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Augsburg

22.11.2020

Premium Aerotec profitiert vom Eurofighter: Großauftrag sichert Arbeitsplätze

Premium Aerotec stellt unter anderem in Augsburg Flugzeugteile her.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Ein Großauftrag sichert bei Premium Aerotec Arbeitsplätze im Augsburger Werk. Beim geplanten Stellenabbau läuft derzeit ein Freiwilligenprogramm.

Deutschland hat 38 neue Eurofighter bestellt. Vom Bau des Kampfflugzeuges profitiert auch das Augsburger Werk des Flugzeugteileherstellers Premium Aerotec. Hier wird das Rumpfmittelteil des Eurofighters gefertigt. Das Unternehmen spricht davon, dass dank des Großauftrags die Eurofighter-Produktion für die nächsten sechs Jahre gesichert sei. Dies gelte auch für das Werk in Varel ( Niedersachsen), das bei der Fertigung der Teile eng mit Augsburg zusammenarbeitet.

Premium Aerotec ist Partner eines Gesamtkonzepts

Die Sicherung von Arbeitsplätzen bei der Eurofighter-Produktion in Augsburg hänge auch unmittelbar mit bereits laufenden Aufträgen zusammen, heißt es. Premium Aerotec ist Partner eines Gesamtkonzeptes. Der Flugzeugbauer Airbus hatte zuvor einen Vertrag zur Lieferung von 38 neuen Eurofighter Flugzeugen an die deutsche Luftwaffe unterzeichnet. Deutschland wird dadurch zur größten Bestellernation in Europas größtem Verteidigungsprogramm. Die auch unter dem Projektnamen Quadriga bekannte Bestellung sieht die Lieferung von insgesamt 30 einsitzigen und acht zweisitzigen Eurofightern vor.

 

Airbus hat Premium Aerotec beauftragt, das Rumpfmittelteil zu fertigen und auszurüsten. Thomas Ehm, Chef von Premium Aerotec, sieht dies als Bestätigung des vorhandenen Wissens und der Kompetenz. Wie es heißt, starten die Arbeiten für die neue Bestellung im ersten Halbjahr 2021 im Premium Aerotec-Werk in Varel mit der Produktion hochkomplexer Zerspanbauteile sowie einzelner Montagearbeiten. In Augsburg findet die Produktion des Rumpfmittelteils statt, in dem die Strukturen aus Varel verbaut werden. Es handelt sich beim Rumpfmittelteil des Eurofighters nach Unternehmensangaben um eine hochkomplexe Flugzeugstruktur mit Fahrwerksschacht, Tragflächenanbindung und innenliegendem Tank.

Hunderte Arbeitsplätze stehen in Augsburg auf dem Spiel

Im Augsburger Werk gibt es momentan 3500 Arbeitsplätze. Aufgrund der schwierigen Marktlage stehen Hunderte Jobs auf der Kippe. Der Eurofighter-Auftrag erlaubt es, die Produktion im zuständigen Arbeitsbereich fortzusetzen.

 

Michael Leppek, Chef der IG Metall Augsburg, freut sich über diese Planungssicherheit: "Es betrifft in Augsburg um die 150 Beschäftigten. Wobei damit keine neuen Arbeitsplätze geschaffen werden." Die Situation im Augsburger Werk sei dennoch weiterhin angespannt. Um jeden Arbeitsplatz sei zu kämpfen, sagt der Gewerkschafter: "Es bleibt bei unseren Forderungen nach Auslastung des Standortes durch Airbus und durch das Zurückholen fremdvergebener Aufträge. " Aktuell läuft ein Freiwilligenprogramm, das heißt, betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende März 2021 ausgeschlossen.

Gewerkschafter erkennt ein positives Signal

In schwierigen Zeiten erkennt Leppek auch Positives: "Ein positives Signal und auch ein großer Erfolg ist für mich, dass es gelungen ist, die Ausbildung auf aktuellem hohen Niveau für die kommenden fünf Jahre zu sichern."

Der Augsburger CSU-Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich spricht von einer guten Nachricht. Mit diesem öffentlichen Auftrag könnten Arbeitsplätze in Augsburg gesichert werden. Ullrich hat sich nach eigenen Angaben im Juli an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer gewandt, um auf die Belange des Augsburger Werks hinzuweisen. Es seien schwierige Zeiten, in der in der Luftfahrtbranche über harte Einschnitte bis hin zum Stellenabbau diskutiert werde.

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