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30.01.2014

„Ich bin vielen nicht jüdisch genug“

Miriam Friedmann setzt sich für einen entspannteren Umgang mit jüdischen Mitbürgern ein – und für eine Gedenkstätte, die an die Opfer der Nationalsozialisten erinnert. Dass die Stadt bis heute kein entsprechendes Zeichen gesetzt hat, kann die 72-Jährige nicht nachvollziehen.
Foto: Anne Wall

Miriam Friedmann setzt sich dafür ein, dass Juden und Deutsche wieder unbeschwert miteinander umgehen. Ihr großes Anliegen ist es, in Augsburg einen Ort zu schaffen, an dem an die NS-Opfer erinnert wird

Miriam Friedmann ist etwa ein Jahr alt und in den USA, als sich ihre Großeltern in Augsburg das Leben nehmen. Es ist der 7. März 1943. Am nächsten Tag sollen Selma und Ludwig Friedmann deportiert werden, eine Zwangsenteignung und die Umsiedlung in ein Judenhaus haben die Augsburger Textilunternehmer bereits erleben müssen. Ihr Suizid, den sie gemeinsam mit vier anderen jüdischen Paaren begehen, ist ein Akt der Verzweiflung. Einer, der ihnen ihre Würde bewahrt. Er ist auch ein Protest gegen das Regime der Nationalsozialisten.

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