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Augsburg

09.01.2020

Lechhausen ist Teil beim Migrations-Projekt des Bundes

Zugehörigkeit muss laut IT-Unternehmer Ichak Türkmen gepflegt werden, um auch mit migrantischem Hintergrund Teil der Zivilgesellschaft zu sein und das Leben im eigenen Umfeld positiv zu beeinflussen.
Foto: Michael Hochgemuth

Die Aktionsgemeinschaft Lechhausen ist Teil des Bundesprojekts BePart. Es soll Migranten besser integrieren, sodass aus einem Nebeneinander ein Miteinander wird.

Den Hintergrund für die Bewerbung der Aktionsgemeinschaft Lechhausen am Projekt „BePart“ der Bundesregierung beschreibt der Vorsitzende Peter Fischer wie folgt: Vereinfacht gehe es darum, die Teilhabe der Bevölkerung mit migrantischen Hintergrund an der Zivilgesellschaft zu fördern. „Wenn mehr Migranten Mitglieder bei uns wären“, sagt er, „wäre ich total glücklich.“ Denn dann wäre es gelungen, den beabsichtigten Mehrwert zu vermitteln. Und das vorgelegte Programm aus dem Osten Augsburgs habe zumindest dem bundesweiten Auswahlgremium offensichtlich gefallen.

Als eine von zehn Städten wurde Augsburg mit der Aktionsgemeinschaft für geeignet befunden, den Gedanken – ein Teil zu sein – bundesweit zu repräsentieren. „Das Schlimmste“ für Peter Fischer ist, „nebeneinander her zu leben“. Erst wer den anderen näher kenne, meint er, sehe dessen Welt plötzlich klarer. Deutlich macht er aber, dass es sich bei BePart um kein Flüchtlingsprojekt handelt. Denn für Flüchtlinge gebe es bedeutendere Themen, um anzukommen, als den Beitritt in einer Organisation. Wären aber mehr Menschen mit migrantischem Hintergrund in den Gremien von Vereinen, würden sie deren Arbeit um ihre Sicht bereichern.

Ishak Türkmen ließ sich in den Beirat wählen

Er denkt dabei an Unternehmer wie Ishak Türkmen, der mit seiner IT-Firma Mitglied bei der Aktionsgemeinschaft wurde und inzwischen in deren Beirat gewählt wurde. Damit hat er nun die Chance, die Vorhaben der Unternehmergemeinschaft aktiv mitzugestalten. Während andere etwa sagen, dass sie sich auch ohne Mitgliedschaft beim Marktsonntag präsentieren dürfen, können sie auf die Art „Wie“ weniger Einfluss nehmen. Während laut Fischer die Aktionsgemeinschaft immerhin zwei Mitglieder mit migrantischem Hintergrund verzeichnet, ist es bei der Arbeitsgemeinschaft der Lechhauser Vereine und Organisationen (Arge) mit 52 Mitgliedern kein einziger.

Ishak Türkmen ist ähnlich wie Fischer davon überzeugt, dass „alles ein Miteinander ist“ und es so auch in der Aktionsgemeinschaft einfach besser als anderswo läuft. Der heute 45-Jährige war 18, als er 1998 in die Selbstständigkeit aufbrach. Als Lechhauser kann er heute sagen, dass der Marktsonntag „etwas sehr Feines ist“, und nur jedem Unternehmer empfehlen, sich daran zu beteiligen. „Für Lechhauser“, sagt er, „ist es fast Pflicht mitzumachen.“ Der Aramäer hat deshalb seinen Kirchenrat, den Vorsitzenden Daniyel Akgüc, davon überzeugt, an einem Gespräch mit Vertretern der Aktionsgemeinschaft teilzunehmen. Denn Zugehörigkeit zu pflegen ist nach Überzeugung Türkmens das A und O und Ausdruck einer „sehr gesunden Einstellung“.

Rund 100 Nationalität im Stadtteil Lechhausen

Laut Amt für Statistik und Stadtforschung verteilte sich die Herkunft der inzwischen 300000 Einwohner Augsburgs Ende Dezember des Jahres 2018 noch wie folgt: Während die Gesamtstadt damals noch 298255 Bürger zählte, waren es in Lechhausen 36624. Die größte Gruppe befand sich im Westen des Stadtteils – also laut Google Maps zwischen Neuburger Straße und Schillstraße. Dort befinden sich mit 94 auch die meisten Nationalitäten.

Solche Zahlen führten Peter Fischer das Potenzial für BePart vor Augen. Kurz entschlossen bewarb er sich mit der Aktionsgemeinschaft um Teilnahme. Mit Erfolg: Zusammen mit dem Somalischen Kulturverein sicherte er sich den Zuschlag für Augsburg und steht seither mit Michael Kuhl in Kontakt, der vier der zehn ausgewählten Städte betreut. Er ist verantwortlich tätig für den Berliner Träger Minor-Projektkontor für Bildung und Forschung, der von der Bundesbeauftragen für Migration gefördert wird.

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