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Interview

20.11.2018

OB Gribl zu Elias-Holl-Platz: "Gewisse Zustände nicht tolerieren"

Oberbürgermeister Kurt Gribl will nun selbst hören, was die Anwohner vom Elias-Holl-Platz zu sagen haben.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Nachdem bekannt wurde, wie sehr sich Anwohner am Elias-Holl-Platz terrorisiert fühlen, lädt OB Gribl zu einem Bürgertalk im Rathaus ein. Im Interview erklärt er warum.

Oberbürgermeister Kurt Gribl sucht zu dem Thema Elias-Holl-Platz jetzt das direkte Gespräch mit Anwohnern, Beteiligten und Experten. Im Rahmen der Reihe "Bürgertalk", den der OB dieses mal selbst moderiert, soll die Problematik der Ruhestörung offen angesprochen und erörtert werden. Das Bürgergespräch findet am Mittwoch, 28. November, um 19.30 Uhr im Oberen Fletz im Rathaus, Maximilianstraße 1, statt. Für die Polizei ist Dirk Schmidt, der neue Leiter der Polizeiinspektion Augsburg Mitte, dabei. Für die Stadt stehen Sozialreferent Stefan Kiefer, Ordnungsreferent Dirk Wurm und Umweltreferent Reiner Erben als Gesprächspartner zur Verfügung. Der Stadtjugendring ist mit Geschäftsführer Franz Schenk und dem Streetworker Dennis Galanti vertreten.

Herr Gribl, was erwarten Sie sich von dem Bürgertalk?

Kurt Gribl: Es geht darum, dass sich die Stadt ein Gesamtbild machen kann. Ich will wissen, was die Anwohnerinnen und Anwohner tatsächlich von der Situation halten. Und zwar nicht vorgefiltert, sondern direkt. Das ist Sinn und Zweck des Formats Bürgertalk, wie bereits mehrfach positiv erprobt.

Lesen Sie dazu auch: Elias-Holl-Platz: Anwohner fühlen sich von Jugendlichen terrorisiert

Wer wird von Seiten der Stadt daran teilnehmen?

Gribl: Es werden alle Referenten teilnehmen, die betroffen sind: sowohl der Ordnungsreferent, wie auch der Sozial-, aber auch der Migrationsreferent. Die Aufgabe geht uns alle an.

Elias-Holl-Platz: Gribl scheint das bisherige Konzept nicht ausreichend

Hatte das Ordnungsamt die Probleme auf dem Elias-Holl-Platz bislang unterschätzt?

Gribl: Herr Wurm hat die Sache auf dem Schirm und arbeitet kontinuierlich daran. Aber nochmal: so etwas ist nie ausschließlich eine ordnungspolitische Aufgabe. Die Gruppe der Jugendlichen am Elias-Holl-Platz, das ist auch meine persönliche Beobachtung, ist wohl überwiegend migrantisch geprägt. Dann müssen wir uns fragen, ob unsere Integrationsbemühungen hier greifen oder nicht - und daraus lernen. Als OB will ich mir dazu eine eigene Meinung bilden und gemeinsam mit meinen Fachreferenten auch entsprechende Konsequenzen/Handlungsoptionen formulieren.

Warum  nehmen Sie sich jetzt persönlich der Sache an?

Gribl: Das Thema Ordnung und Sicherheit ist mir wichtig, das wissen die Augsburger. Die Veranstaltung soll auch ein Zeichen sein, dass ich gewisse Zustände nicht gewillt bin zu tolerieren. Gleichzeitig will ich keine Vorverurteilungen. Ich lege immer Wert auf ein ausgewogenes Stimmungsbild.

Gibt es bereits ein Konzept von Seiten der Stadt, wie man die Situation auf dem Platz verbessern will?

Gribl: Das bisherige Konzept scheint mir nicht ausreichend. Wir werden es also verbessern müssen. Ich teile die Auffassung, dass es nicht zu einem Verdrängungsprozess kommen darf. In erster Linie geht es um das Verhalten von Personen, nicht darum ob sie da sind. Darauf muss das neue Konzept Antworten finden – und das gilt im Übrigen für alle öffentlichen Plätze in der Stadt.
 

Wie viele Bürgertalks gab es in den vergangenen Jahren und zu welchen Themen?

Gribl: Immer, wenn ein Thema besonders kritisch oder emotional  debattiert wird, hat sich der Bürgertalk als ein taugliches Format erwiesen, um zum einen alle zu Wort kommen zu lassen. Der Talk zwingt aber auch dazu, anderslautenden Meinungen zu zuhören. Daraus ergeben sich oft gute Kompromisse und Anregungen für die Stadtverwaltung. Das ist beim Streitthema Theatersanierung gut gelungen, aber auch beim Thema Modularfestival im Wittelsbacher Park. Der Bürgertalk ist gelebte Mitsprache für die Augsburger.

Vor allem in den Abendstunden treffen sich auf dem Elias-Holl-Platz zahlreiche Jugendliche.
Bild: Annette Zoepf
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Die Diskussion ist geschlossen.

21.11.2018

Man sollte den Platz mehr "beleben", d.h. mehr Aktionen vom Rathausplatz auf den Elias Holl Platz verlegen. Klar dürfen die Anwohner in den späteren Abendstunden und Nachts nicht dadurch belästigt oder gestört werden. Aber manchmal ist der Platz schon öde, einsam und verlassen , während am Rathausplatz "die Post abgeht".

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