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Augsburg

14.11.2018

In Augsburg häuften sich zuletzt die Überfälle auf Frauen

Laut Polizei bräuchten Frauen trotz weniger Vorfälle keine Angst haben, alleine durch Augsburg zu gehen.
Bild: Zoepf (Symbolbild)

Plus Nach dem Angriff auf eine 22 Jahre alte Frau am Klinkerberg prüft die Polizei nun eine Verbindung zu einem weiteren Vorfall.

Es ist der Albtraum einer jeden Frau: von einem Sextäter überfallen zu werden. Die 22-Jährige, die am Samstagmorgen in einem Hof am Klinkerberg von einem Unbekannten gepackt wurde, konnte sich zum Glück erfolgreich wehren. Es ist einer von insgesamt vier Vorfällen in der Stadt in nur wenigen Wochen.

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„Es kann der Eindruck entstehen, dass solche Fälle derzeit massiver auftreten“, räumt Polizeisprecher Siegfried Hartmann auf Nachfrage ein. Trotzdem, betont er, bräuchten Frauen generell keine Angst zu haben, alleine durch Augsburg zu laufen. „Überfallartige Vergewaltigungen oder Versuche sind selten. In den meisten Fällen ging eine Täter-Opfer-Beziehung voran.“ Dennoch haben sich die Übergriffe auf Frauen in den vergangenen Wochen gehäuft.

Ende September attackierten zwei Männer nachts in Pfersee eine 37-Jährige. Die Frau war gegen 1.30 Uhr mit ihrem Hund im Schlösslepark Gassi. Die Täter drückten sie zu Boden, laut Polizei „in mutmaßlich sexueller Absicht“. Weil der Hund aber bellte, ließen sie von ihr ab. Die Angaben der Frau, die leicht verletzt wurde, waren vage. Demnach unterhielten sich beide Männer in einer für sie fremden Sprache. Einer soll zwischen 20 und 30 Jahre alt und 1,80 Meter groß gewesen sein. Er hatte demnach gelockte Haare und einen dunklen Teint. Ein afrikanischer Typ sei es aber nicht gewesen. Täterbeschreibungen sind für die Opfer freilich nicht einfach.

War der Mann der Frau gefolgt oder lauerte er ihr auf?

Oftmals stehen sie unter Schock. Manchmal erschwert die Dunkelheit eine Beschreibung zusätzlich. Wie wohl auch aktuell bei der 22-Jährigen, die am Samstagmorgen im Hof eines Anwesens am Klinkerberg überfallen wurde. Es war gegen 4.40 Uhr, als sie auf dem Weg nach Hause war. Ob der Täter ihr gefolgt war oder in dem Hof auflauerte, verrät Hartmann aus ermittlungstaktischen Gründen nicht. Man wolle kein Täterwissen preisgeben.

Dass ihre Beschreibung des Täters für ein Phantombild reichen könnte, daran glaubt der Polizeisprecher weniger. „Die Frau hat sich sicherlich auf das Abwehren konzentriert, was sie gut gemacht hat.“ Dennoch weiß man: der Mann ist etwa 1,85 Meter groß, circa 28 Jahre alt, schlank und dunkelhäutig. Er war dunkel gekleidet. Die Polizei prüft derzeit, ob dieser Fall mit einem ähnlichen Übergriff am 27. Oktober im Domviertel zusammenhängt. Dort war die Täterbeschreibung nämlich ähnlich.

An dem Samstag gegen 0.40 Uhr hatte ein Unbekannter einer 23 Jahre alten Studentin am Hohen Weg angeboten, sie nach Hause zu begleiten. Die junge Frau kam gerade von einer Party. Der Mann ließ sich nicht abwimmeln. An ihrer Wohnung wurde er zudringlich. Gegen ihren Willen begrapschte er sie massiv. Die Studentin wehrte sich heftig. Es gelang ihr, bei Anwohnern zu klingeln. Der Täter haute ab. Laut Beschreibung war er ein Schwarzafrikaner um die 25 Jahre alt mit einem schwarzen Kapuzenpulli, schwarzer Jeans und hellen Turnschuhen. Die Polizei schließt nicht aus, dass es sich um denselben Täter wie am Klinkerberg handeln könnte. „Die Beschreibung würde es hergeben.“ In beiden Fällen haben die Opfer offenbar gut reagiert. Wie auch die 19-Jährige Mitte Oktober.

In einem Hof eines Anwesens am Klinkerberg wurde eine Frau nachts angegriffen.
Bild: Silvio Wyszengrad (Archiv)

Polizei bietet Zivilcourage-Kurse an

Die Frau war morgens gegen 5.30 auf dem Weg zu ihrer Arbeitsstelle in der Innenstadt. In der Kapuzinergasse, die von der Maxstraße abzweigt, wurde sie von einem Mann bedrängt. Sie rief laut um Hilfe. Ein Passant wurde auf die Situation aufmerksam. Der Mann flüchtete, wurde aber später gefasst. Laut Polizei handelte es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen 19-jährigen Asylbewerber aus Gambia. „Diese Ballung an Übergriffen wirkt sich natürlich auf das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen aus“, meint Polizeisprecher Hartmann.

Generell könne es nicht schaden, als Frau einen seriösen Selbstverteidigungskurs oder einen Zivilcouragekurs, den die Polizei regelmäßig anbietet, zu besuchen. „Es ist auch gut, sein Umfeld im Blick und gegebenenfalls das Telefon griffbereit zu haben und die 110 zu wählen.“ In einer Notsituation könne es auch hilfreich sein, bei Anwohnern zu klingeln. Genau das hatte die Frau im Domviertel getan.

Der nächste Kurs findet im Präsidium Schwaben Nord, Gögginger Straße 43, am Mittwoch, 28. November, um 19 Uhr statt. Anmeldung unter 0821/323-3737 erforderlich.

Lesen Sie dazu auch: Diese Sexualstraftaten werden in Augsburg verübt

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Die Diskussion ist geschlossen.

21.11.2018

„Diese Ballung an Übergriffen wirkt sich natürlich auf das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen aus“, meint Polizeisprecher Hartmann. Dem Mann ist nicht mehr zu helfen!

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21.11.2018

Mein durchaus objektives Gefühl sagt mir, dass Frauen vor 3,4 Jahren noch keinen Selbstverteidigungskurs brauchten....

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15.11.2018

>> „Diese Ballung an Übergriffen wirkt sich natürlich auf das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen aus“ <<

Wenn Ballung, dann objektiv - wenn keine Ballung, dann subjektiv

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14.11.2018

Das bedeutet für unsere Damenwelt entweder Kampfausbildung oder am Abend zuhause bleiben ,. ein Land in dem wir gerne leben?

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