1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Die bunten Klaviere stehen wieder in der Stadt

Augsburg

07.09.2019

Die bunten Klaviere stehen wieder in der Stadt

Nathanael Schaeffer aus Kanada gibt am Freitag ein kleines Konzert auf dem Fuggerplatz. Dort steht ein knallig pinkfarbenes Klavier.
Bild: Leonie Küthmann

Bei „Play me, I’m Yours“ dürfen die Bürger bis 29. September in die Tasten greifen. Insgesamt gibt es elf Standorte. Die ersten Musiker geben bereits Spontan-Konzerte.

Man kann sie wieder hören. Die leisen oder auch lauteren Töne der im Stadtgebiet aufgestellten Straßenklaviere, die sich in den Lärm der Großstadt mischen. Die Klaviere gehören zu dem Kulturprojekt „Play Me, I’m Yours“, das jetzt zum dritten Mal in Augsburg stattfindet. 2017 kam die ursprünglich von dem englischen Künstler Luke Jerram ins Leben gerufene Aktion erstmalig nach Augsburg.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

In diesem Jahr stehen die Instrumente bis 29. September auf der Straße, auf Plätzen und in der Fußgängerzone. Standorte sind der Fuggerplatz, der Stadtmarkt, die Bäckergasse in der Altstadt, der Königsplatz, der Rathausplatz, der Holbeinplatz, der Zwölf-Apostel-Platz in Hochzoll, die Neuburger Straße in Lechhausen, die Herz-Jesu-Kirche in Pfersee, der Helmut-Haller Platz in Oberhausen und zuletzt der Campus der Handwerkskammer im Stadtteil Spickel.

Alle Klaviere in Augsburg wurden individuell gestaltet

Jedes Instrument ist individuell gestaltet. Beispielsweise wurde das Klavier am Augustusbrunnen vor dem Rathaus mit Treibholz aus dem Lech ausgestattet. Das Klavier hat ein Team des Projektbüros Unesco-Weltkulturerbe verziert, um auf das historische Wassersystem der Stadt hinzuweisen. Sofort ins Auge sticht auch das pinkfarbene Piano am Fuggerplatz. Der Entwurf stammt von einem Team einer Werbeagentur.

Streetpianos0026.jpg
26 Bilder
Klaviere in der Stadt: Hinsetzen und spielen
Bild: Michael Hochgemuth

Hinter den Freiwilligen, die sich schon zu Jahresbeginn als Klaviergestalter bewerben mussten, steht der Veranstalter Augsburg Marketing. Als Schirmherrin der Aktion saß auch die zweite Bürgermeisterin Eva Weber in der Jury. Ziel ist es, den öffentlichen Raum zu stärken, und Augsburg mithilfe der verbindenden Kraft der Musik als vielfältige und offene Stadt erlebbar zu machen. Zudem soll den Bürgern die Möglichkeit gegeben werden, einmal vom hektischen Alltag abzuschalten und selbst zu spielen oder auch nur dem Spiel anderer zu lauschen, betonen der Veranstalter.

Klavier in Augsburg: Beethoven am Fuggerplatz

Seit Freitag stehen die Klaviere in der Stadt und locken bereits Spieler und Zuhörer an. Dietmar Volz-Barth improvisiert am Fuggerplatz. Der Lehrer für Eurythmie ist begeistert vom Konzept. Man brauche aber viel Mut, um in der Öffentlichkeit zu spielen. Auch die 19-jährige Anastasiya Chetverikova, die bereits mit fünf Jahren das Klavierspielen erlernte, ist von der Aktion angetan und nutzt die Möglichkeit, um Beethovens „Für Elise“ und ein Stück aus James Camerons Film „Titanic“ zu spielen. Ihr gefällt besonders, dass die Kampagne versteckte Talente ans Licht bringt. „Ich bin überrascht, wie viele Leute Klavier spielen können“, sagt sie. Nathanael Schaeffer, ein Musiker aus Kanada, war bereits im Vorjahr in Augsburg und spielte auf den öffentlichen Klavieren. Unter anderem deshalb ist er wieder nach Europa – und in die Stadt – gekommen.

Bespielt werden können die Klaviere täglich bis 21 Uhr. Ehrenamtliche Paten sperren die Klaviere ab und decken sie bei Regen zu.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren