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Bayernkolleg soll aus Augsburg weg

07.06.2011

Das darf doch nicht wahr sein

Marode, aber ausgelastet: Der Freistaat will das Bayernkolleg schließen.
Bild: AZ

Das Bayernkolleg muss in Augsburg bleiben. Ein Abzug aus der drittgrößten bayerischen Stadt wäre nicht vertretbar, findet Alfred Schmidt.

Einen Abzug des Bayernkollegs dürfen sich Augsburgs Politiker unter keinen Umständen bieten lassen. Die Schule, auf der Spätberufene das Abitur nachholen, muss in Augsburg bleiben, weil sie unverzichtbar ist für das Bildungsangebot dieser Stadt. Von den 586 Schülern kommen 300 aus Augsburg. 36 Prozent der Schüler stammen aus Zuwandererfamilien. Das ist sehr beachtlich in einer Stadt, die mit mehr als 40 Prozent zu den deutschen Großstädten mit dem höchsten Migrantenanteil zählt.

In Augsburg besteht größter Bedarf an dieser Bildungseinrichtung. Das Bayernkolleg nach Marktoberdorf zu verlegen, nur weil es dort freie Gebäudekapazitäten gibt, wäre eine Entscheidung gegen relevante bildungspolitische Bedürfnisse der drittgrößten bayerischen Stadt. Augsburg braucht das Bayernkolleg dringender als Marktoberdorf. Die Qualifizierung junger Migranten gehört zu den größten Erfordernissen, soll die gesellschaftliche Schere nicht weiter auseinandergehen und eine Problemgruppe junger Verlierer weiter wachsen. Wird diese Entwicklung nicht gebremst, wäre es eine schwere Belastung für die Zukunft dieser Stadt.

Die Wirtschaft in der Region ist auf gut ausgebildeten Nachwuchs auch aus den Reihen der Zuwanderer dringend angewiesen. Es geht aber nicht nur um Migranten, obwohl dieses Thema gerade in Augsburg so wichtig ist. Viele Menschen konnten in der Erfolgseinrichtung Bayernkolleg eine späte Chance nutzen – zu ihrem eigenen Wohl und zum Nutzen der Stadt.

Die Politik in Augsburg und der Region muss in München für den Erhalt dieser Schule kämpfen. Diese ist ein Standortvorteil. Die Umzugspläne des Kultusministeriums dürfen nicht Wirklichkeit werden.

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