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Universität

12.09.2011

In Augsburg studiert man besonders günstig

Studenten an der Uni Augsburg zahlen jetzt 60 Euro weniger Studiengebühren pro Jahr. Ab Oktober sinken die Beiträge auf 450 Euro pro Semester. Das freut auch Mina Halimic (im Bild).
Bild: Anne Wall

Die Uni hat jetzt bayernweit mit die niedrigsten Studiengebühren. Ab Oktober sind es 450 Euro pro Semester. Aber Achtung: Viele Befreiungen von den Beiträgen fallen bald weg

Carmen Huber ist froh. Für ihr Studium an der Uni Augsburg muss sie jetzt nicht mehr so viel bezahlen wie bisher. Zum Wintersemester werden die Studiengebühren von 480 auf 450 Euro gesenkt. Damit bleiben einem Studenten – übers Jahr gerechnet – 60 Euro mehr im Geldbeutel übrig. Augsburg ist mit dieser Preissenkung zu einer der günstigsten Universitätsstädte in Bayern geworden.

Unipräsident Alois Loidl freut sich, dass mit dieser Regelung erst einmal Ruhe eingekehrt ist. Um die Studienbeiträge gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Diskussionen. Die Studierenden seien mit der neuen Regelung zufrieden, sagt Loidl. Das bestätigt Felix Senner von der Studentenvertretung. „Es war ein wichtiger Schritt, den wir nach jahrelangem Kampf geschafft haben.“ Auch wenn der eingesparte Betrag nicht allzu hoch ist, im persönlichen Budget eines Studenten macht er sich schon bemerkbar, findet Senner.

Zwar sind die Studiengebühren an der Uni nun bayernweit besonders günstig. Nur Bamberg verlangt den gleichen Beitrag, alle anderen Universitäten sind teurer. Dennoch wird das Studieren zum Schnäppchenpreis wohl keinen Ansturm auf Augsburg auslösen. „Bei der Entscheidung für einen Studienstandort innerhalb Bayerns spielt vor allem das Renommee der Hochschule eine große Rolle“, sagt Senner.

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Anders sieht es seiner Meinung nach aus, wenn Studienanfänger zwischen Bayern und anderen Bundesländern sowie dem benachbarten Ausland vergleichen. Für Studierende, die aufs Geld schauen müssen, seien Baden-Württemberg oder Österreich eine Alternative, um rund 1000 Euro pro Jahr zu sparen.

Eine niedrigere „Campus-Maut“ in Augsburg ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist, dass demnächst rund 300 bis 400 Studenten mehr Studiengebühren zahlen müssen. Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Befreiungen gab es bislang auch interne Regelungen an der Uni. Danach wurden die besten Studienbewerber und Absolventen ein Jahr lang nicht zur Kasse gebeten. Diese Befreiungen laufen zum Jahresende aus.

Hintergrund ist laut Loidl, dass die Universität nicht auf ihre bisherigen Einnahmen aus Studiengebühren verzichten kann, wenn sich das Angebot in der Lehre nicht wieder verschlechtern soll. Bisher zahlten rund 10000 Studenten insgesamt zehn Millionen Euro im Jahr. Das restliche Drittel war von der Campusmaut befreit.

Mit der Abschaffung der internen Befreiungen ändert sich dieses Verhältnis. Die Studiengebühren werden auf mehr Schultern verteilt. Eine Lösung, die Felix Senner gerechter findet. „Ein Normalstudent muss nicht mehr für die guten Kommilitonen mitbezahlen.“

Ausgleich über Stipendien

Ein Problem ist aus Sicht der Uni-spitze, dass mit dem günstigen Studienangebot für die Besten gezielt leistungsstarke Studenten nach Augsburg gelockt werden sollten. Dieser Anreiz fällt nun weg. Für die Gruppe der Besten habe aber teilweise ein Ausgleich geschaffen werden können, so Loidl. Sie haben die Möglichkeit, sich für das neue Deutschland-Stipendium zu bewerben. Knapp 70 Studierende werden schon über diesen Topf gefördert. Mittelfristig soll das Angebot noch weiter ausgebaut werden. „Die Besten haben auch die Chance, noch andere Stipendien zu erhalten“, sagt Loidl. "Meinung

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