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Augsburg

26.10.2020

Die Stadt Augsburg sagt den Christkindlesmarkt wegen Corona ab

Der Christkindlesmarkt in Augsburg fällt im Jahr 2020 aus. Grund ist die immer größere Zahl an Corona-Neuinfektionen.
Bild: Silvio Wyszengrad (Archiv)

Plus Es mag für viele Menschen eine betrübliche Nachricht sein: Der Weihnachtsmarkt in Augsburg fällt 2020 aus. Auch die Weltleitmesse Grindtec muss wohl abgesagt werden.

Weiterhin steigende Corona-Infektionszahlen im Stadtgebiet, die Ansteckungsgefahr in Augsburg wächst. Da bleibt kein Platz für Großveranstaltungen. Am Montag hat die Stadt Augsburg den Christkindlesmarkt offiziell abgesagt. Die Enttäuschung unter den Schaustellern ist groß. Ebenfalls vor dem Aus steht die Fachmesse Grindtec, die Mitte November im Messezentrum hätte stattfinden sollen. Dass die Großveranstaltung noch zu retten ist, gilt als nahezu ausgeschlossen. Die Absage der Grindtec, deren Aussteller das komplette Messegelände belegt hätten, hat aus lokaler Sicht mit Blick auf Corona zumindest einen positiven Nebeneffekt: Das Corona-Testzentrum in der Halle 3a kann bis auf Weiteres bleiben. Ansonsten hätte in diesen Tagen ein Umzug nach Haunstetten angestanden.

Das Aus für beide Großveranstaltungen kommt nach der Entwicklung der Corona-Fälle in Augsburg nicht mehr überraschend. Am Montag stieg der Sieben-Tage-Wert erstmals auf über 200 an, innerhalb von sieben Tagen wurden 205,4 neue Infektionen pro 100.000 Einwohner gezählt. Dass die Absage nun zu Beginn dieser Woche bekanntgegeben werden muss, hängt auch mit zeitlichen Vorläufen zusammen. Der Augsburger Christkindlesmarkt sollte zwar erst am Montag, 23. November, planmäßig starten. Die Aufbauten der Holzhütten hätten allerdings bereits in diesen Tagen beginnen müssen.


Auch bei der Fachmesse Grindtec, die für die Branche der Schleiftechnik als wichtigste Veranstaltung im Jahr eingestuft wird, geht es unabhängig vom Corona-Infektionsgeschehen um eine zeitliche Terminierung der Aufbauarbeiten. Aus früheren Messen ist bekannt, dass die Aussteller extrem große Maschinen in den Messehallen aufstellen. Auch dieser Aufbau hätte jetzt in der letzten Oktoberwoche starten müssen, damit die Grindtec vom 10. bis 13. November hätte stattfinden können.

Christkindlesmarkt: Viele Gespräche mit den Händlern

Verantwortliche der Stadt hatten mit Vertretern der Schausteller und Marktkaufleute zuletzt einige Gespräche geführt, ob es für den Christkindlesmarkt eine Chance gibt. Dies bestätigt Manuela Müller-Manz, die Vorsitzende der Marktkaufleute. Das Aus sei für viele Händler "eine Katastrophe". Die Auflagen in den zurückliegenden Monaten wegen Corona hatten bereits zu einer Vielzahl an Absagen geführt. "Der Christkindlesmarkt war daher für uns die letzte Hoffnung", sagt Manuela Müller-Manz. Betrüblich sei die Situation zudem für diejenigen Händler, die bereits ihre Waren bestellt hätten. Dass die Absage des Christkindlesmarktes für viele Händler existenzbedrohend sei, wisse sie aus den Gesprächen mit Kollegen. Die Einnahmen aus dem Christkindlesmarkt dienten in früheren Jahren dazu, um die Monate von Januar bis März einigermaßen finanziell zu überbrücken.

Man habe sich in den zurückliegenden Wochen gemeinsam um Konzepte bemüht, wie ein Christkindlesmarkt mit Auflagen hätte stattfinden können: "Und es waren gute Konzepte." Dazu gehörte unter anderem eine Entzerrung der Großveranstaltung, die sich nicht mehr allein auf den Rathausplatz konzentrieren sollte. Glühweinstände wären an andere Standorte ausgewichen. Diese Planungen können nun zurück in die Schublade. Ein ganz kleines Hintertürchen gebe es vielleicht, sagt Manuela Müller-Manz: "Sollten die Corona-Zahlen in Augsburg deutlich zurückgehen, wäre eine Art Mini-Christkindlesmarkt vorstellbar." So ganz wolle sie daher die Hoffnung nicht aufgeben. Die Vorsitzende der Marktkaufleute bringt jedoch Verständnis für die jetzige Entscheidung der Stadt auf. Dass Augsburg womöglich vor einem zweiten Lockdown stehe, sei offenkundig.

