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Augsburg

05.07.2019

Niemand will beim Stadtteilgespräch über Werner Egk sprechen

Rund 160 Bürger aus Oberhausen und dem benachbarten Bärenkeller waren zum Stadtteilgespräch in die Aula der Werner-Egk-Schule gekommen.
Bild: Michael Hochgemuth

Die Bürger aus Oberhausen und dem Bärenkeller interessieren beim Stadtteilgespräch in der Werner-Egk-Schule vor allem für Themen vor der eigenen Haustür.

Zwei Stunden lang hatte der Augsburger Stadtrat Ende Mai intensiv und kontrovers über die Umbenennung der Werner-Egk-Grundschule debattiert – und sich mehrheitlich für die Beibehaltung des Namens entschieden. Es schien daher naheliegend, dass beim Stadtteilgespräch in eben dieser Schule das monatelang diskutierte Thema nochmals aufgewärmt werden würde. Fehlanzeige: Weder im Plenum noch im Vier-Augen-Gespräch wollten die Besucher darüber oder über die Rolle Egks im Dritten Reich sprechen.

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Auch die beiden Neubaugebiete auf den Industriebrachen Cema und Zeuna-Stärker, die Oberhausen in den nächsten Jahren gut 2000 zusätzliche Bewohner bescheren werden, prägten den Abend weit weniger als erwartet. Es waren vor allem die Themen vor der eigenen Haustür, die die rund 160 Besucher bewegten – angefangen von den zugeparkten Wohnstraßen rund ums Josefinum bis zu fehlenden Radwegen.

Wie passt marodes Wasserrad in Oberhausen zur Welterbe-Bewerbung?

Angelika Lippert, die sich als „leidenschaftliche Oberhauserin“ bezeichnet, beklagte etwa den maroden Zustand des Wasserrads am Hettenbachufer. „Es muss überholt werden, Augsburg will doch Wasser-Weltkulturerbe werden.“ Umweltreferent Reiner Erben versprach, sich darum zu kümmern. Auf großes Interesse bei den Oberhausern stößt die Entwicklung des Gaswerk-Areals zum Kreativquartier. Wichtig ist ihnen allerdings, dass es „öffentlich und ohne Konsumzwang“ zugänglich ist. Laut Nihat Anac von den Stadtwerken ist dies der Fall, es werde auch noch einen Spielplatz geben. Der Wunsch nach einem Bürgertreff hingegen dürfte andernorts in Erfüllung gehen. Baureferent Gerd Merkle sagte, es gebe auf dem Zeuna-Stärker-Areal entsprechende Pläne.

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Ein Treff der etwas anderen Art – der Helmut-Haller-Platz – kam am Mittwoch ebenfalls zur Sprache. Ein Anwohner empfindet die Süchtigenszene als „sehr starke Einschränkung der Lebensqualität“. Ordnungsreferent Dirk Wurm hingegen sagte, die Situation habe sich auch durch das betreute Angebot „Betreff“ stabilisiert und entspannt. Es gebe weitere Maßnahmen, um einen Platz mit mehr Lebensqualität hinzubekommen. Das sei aber nicht innerhalb eines Jahres möglich.

Der Bärenkeller hadert mit dem Busanschluss

Schon viel länger hadern die beim Stadtteilgespräch stark vertretenen Bürger aus dem Bärenkeller mit den öffentlichen Nahverkehr. Abends müsse man am Bärenwirt teilweise 30 Minuten auf den Busanschluss warten, sagte Volker Brosch. Einen prinzipiell kürzeren Takt versprach Stadtwerke-Chef Walter Casazza nicht. Vorgesehen sei aber, dass Fahrgäste ein Taxi auf Kosten der Stadtwerke bestellen können, sollte es mit dem Anschluss nicht klappen.

Für eine bessere Mobiltät könnte auch ein Bahnanschluss sorgen. Der Wunsch nach der Reaktivierung des Haltepunkts im Bärenkeller wurde am Mittwoch nicht zum ersten Mal geäußert. „Zuständig ist hier die Bahn. Wir können das nur anbringen oder über unsere Abgeordneten aktiv werden“, sagte Gribl. Immerhin: Im Nahverkehrsplan ist der Haltepunkt laut Wirtschaftsreferentin Eva Weber enthalten.

Wer wollte, konnte sein Anliegen wie bei den sechs vorherigen Stadtteilgesprächen im persönlichen Gespräch mit Gribl und seinen Referenten vor dem offiziellen Beginn des Stadtteilgesprächs loswerden – oder es auf einer Karte notieren. Sofern die Fragen nicht sofort beantwortet werden konnten, werden sie im Laufe der nächsten Monate im Internet unter www.augsburg.de/stadtteilgespraech veröffentlicht.

Das nächste Stadtteilgespräch findet am 24. Juli im Neuen Hubertushof in der Firnhaberau statt – auch für die Bewohner der Hammerschmiede.

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