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Augsburg

18.06.2019

Nach Kritik am Standort: Hält die Stadt an der Fernbus-Haltestelle fest?

Ein eher unattraktiver Ort: der Augsburger Busbahnhof für Fernbusse in Oberhausen. Viele Bürger ärgern sich über die Zustände dort.
Bild: Annette Zoepf

Plus Die Bedingungen am Fernbusbahnhof sind nicht optimal, deshalb gibt es bei der Stadt Überlegungen, das Areal zu kaufen. Einen Halt im Zentrum soll es nicht geben.

Die Zustände an der Fernbus-Haltestelle im Industriegebiet von Oberhausen-Nord stehen immer wieder in der Kritik. Die Parkbucht platzt an manchen Tagen, wenn mehrere Busse gleichzeitig ankommen, aus allen Nähten. Bei der Stadt Augsburg ist man sich der angespannten Situation vor Ort bewusst. Finanzreferentin Eva Weber (CSU) sagt, welche Pläne es gibt.

Demnach sind bei der Stadt die Überlegungen, das Areal an der Haltestelle zu kaufen, nicht verworfen. Laut Weber seien Mittel für den Erwerb des Areals, das bislang in privater Hand liegt, für den Doppelhaushalt 2020/2021 vorgesehen. „Aber es wird eine Priorisierungsfrage des Stadtrates sein, ob dafür letztendlich Geld ausgegeben wird.“ Schließlich sei eine Fernbushaltestelle keine kommunale Aufgabe, sagt die Oberbürgermeisterkandidatin. „Und mit 350.000 Euro wäre es an Investitionen nicht getan“, fügt sie mit Blick auf Ulm hinzu.

Die Münsterstadt hatte vergangenes Jahr diese Summe in ihren Busbahnhof für Beleuchtung etwa, Fahrgastunterstände, Mülleimer und Fahrradständer gesteckt. Wie Weber berichtet, habe es in Augsburg bereits mit Fernbusbetreibern bei der IHK einen runden Tisch gegeben. „Es ging um die Frage der Beteiligung. Aber daraus ist nichts geworden.“

Für FlixBus ist die Augsburger Haltestelle unteres Mittelfeld

Die Linie FlixBus etwa, die auch Augsburg anfährt, ist kein Infrastrukturgeber, sondern Mobilitätsanbieter, sagt ihr Sprecher David Krebs. „Die Haltestellen liegen in privater oder öffentlicher Hand, somit liegt die Verantwortung auch dort.“ Mit mehr als 2000 Haltestellen in Europa sei FlixBus mit verschiedenen Haltesituationen in Städten konfrontiert. „Diese reichen von Lösungskonzepten wie neue Fernbusterminals oder bahnhofsnahe Fernbushaltestellen bis hin zu schlechten dezentralen Haltestellen.“ Und wie bewertet der Anbieter die Augsburger Station?

Ein paar Schilder, ein Drahtzaun und ein Container mit Kiosk: das ist der Augsburger Fernbus-Bahnhof. Die Bürger, die ihn nutzen, ärgern sich über fehlende Sitzgelegenheiten und Wartehäuschen.
Bild: Annette Zoepf

„Der Halt im Augsburger Norden spielt hier im unteren Mittelfeld“, meint David Krebs. Die Lage sei nicht ideal, weil sie zentrumsfern und infrastrukturell dürftig. Als positiv bewertet er allerdings die Nähe zur Straßenbahn und zur Autobahn. Nach Einschätzung des FlixBus-Sprechers bedarf es in Augsburg keines Betreibers, sondern eher einer Aufwertungen in der Infrastruktur. Momentan geht es an der Fernbushaltestelle zu Stoßzeiten chaotisch zu. Das berichtet die Autobahnpolizei, die dort mindestens einmal am Tag kontrolliert. Zu Hochzeiten wie kurz vor den Ferien, kämen demnach in Augsburg 200 bis 300 Fernbusse an einem Tag an. In den Augen der Beamten gibt es vor allem ein Problem.

Eva Weber will Fernbusverkehr nicht in Augsburgs Innenstadt haben

Weil keine Kurzzeithaltezone vorhanden ist, stoppen viele Autofahrer gerne in der Haltestelle, um Reisende und schweres Gepäck dort abzusetzen. Dabei ist das verboten. Bei der zeitgleichen Ankunft mehrere Busse ist das Chaos dann perfekt. Wie viele Menschen letztendlich an der Fernbushaltestelle in Oberhausen zu- und aussteigen, wisse man nicht, sagt Eva Weber. „Wir sind da keine Genehmigungsbehörde. Schwierig ist auch, dass der Fernbusmarkt wahnsinnig in Bewegung ist.“ Es könne passieren, dass eine Haltestelle plötzlich nicht mehr stark angefahren werde. „Das macht es nicht einfach, eine richtige Entscheidung zu treffen.“ Eines aber weiß die Finanzreferentin sicher: „Ich will keinen Busterminal in der Stadt. Das hat die Bevölkerung nicht verdient, dass man den Fernbusverkehr in die Stadt führt.“

Bei FlixBus sieht man das anders. „Eine ergänzende Haltestelle im Zentrum oder am Hauptbahnhof wäre eine interessante Option für Bürger und Gäste der Stadt Augsburg“, findet Sprecher Krebs. Bei so einem zentralen Haltepunkt würden Reisende neben der Anbindung des öffentlichen Nahverkehrs auch von der vorhandenen Versorgungs- und Fahrgastaufenthaltsstruktur, wie Toiletten etwa, profitieren.

Lesen Sie dazu auch: Könnte Oberhausen bald zum In-Viertel werden?

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18.06.2019

Haltestellen für (Fernbus-) Linienverkehre sind doch genehmigungspflichtig? Zahlen die denn keine Gebühren, wenn sich gewerbsmäßig Linienverkehre an den Haltestellen anbieten? Warum kann man nicht die Straßenbahn/Bus-Endhaltestelle ausbauen und Teile des Parkplatz für Busse bereitstellen, den Parkplatz dann mit einem Parkdeck versehen, sodass keine Parkplätze wegfallen und Toiletten einrichten? Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

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18.06.2019

Alternativer Standort Oberhauser Bahnhof für ausgewählte Linien die eine sinnvolle Ergänzung zum Bahnangebot darstellen?

Vielleicht mit Nachrüstung von Aufzügen dort? Oder gibt es das große Mobilitätsdrehdings nur am HBF?

Was ist wichtiger? Ein barrierefreier Vorortbahnhof oder eine Fernbushaltestelle für private Mobilitätsanbieter, die eigentlich mit nichts was zu tun haben wollen?

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18.06.2019

>> Die Linie FlixBus etwa, die auch Augsburg anfährt, ist kein Infrastrukturgeber, sondern Mobilitätsanbieter, sagt ihr Sprecher David Krebs. „Die Haltestellen liegen in privater oder öffentlicher Hand, somit liegt die Verantwortung auch dort.“ <<

Nettes Marketing blabla ungefiltert gedruckt...

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