Die Messe Grindtec muss aufgrund der Corona-Situation voraussichtlich abgesagt werden.
Bild: Ulrich Wagner (Archivfoto)

Nach Informationen unserer Redaktion steht eine Entscheidung über die Absage der Grindtec ebenfalls bevor. Am Montag liefen weitere Abstimmungsgespräche. Offenbar ist die Haftungsfrage ein zentrales Thema dieser Beratungen. Ausrichter der Fachmesse ist die Firma Afag Messen und Ausstellungen GmbH.

Stau vor dem Corona-Testzentrum am Messegelände

Das Messegelände spielt gegenwärtig wegen der Corona-Pandemie eine wichtige Rolle. In der Halle 3a befindet sich das Testzentrum. Bis zu 900 Tests werden hier täglich ermöglicht. Betreiber ist der Notfall-Rettungsnotdienst Bäuerle-Ambulanz. Personen, die sich testen lassen wollen, sollen sich allerdings zuvor online anmelden, lautet die Bitte. Am Montagmittag war das Verkehrsgeschehen vor der hinteren Einfahrt der Messe teils chaotisch. Die Polizei wies darauf hin, dass offenbar viele Autofahrer kurzfristig ohne vorherigen Termin das Gelände angesteuert hatten.

Rund um das Corona-Testzentrum an der Messe in Augsburg mussten Autofahrer mit Stau und Verzögerungen rechnen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Wer ohne Termin gekommen war, hatte allerdings schlechte Karten. Tobias Hock von Bäuerle-Ambulanz sagte auf Anfrage, dass erst wieder ab Donnerstag Termine buchbar seien. Nach seinen Worten wäre eine Ausweitung der Testkapazität möglich. "Auch in der Halle 3a könnte die Kapazität aufgestockt werden", so Hock. In welcher Größenordnung dies geschehen könnte, ließ Hock offen. Bäuerle Ambulanz sei dafür vorbereitet.

Über den Standort des Testzentrums war in den zurückliegenden Tagen diskutiert worden. Die Stadt hat das frühere Depot des Abfallwirtschaftsbetriebs in der Isarstraße in Haunstetten als Ersatzlösung präsentiert. Die Verkehrsanbindung ist allerdings deutlich schlechter als an der Messe.

Alle Neuigkeiten zum Coronavirus in Augsburg lesen Sie in unserem News-Blog.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Christkindlesmarkt: An der Absage führt kein Weg vorbei

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27.10.2020

@RICHARD M.
Dieser Wert sagt überhaupt nichts aus, wie ansteckend das Virus ist. Beim PCR-Test wird nur angegeben: Ja oder nein.
Maßgeblich für die Weitergabe des Virus ist der sogenannte Ct-Wert (cycle-threshold-Wert), je niedriger, umso ansteckender.
Dieser Wert könnte auch aus dem PCR-Test ausgelesen werden. Bei Schnelltest ist dies eigentlich so konzipiert
Führende Wissenschaftler weltweit haben nämlich angegeben, das ein Wert zwischen Ct 35-30 noch nicht ansteckende ist. Das bedeutet, dass ca. 80% (!) bei einem Wert von Ct 35 nicht ansteckend sind, da die Viruslast zu gering ist, um das Virus weitergeben zu können.
Es wird dabei auch hingewiesen, dass man diese positiv getesteten Personen dann nach wenigen Tage nochmals testet, um sicherzugehen, dass der Wert nicht ansteigt. Nach dieser Methode könnte man sehr viel Einschränkungen verhindern und hätte weitaus aussagekräftigere Werte.
Eigentlich unverständlich, dass man jetzt in der Politik nicht darauf eingeht, da ja zu Beginn dieser Pandemie jede Aussage von den Virologen/Epidemiologen sofort von der Politik übernommen wurde. Spielt man hier mit der Angst der Bevölkerung, um die angeordneten Maßnahmen, unter Zuhilfenahme von Kontrollen und Bußgelder, durchführen zu können?

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27.10.2020

"Dieser Wert könnte auch aus dem PCR-Test ausgelesen werden."

Wenn ich es als Laie richtig verstanden habe, wird der CT-Wert im Labor ausgelesen, allerdings nicht grundsätzlich an die Gesundheitsämter weitergeleitet.
Lesen sie selbst unter dem Thema: 'Wie zuverlässig sind die Corona Zahlen'

"https://www.mdr.de/wissen/covid-corona-zahlen-statistik-glauben-100.html#sprung5"

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27.10.2020



Mal eine Frage. Ist jemand nur infektiös der Krankheitserscheinigungen hat?
Kann man nachweisen, ob jemand genügend Viren hat und diese weiter zu verbreiten zu können oder er aktuell 20 Viren zu wenig hat?
Wer verbreitet den Virus mehr? Der dem nichts fehlt oder der mit Fieber im Bett liegt?

Wer sind den die führende Virologen? Wie wird man ein führender Virologe?

