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Verkehr

13.11.2017

Das Streusalz ist da, der Schnee noch nicht

Die Salzlager des Stadtreinigungsbetriebs sind aufgefüllt, damit könnte der Winter nun theoretisch kommen. Dennoch können nicht alle Straßen geräumt werden.

In dieser Saison war noch kein Einsatz nötig, doch 180 Mitarbeiter sind ab jetzt abrufbar.

Der erste Schnee, der für die Nacht auf Montag auch in Augsburg vorhergesagt war, entpuppte sich nur als Schneeregen. Und so war bei der Stadt in diesem Winter noch kein Räum- und Streueinsatz nötig, doch 180 Mitarbeiter stehen ab jetzt bereit, um bei Schnee und Glätte auszurücken. Wird es ein durchschnittlicher Winter, stehen rund 80 Einsätze an, die teils schon ab 4 Uhr morgens starten.

„Es gilt der Grundsatz: so wenig Salz wie möglich, so viel wie nötig“, sagt Umweltreferent Reiner Erben (Grüne), der für den Stadtreinigungsbetrieb zuständig ist. Im vergangenen Winter waren es 2900 Tonnen Salz und 1600 Tonnen Splitt, die auf den Augsburger Straßen verteilt wurden.

So wird besser dosiert

Die 20 großen Räum- und Streufahrzeuge für die Hauptstraßen (nur dort wird Salz gestreut) sind inzwischen mit elektronisch gesteuerten Geräten ausgestattet, um die Salzmenge besser dosieren zu können. Zudem setzt der Stadtreinigungsbetrieb nicht nur auf trockenes Salz, sondern versprüht zunehmend eine flüssige Salzlösung. So setzt der chemische Prozess sofort ein und die Salzkörner werden nicht von nachfolgenden Autos an den Straßenrand geweht.

In den Depots in der Johannes-Haag-Straße und am Holzweg lagern insgesamt 6000 Tonnen Salz und weitere 3000 Tonnen Splitt bzw. Splitt-Salz-Gemisch. Das Salz kommt aus einem Bergwerk in Stetten (Baden-Württemberg).

Die Stadt weist darauf hin, dass es nicht möglich ist, bei starkem Schneefall sofort für schneefreie Straßen und Wege zu sorgen. Die Wohn- und Nebenstraßen werden ohnehin nicht regelmäßig gestreut, unter anderem aus finanziellen Gründen. Eine gesetzliche Verpflichtung, betont die Stadt, gebe es nicht. Trotzdem sind auch dort – je nach Möglichkeit – Traktoren und Unimogs von Landwirten unterwegs, die im Auftrag der Stadt räumen. Hinzu kommen noch 20 Kleinfahrzeuge für den Dienst auf Geh- und Radwegen. Man werde die vor einem Jahr forcierten Bemühungen fortsetzen, die Radwege auch im Winter befahrbar zu halten, so Erben. Allerdings dürften sich weitere Verbesserungen in Grenzen halten, weil kein zusätzliches Geld bereitsteht.

Es gibt immer mehr Straßen zu räumen

Der Stadtreinigungsbetrieb hat an Wintertagen ohnehin mehr zu tun. „Durch den Ausbau des Straßennetzes, die Umwandlung von Gehwegen in kombinierte Geh- und Radwege sowie den Anstieg der Anzahl von Fußgängerüberwegen wird der Leistungsbedarf ständig erhöht“, so Erben. Weil die Straßen immer stärker zugeparkt sind, sei häufig auch Handarbeit nötig. Ein durchschnittlicher Winter kostet die Stadt rund 2,8 Millionen Euro. In starken Wintern können die Kosten aber auch auf über vier Millionen Euro ansteigen.

Die Stadt weist Anwohner darauf hin, dass Grundeigentümer die an ihr Grundstück angrenzenden Gehwege räumen und streuen müssen. Bei Mehrfamilienhäusern erledigt das meist ein beauftragter Hausmeisterdienst, bei Einzelhäusern müssen die Bewohner in der Regel selbst ran. Der Einsatz von Salz ist nur an Treppen und Bergen erlaubt. An Werktagen muss bis spätestens 7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis 8 Uhr geräumt sein. Diese Pflicht gilt bis 20 Uhr. Kommt es zu einem Unfall, könnten Eigentümer, die nicht geräumt haben, letztlich belangt werden. Auch in diesem Jahr können sich die Bürger kostenlos aus etwa 270 Splittkisten im Stadtgebiet kostenlos bedienen. Die Standorte sind unter www.aws-augsburg.de zu finden.

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