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Uni-Klinik

19.12.2018

Horst Seehofer wird Augsburger Ehrenbürger

Horst Seehofer hatte Augsburg im Jahr 2009 die Uniklinik versprochen. Dafür wurde er nun zum Ehrenbürger der Stadt ernannt.
Bild: Stefan Puchner, dpa (Archiv)

Exklusiv Die Stadt Augsburg würdigt den Ex-Ministerpräsidenten. Hintergrund ist die Entscheidung für die Uni-Klinik. Begonnen hatte das Projekt mit einem legendären Satz.

Horst Seehofer soll Ehrenbürger der Stadt Augsburg werden. Nach Informationen der Augsburger Allgemeinen wird der Stadtrat am Donnerstag in nichtöffentlicher Sitzung über die Verleihung der Ehrenbürgerwürde entscheiden. Eine Mehrheit gilt als sicher.

Auf Initiative von Oberbürgermeister Kurt Gribl hat der Ältestenrat des Stadtrats am Mittwoch der Verleihung zugestimmt. Hintergrund der Ehrung ist der Einsatz des ehemaligen bayerischen Regierungschefs für die Umwandlung des kommunalen Zentralklinikums Augsburg in eine Uni-Klinik. Seehofer habe sich in einem weit über das an den Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern zu stellende übliche Maß hinaus Verdienste um die Stadt Augsburg erworben, hieß es.

"Die Uni-Klinik kommt!!!" - Mit diesem Satz schrieb Seehofer in Augsburg Stadtgeschichte

Der aktuelle Bundesinnenminister, der noch bis zum 19. Januar auch CSU-Chef ist, hatte am 16. Februar 2009 den schon legendären Satz in das Goldene Buch der Stadt Augsburg geschrieben : „Die Uni-Klinik kommt!!!“. In der Folge trug Seehofer immer wieder dazu bei, Widerstände gegen das Projekt in den Münchner Ministerien und bei Landtagsabgeordneten aus verschiedenen Landesteilen außerhalb Schwabens zu überwinden. Auch an den fünf bestehenden bayerischen Uni-Kliniken bestand die Sorge, dass staatliche Zuschüsse in die neue Uni-Klinik am Lech und die Medizinische Fakultät an der Universität Augsburg umgeleitet werden.

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Im Jahr 2009 versprach Seehofer der Region: „Die Uniklinik kommt!!!“
Bild: Silvio Wyszengrad (Archiv)

Das mehrfach als „Jahrhundert-Projekt“ bezeichnete Vorhaben soll gewaltige wirtschaftliche Effekte für den Großraum Augsburg entwickeln. Nach einer Studie, die die IHK, die Stadt und die angrenzenden Landkreise Anfang des Jahres in Auftrag gegeben hatten, sollen im Umfeld der Universitäts-Klinik etwa 6500 Arbeitsplätze dauerhaft entstehen. Das Wertschöpfungspotenzial wird auf etwa 400 Millionen Euro jährlich geschätzt.

Keiner von Horst Seehofers Vorgängern wollte sich für die Augsburger Uni-Klinik einsetzen

Nach dem Endausbau der Medizinischen Fakultät werden in Augsburg etwa 1500 junge Menschen den Studiengang Humanmedizin belegen und zu Ärzten ausgebildet. Sie werden von bis 100 Professoren und 400 wissenschaftlichen Mitarbeitern betreut.

Politiker aus der Region hatten sich jahrzehntelang vergeblich bei der Staatsregierung in München für eine Umwandlung des Zentralklinikums in eine Universitäts-Klinik eingesetzt. Seehofers Vorgänger im Ministerpräsidentenamt – Franz Josef Strauß, Max Streibl, Edmund Stoiber und Günther Beckstein (alle CSU) – hatten sich jedoch nicht für das Augsburger Anliegen engagieren wollen.

Stattdessen schrieb das 1982 als kommunales Krankenhaus der höchsten Versorgungsstufe gegründete Klinikum regelmäßig rote Zahlen, die die Stadt und der Landkreis Augsburg als Träger ausgleichen mussten. Ab 1. Januar 2019 ist nun der Freistaat Bayern verantwortlich. Landkreis und Stadt müssen laut Übernahmevereinbarung allerdings die Altschulden des Klinikums weiter abtragen. Diese liegen bei rund 100 Millionen Euro.

Der Landkreis hatte Seehofers Verdienste um die Errichtung der Uni-Klinik bereits im Februar 2018 gewürdigt. Er erhielt die höchst mögliche Auszeichnung: den Ehrenring mit Brillant.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Nicole Prestle: So zeigt sich Gribls Dank an Seehofer

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20.12.2018

Schon eigenartig und befremdend wie sich Politiker gegenseitig dekorieren bzw. auszeichnen für ihre Verdienste am Volk. Eigentlich müsste die Initiative für eine "Ehrung" eben von diesem Volk ausgehen, wenn sie schon von ihm gewählt wurden und sich zu derem Wohle abgerackert und verausgabt haben. Anscheinend ist aber hier wenig bis gar nichts zu erwarten, keine Resonaz. Somit ist klar, wenn es sonst keiner tut, muss man das selbst (oder die engsten Freunde) in die Hand nehmen.

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