Zum Thema Eigenverantwortzung. War am Wochenende an einem Ausflugsziel. Was man durchaus kritisieren darf, da daheim bleiben nur 100%ig ist.
Habe dort freiwillig im Freien die Maske aufgesetzt, weil es teilweise eng wurde und ich das Risiko meine Mitmenschen anzustecken, falls ich Corona ohne Syntome hätte, zumindest minimieren will.
2/3 hat es nicht gemacht, weil es ja nicht vorgeschrieben war oder generell das lächerlich findet.
@Hans M. @ Valentin S.
Dann was ist Eigenverantwortung? Nur für sich (eigen) oder auch für andere? Kann man als Laie in der aktuellen Zeit das Risiko in Situationen (z.B. Luftzirkulation) genau abschätzen.
Ich denke eher nein. Aber ich bin ja ein Schläfer ohne Eigenverantwortung.

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27.10.2020

Infektiös ist der, welcher eine genügend hohe Virenlast hat, eben durch den Ct-Wert zu erkennen. Kann jedes Labor!
Wenn man nicht weiß, was Eigenverantwortung ist, kann man diese auch nicht praktizieren.
Allerdings wird eben diese Eigenverantwortung immer mehr durch die Politik zurückgedrängt, da man Verordnungen, Erlasse und Regeln aufstellt und diese mit Androhungen von Kontrollen und Bußgeldern durchsetzt. Dann herrscht die Meinung, dass die Politik ja alles regelt. Gibts keine Regeln, könne man alles machen.
Man braucht sich eigentlich nur den § 1 der StVO durchlesen und die Worte Verkehr und Straßenverkehr wegdenken, dann hat man ein gutes Beispiel, was Eigenverantwortung im Alltag wäre.

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27.10.2020

Zum Thema Ct-Wert
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/10/22/ct-wert-als-mass-fuer-die-infektiositaet
Es wird allgemeien vermutet, dass über einen Wert von 35 die Infektionsgefahr gering ist. Aber eben auch nicht ausgeschlossen. Zudem kann der Wert leicht verfälscht sein. Sie haben oben auch geschrieben, dass vermutlich 80 % nicht ansteckend seien bei einem Wert von 35. Was ist mit den restlichen 20 %?
Was in meinen Augen unverständlich ist, dass Personen in Quarantäne bleiben müssen, obwohl sie zwei negative Test hatten.

MIt der Eigenverantwortung gebe ich Ihnen teilweise Recht. Zum Vergleich mit § 1 StVO ist nur zu sagen, dass dies bereits im Straßenverkehr überhaupt nicht klappt. Rücksichtnahme gibt es bei einigen überhaupt nicht. Nach dem Motto, wer sich nicht das "sein Recht" rausnimmt ist ein Loser. Da kann die Politik nur die schlimmsten Ausmaße mit Regelungen bekämpfen.

Zu den Zahlen kann man aber ganz sicher durchaus etwas ablesen. Egal ob der Virus in einem Fall infektiös, wenig infektiös oder gar nicht infektiös ist. Er breitet sich sehr rasant aus.

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27.10.2020

Ich halte allgemein jetzt diese Zahl von 50/100.000 pro Woche als zu niedrig angegeben. Diese Fallzahl war am Anfang der Pandemie März/ April durchaus relevant, da damals nur solche Personen getestet wurden, welche sich mit Krankheitserscheinungen beim Arzt meldeten und dadurch getestet wurden. Die Tests waren damals limitiert. Heute werden wöchentlich weitaus mehr al 1 Mio. Leute getestet. Darunter ist die große Mehrzahl der positiv Getesteten mit keinen oder nur geringen Beschwerden und sind meist auch nicht mit der nötigen Anzahl von Viren befallen, um diese weitergeben zu können. Führende Virologen habe schon seit längerem darauf hingewiesen, diese Fallzahlen zu korrigieren bzw. andere ,aussagekräftiger Zahlen zu benutzen. Man hat das Gefühl man "spielt" mit der Angst der Bevölkerung um Maßnahmen durchsetzen zu können, die man so vielleicht gar nicht bräuchte. Die Eigenverantwortung wird dadurch weiter abgebaut, da man all diese Maßnahmen gleichzeitig mit strengen Kontrollen und Bußgeldern durchsetzt.

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27.10.2020

Da haben Sie Recht. Aber erzählen Sie das mal der schlafenden Mehrheit.

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27.10.2020

"Ich halte allgemein jetzt diese Zahl von 50/100.000 pro Woche als zu niedrig angegeben."

Die steigenden Infektionszahlen zeigen doch deutlich auf, dass eine Zahl von 50/100.000 pro 7 Tage nicht zu niedrig, sondern zu hoch angesetzt ist. Es braucht allerdings eine wesentlich bessere Kommunikation für schärfere Maßnahmen.
SPD Politiker Lauterbach sowie Virologe Dorsten haben eindringlich gewarnt.
Fakt ist allerdings, dass wir wieder vor einem Lockdown stehen und das ist für die Gesellschaft und Wirtschaft eindeutig schwieriger.

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