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Pauschale ist ein Schritt in die Zukunft des Nahverkehrs

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Kommentar Von Stefan Krog
07.06.2018

Die geplante Mobilitäts-Flatrate der Stadtwerke ist ein Schritt in die Zukunft des Nahverkehrs. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Mobilität.

Die Idee der Stadtwerke, den Fahrgästen für einen monatlichen Pauschalbetrag alle Verkehrsmittel zur Verfügung zu stellen, ist einer von vielen Schritten zum Nahverkehr der Zukunft. Die Stadtwerke werden damit bundesweit wohl die Nase vorn haben – genauso wie beim geplanten Gratis-Nahverkehr in der Kern-Innenstadt; er ist allerdings vor allem eine Reparatur der Tarifreform für Gelegenheitsfahrer mit Ziel City. 75 Euro pro Monat könnten ein attraktives Angebot sein, wenn beim Carsharing ein gewisser Nutzungsumfang zugelassen wird – das normale Abo im Innenraum kostet ja so schon 50 Euro. Das Tarifmodell Abo, zu dem Gelegenheitskunden im Zuge der Tarifreform gedrängt wurden, würde damit attraktiver werden.

Revolutionär ist die Idee nicht. Sie liegt in der Luft. Bundesweit sind Verkehrsbetriebe dabei, integrierte Lösungen zu bieten. Der Nahverkehr allein konnte noch nie alle Mobilitätsbedürfnisse befriedigen, hinzu kommt die steigende Wechselhaftigkeit der Kundschaft. Die nächste Baustelle der Stadtwerke ist schon absehbar: Elektronische Tickets mit Abrechnung am Monatsende, bei der das günstigste Tarifmodell errechnet wird. Den Auftrag des Stadtrats gibt es schon. Und auch der Ausbau des WLAN an Haltestellen ist mehr als eine Spielerei: Der Nahverkehr verschafft sich damit einen Vorteil gegenüber dem Auto, denn die Fahrgäste können die Zeit nutzen, um elektronische Erledigungen zu machen. Wer sich eine Fahrkarte kauft, erwirbt nicht nur Mobilität, sondern auch Zeit – etwas, was heute bei vielen Mangelware ist.

Um den Nahverkehr in Augsburg und Region geht es auch in unserem Podcast. Hier können Sie reinhören.

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08.06.2018

Der letzte Spatenstich einer Tram-Neubaustrecke war vor 11 Jahren.

Seither wurden Takte sowohl bei Tram wie beim Bus ausgedünnt und die Fahrpreise deutlich erhöht. Zusätzliche Betriebsleistungen gab es meist für relativ unbedeutende Streckenabschnitte des Bus (warme Luft Linie 42 im Pferseer Neubaugebiet - sehenswert).

Dieser Modellversuch ist erster Linie Marketing und die Verschiedenheit der Menschen und ihrer Mobilitätsbedürfnisse macht ein Auto-Abo nicht gerade einfach. Aber in einer Stadt die aktuell nichts für den innerstädtischen ÖPNV tut ist das vielleicht eine Möglichkeit. Ja die Stadtwerke haben erkannt, dass die Zukunft dem Auto gehört!

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