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Augsburg

19.04.2015

Flüchtlingsdrama im Mittelmeer: Mahnwache bis tief in die Nacht

In Augsburg gibt es eine Mahnwache für die gestorbenen Flüchtlinge im Mittelmeer.
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In Augsburg gibt es eine Mahnwache für die gestorbenen Flüchtlinge im Mittelmeer.

Nach dem neuen Flüchtlingsdrama im Mittelmeer mit bis zu 700 Toten wurde eine eh geplante Mahnwache in Augsburg verlängert. Die Teilnehmer wollen bis um 4 Uhr nachts ausharren.

Die Initiative „Colorful Augsburg“, die sich für ein friedliches interkulturelles Leben in Augsburg einsetzt, erinnert mit einer Mahnwache auf dem Rathausplatz an die Flüchtlingsdramen, die sich auf dem Mittelmeer abspielen. Ursprünglich wollten sie 400 Minuten lang an 400 Menschen erinnern, die bei einem Schiffsunglück vor der libyschen Küste gestorben sind.

Doch dann kam am Sonntagmittag die Meldung über weitere bis zu 700 Tote bei einem erneuten Unglück auf dem Meer. Die Teilnehmer der Mahnwache entschieden sich spontan dafür, ihren Protest deshalb auf 1100 Minuten auszudehnen. Sie kündigten gestern Nachmittag an, bis 4 Uhr nachts auf dem Rathausplatz ausharren zu wollen.

Am Samstag gab es Protest gegen TTIP

Bereits am Samstag gab es auf dem Rathausplatz Protest gegen das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA. Die Aktion in Augsburg war Teil eines europaweiten Aktionstags. In München gingen fast 20000 Freihandels-Kritiker auf die Straße, auch in Nürnberg und Regensburg gab es Demonstrationen.

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Der Protest richtete sich am Samstag vor allem gegen die negativen Folgen, welche die Gegner des Abkommens für die Landwirtschaft und die Ernährung befürchten. Deshalb waren auch mehrere Landwirte mit Traktoren bei der Protestaktion dabei. Die Traktoren fuhren bei dem Protestzug vom Dom zum Rathausplatz mit. Die Initiatoren – darunter das globalisierungskritische Netzwerk Attac, Greenpeace und der Bund Naturschutz – gaben an, sie befürchteten durch Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada eine weitere Industrialisierung der Landwirtschaft und eine Aufweichung der Zulassungsverfahren von gentechnisch veränderten Lebensmitteln.

Rund 650 Demonstranten zogen am Samstag vom Dom zum Rathausplatz: Sie kritisierten das Freihandelsabkommen TTIP.
Bild: Anne Wall

Regional wirtschaftende Biobauern hätten dann das Nachsehen. Lobbyisten der Chemie- und Pharmaindustrie forderten bei den aktuellen Verhandlungen weniger strenge Auflagen für umweltschädigende Substanzen, warnte Stephan Kreppold von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft.

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