1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Gericht verurteilt den Blumenmaler zu Bewährungsstrafe

Augsburgblume

19.09.2012

Gericht verurteilt den Blumenmaler zu Bewährungsstrafe

Blumenmaler.jpg
3 Bilder
Das Augsburger Amtsgericht hat den Schöpfer der "Augsburgblume" wegen Sachbeschädigung in mehreren hundert Fällen zu zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Danach gab der Blumenmaler bereitwillig Interviews.
Bild: Jörg Heinzle

Das Augsburger Amtsgericht hat den Schöpfer der "Augsburgblume" wegen Sachbeschädigung in mehreren hundert Fällen zu zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 25-Jährige von Herbst 2010 bis Frühjahr 2012 hunderte Stromkästen, Häuser, Garagentore, Automaten und Wände in Augsburg mit Blumen bemalt hatte. Die Werke wurden als sogenannte „Augsburgblumen“ bekannt. Der 25-Jährige erklärt die Wahl des Motivs so: "Ich habe schon als Kind Blumen geliebt." Er will Kunst studieren.

So denken die Augsburger über die AugsburgblumeDer Angeklagte, der nach seiner Festnahme im Frühjahr lange gegenüber den Ermittlern geschwiegen hatte, legte zu Prozessbeginn am Mittwochmorgen ein volles Geständnis ab. Er habe die Blumen als "nette Geste" verstanden, so der Angeklagte. Gedanken darüber, ob die betroffenen Hausbesitzer seine Malereien haben wollen, habe er sich nicht gemacht. "Ich wollte die Welt ein bisschen schöner machen."

Augsburgblume: "Ich habe großen Mist gebaut"

Weil er vorbestraft war und bereits unter offener Bewährung stand, drohte ihm für die Sachbeschädigungen eine Freiheitsstrafe.  Dass er nun ein Geständnis ablegte und dem Gericht damit eine umfangreiche Beweisaufnahme ersparte, wertete das Gericht jedoch noch einmal als strafmildernd. Zudem zeigte sich der Beschuldigte in seinem letzten Wort reuevoll. "Ich weiß, dass ich großen Mist gebaut habe. Es tut mir leid", sagte er.

Die Staatsanwaltschaft hatte in der nur eineinhalb Stunden dauernden Verhandlung eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten für den 25-Jährigen gefordert. Verteidiger Marco Müller plädierte für zehn Monate auf Bewährung.

Die Entscheidung des Amtsgerichts fiel ähnlich aus: Zehn Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung, verhängte Richter Michael Nißl. Dazu muss der Arbeiter 12.000 Euro Geldstrafe - 400 Tagessätze zu 30 Euro - bezahlen und Sozialstunden ableisten.

Richter Nißl machte dem Angeklagten klar, dass diese Bewährungsstrafe wirklich seine letzte Chance sei. "Wenn Sie noch einmal straffällig werden, sieht Ihre Zukunft weder rosig noch blumig aus", sagte er wörtlich.  

Blume1.jpg
23 Bilder
Die Augsburgblumen
Bild: trooyst.blogspot.de

Die Augsburgblume ist in Augsburg umstritten. In der Stadtverwaltung liebäugelte man zwischenzeitlich damit, mit dem Motiv für die Stadt zu werben – was bei der Justiz für großes Kopfschütteln sorgte. Dann machte die Stadt eine Kehrtwende und kündigte an, alle Malereien „rückhaltlos zur Anzeige zu bringen“ und Schadenersatz einzuklagen.

Anhänger hat die Blume allerdings nach wie vor. T-Shirts mit dem Motiv werden verkauft, es gibt  Blumen-Anstecker und eine Facebook-Seite der Blume hat aktuell 2431 Fans.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20Augsburg__(184)Kopieren.tif

Allerletzte Chance für Blumenmaler

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen