1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. In Augsburg gibt es so viele Pendler wie noch nie

Region Augsburg

21.10.2019

In Augsburg gibt es so viele Pendler wie noch nie

Die Zahl der Pendler in der Region steigt seit Jahren (hier ein Bild vom Fugger-Express am Augsburger Hauptbahnhof). 2018 gab es einen neuen Höchststand bei den Pendlerbewegungen.
Bild: Silvio Wyszengrad (Archiv)

Fast 125.000 Menschen fahren täglich zum Arbeiten aus Augsburg heraus oder kommen in die Stadt. Die Bau-Gewerkschaft sieht eine Ursache: zu wenig Wohnungen.

Die Zahl der Berufspendler hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. 2018 kamen 74.800 Menschen zum Arbeiten regelmäßig von außerhalb in die Stadt – das sind sechs Prozent mehr als im Jahr 2014. Der Löwenanteil der Einpendler kommt aus dem Landkreis Augsburg (36.200), gefolgt von Aichach-Friedberg (13.700). Aus den Landkreisen Dillingen, Donau-Ries und der Stadt München kommen jeweils um die 2000 Arbeitnehmer.

Pendler in Augsburg: Viele pendeln ins Umland

Noch auffälliger ist aber eine andere Zahl: Die Zahl der Augsburger, die ins Umland pendeln, ist mit 50.000 zwar deutlich niedriger, allerdings entwickelte sich diese Größe in den vergangenen Jahren steil nach oben. Zwischen 2014 und 2018 stieg die Zahl der Auspendler aus Augsburg um etwa 10.000. Die Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg sind nach wie vor die Hauptziele von Auspendlern aus Augsburg und auch ein Faktor für die aktuell steigenden Zahlen. Doch einen Teil der Augsburger Pendler zieht es auch weiter weg. Speziell München legte in den vergangenen Jahren zu. Rund 9200 Arbeitnehmer aus Augsburg fahren täglich nach München in die Arbeit.

Angesichts der Zahlen forderte die Gewerkschaft IG Bau zuletzt den Bau von mehr Wohnungen. Hauptursache für den Pendel-Boom sei der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in den Städten, wo auch besonders viele neue Jobs entstehen, so Bezirksvorsitzender Michael Jäger. Das habe zur Folge, dass viele Berufstätige in günstigere Lage ziehen – die Münchner nach Augsburg, die Augsburger ins Umland.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Inzwischen wohnt mehr als jeder zweite in Augsburg Arbeitende nicht mehr in der Stadt, wobei dieser Trend auch schon vor dem aktuellen Wohnungsmangel in Augsburg feststellbar war.

Die Folge seien jedenfalls Staus und volle Züge, so die IG Bau. Die öffentliche Hand müsse stärker in den Wohnungsbau in Ballungsräumen eingreifen, fordert Gewerkschafter Jäger. Andernfalls werde die Zahl der Pendler noch weiter steigen.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

21.10.2019

Könnte aber auch daran liegen, dass Augsburg alles andere als strukturstark ist. Kann man z. B. auch super an den Steuereinnahmen messen. Was wiederum ein klein wenig daran liegen könnte, dass die Förderung von Kommunen in Bayern halt doch immer noch sehr münchenlastig ist. Würde man auch nur im Ansatz so einen (finanziellen) Aufwand für Augsburg fahren, wie für München, sähe es auch dort viel besser aus. Das Problem löst man aber nicht mit mehr Wohnungen in München. Und dass das gerade die Patentlösung des Baugewerbes ist... Naja, wenig überraschend.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren