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Kommentar: Bahnhofstunnel lohnt sich trotz Widrigkeiten

Kommentar

Bahnhofstunnel lohnt sich trotz Widrigkeiten

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    So sehen die Pläne für den neuen Hauptbahnhof aus.
    So sehen die Pläne für den neuen Hauptbahnhof aus.

    Es handelt sich noch um eine Spekulation, dass der Bahnhofstunnel 2023 fertig sein könnte, ohne dass er von einer Straßenbahn durchfahren werden kann. Auch wenn es momentan noch zu schaffen ist, spielt die Zeit aber gegen die Stadtwerke. Das ändert nichts daran, dass der Bahnhofstunnel trotz der Mehrkosten und Verzögerungen für Augsburg ein wichtiges und richtiges Projekt ist. Eine Großstadt, die auch in ihrem Umland Wachstum provoziert, braucht gute Verbindungen dorthin. Der nahtlose Übergang zwischen dem Regional- und dem Stadtverkehr erhöht den Komfort und macht es für Pendler aus dem Umland einfacher, aufs Auto zu verzichten. Das wird nötig sein, wenn Augsburg nicht vom Verkehr überrollt werden möchte.

    Stadt holen Fehler der Vergangenheit ein

    Nichtsdestotrotz holen die Stadt und die Stadtwerke nun Fehler der Vergangenheit ein. Beim Bahnhofstunnel schrieb man im Genehmigungsverfahren pro forma eine Trasse für den westlichen Gleisanschluss in den Antrag, von der klar war, dass sie ohne den Bau einer großen Autostraße nicht funktionieren würde. Nun hat man eine neue Variante gefunden (die geflügelte Lösung über Rosenau- und Hörbrotstraße), die noch nicht genehmigt ist. Gleichzeitig haben Stadtwerke und Stadt mit ihrem Vorgehen beim Bürgerbeteiligungsprozess und ihrem Umschwenken bei den Trassenvarianten bei den Bürgern einen Eindruck der Beliebigkeit hervorgerufen.

    Auch die Linie 5 bleibt ein lohnendes Projekt, aller Widrigkeiten zum Trotz. Es müssten Bäume gefällt, es müssten Kreuzungen umgebaut und die Bgm.-Ackermann-Straße abschnittsweise verbreitert werden. Es ist ein gigantischer Aufwand, der aber nicht nur darum nötig ist, um am Ende zwei Tramlinien durch den Bahnhofstunnel fahren lassen zu können.

    Die Uniklinik wird einmal 1500 Studenten haben und braucht eine leistungsfähigere Anbindung als die durch die Frauentorstraße zuckelnde Linie 2. Mit etwa 17 Minuten Fahrzeit wäre die Tramlinie 5 nicht schneller als die heutige Buslinie 32, aber pünktlicher. Das ließe sich auch mit Busspuren, die in Augsburg noch Exoten sind, bewerkstelligen. Doch die Tram ist leistungsfähiger, und auch den Platz für die Busspuren in der Ackermannstraße können die Stadtwerke nicht herbeizaubern. Angesichts des sich abzeichnenden Wachstums im Westen der Stadt ist die Linie 5 ein verfolgenswertes Projekt.

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