinen aktuellen Aufenthaltsort. „Wenn sie gerade in Wellenburg sind und dort bricht ein Waldbrand aus, werden sie über die App informiert“, erklärte Ordnungsreferent Dirk Wurm.

Er betonte, dass man mit dem Medium zurückhaltend umgehen und es sparsam einsetzen werde. „Wir werden sicherlich nicht jede einzelne Überflutung nach einem Starkregen über die App kundtun“, ergänzte Frank Habermaier, Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz in Augsburg. „Aber wenn plötzlich hunderte Keller mit Wasser volllaufen, ist es natürlich schon interessant, die Menschen im betroffenen Gebiet darauf aufmerksam zu machen.“ Eigentlich sollte NINA schon viel früher zur Verfügung stehen, verriet Augsburgs Ordnungsreferent.

Augsburgs Ordnungsreferent Dirk Wurm erklärt im Video kurz, wie die Katastrophenwarn-App NINA, an der sich die Stadt und die Landkreise in Nordschwaben beteiligen, funktioniert.
 

Dass es länger dauerte, habe am Austausch mit den Landkreisen gelegen. „Es bringt ja nichts, wenn jeder ein eigenes System hat.“ Es lag aber auch daran, dass die Leitstelle Augsburg als bayernweites Pilotprojekt für eine neue Version ausgewählt wurde. Aus diesem Grund müssen die Stadt und die Kreise für die ersten zwei Jahre auch nichts bezahlen. Danach würden die anfallenden Kosten untereinander paritätisch aufgeteilt. Wie viel es genau sein wird, steht noch nicht fest; laut Wurm dürfte es sich um einen mittleren vierstelligen Betrag pro Stadt oder Landkreis handeln. Demnächst wird mit Flyern und Plakaten auf die Warn-App aufmerksam gemacht.

Info über NINA: Die App steht im App-Store für das Betriebssysteme iOS sowie bei Google Play für das Android-System zur Verfügung. NINA ist kostenlos. Im Menü der App lassen sich die Orte auswählen, unter Einstellungen wird die Pushbenachrichtigung aktiviert. Wie das genau funktioniert, zeigt ein kurzes Video der Stadt Augsburg zu finden unter www.augsburg.de/nina.

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