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Augsburg

23.01.2019

Kripo ruft bei Augsburger an und fragt, ob er noch lebt

Anton Steinböck erhielt einen Anruf von der Kripo.
Bild: T. Jordan

Die Polizei rekonstruiert das Gesicht eines Toten und zeigt es in der TV-Sendung Aktenzeichen XY. Danach erhält der Augsburger Anton Steinböck einen Anruf.

Wer einen Doppelgänger hat, kann leicht Opfer einer Verwechslung werden. Makaber und ein wenig unheimlich wird es, wenn der Doppelgänger schon tot ist. Anton Steinböck, stellvertretender Vorsitzender des Vereins der Augsburger Königstreuen, fuhr zunächst einmal gehörig der Schreck in die Glieder, als er einen Anruf der Erdinger Kriminalpolizei bekam. Der Grund: Nach der Januar-Sendung von „Aktenzeichen XY“ im ZDF wurde er von einem Zuschauer für einen Toten gehalten. Der unbekannte Tote ist im August des Jahres 2016 im Eglhartinger Forst im Kreis Ebersberg von einem Pilzsammler entdeckt worden. Die Kriminalpolizei hatte aufgrund des Zustandes des Schädels der skelettierten Leiche das Gesicht des Mannes rekonstruiert und verschiedene Fotos davon dann in der TV-Sendung präsentiert. In der Hoffnung, dass der Tote durch Hinweise von Zuschauern identifiziert werden kann.

Ein Zuschauer von Aktenzeichen XY glaubt, ihn zu erkennen

Unter den zehn Hinweisen, die nach der Sendung bei der Erdinger Kripo eingegangen sind, befand sich auch einer aus Augsburg. Der Zuschauer glaubte, auf dem Foto Anton Steinböck zu erkennen. Doch der 75-Jährige entpuppte sich bei den nun folgenden Nachforschungen der Polizei freilich als quicklebendig. Die Verwechslung nahm er nach einem ersten kleinen Schreck mit Humor: „Ich freue mich nach wie vor bester Gesundheit“, sagt er. Seiner Sekretärin sei allerdings fast der Telefonhörer aus der Hand gefallen, als der Kripobeamte fragte, ob er noch lebe.

Das Phantombild, das im Fernsehen gezeigt wurde.
Bild: Polizei

Der unbekannte etwa 70 bis 75 Jahre alte Mann ist wohl durch Suizid ums Leben gekommen. Möglicherweise lag die Leiche bereits seit Anfang des Jahres 2015 in dem Waldstück. Beim Skelett fand man ein Fahrrad und diverse andere Utensilien. Anhand des Schädels wurde das vermutliche Aussehen des Mannes rekonstruiert, verschiedene Phantomfotos mit und ohne Bart per Computer angefertigt.

Der Fall des Vermissten ist noch ungeklärt

Alle Bemühungen, den Unbekannten zu identifizieren, verliefen aber ohne Erfolg. So setzte die Kripo Erding jetzt ihre letzte Hoffnung auf die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“, die von bis zu 14 Millionen Zuschauern in Deutschland, Österreich und der Schweiz gesehen wird. Bislang gingen bei der Kripo in Erding zehn Hinweise ein. Dass der Tote nicht Anton Steinböck, stand durch das Telefonat des Kripobeamten schnell fest. Ein „vielversprechender“ Hinweis sei aber dabei, sagt ein Kriposprecher. Geklärt ist der Fall bislang jedoch nicht.

Das Phantomfoto, das den Unbekannten mit Schnauzbart zeigt, weist eine gewisse Ähnlichkeit mit Anton Steinböck auf. Der Kriposprecher sagt, der Hinweis sei nicht anonym gegeben worden. Das sei ein Indiz dafür, dass diese Mitteilung an die Polizei nicht in bösartiger Absicht erfolgt ist. Vermutlich hat sich der Hinweisgeber einfach nur getäuscht.

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