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Augsburg

17.08.2020

So bringen Reiserückkehrer Covid-19 nach Augsburg

Plus 21 Augsburger haben sich seit Freitag neu mit Corona infiziert. Ein Großteil von ihnen kam aus dem Urlaub zurück, ein Land steht dabei besonders im Fokus.

Das Corona-Virus wird in steigendem Maß aus dem Ausland auch nach Augsburg gebracht. Dies belegen jüngste Zahlen des städtischen Gesundheitsamtes. Von Freitag bis Sonntag wurden 21 neue Covid-19-Fälle festgestellt. Zum Alter der Personen macht die Stadt aus Datenschutzgründen keine Angaben. Mitgeteilt wird aber, wo sich die Infizierten angesteckt haben. Hier fällt auf: Immer mehr spielen Urlaubsländer eine Rolle.

 

Bei den aktuell Erkrankten sind es sieben Länder: Kroatien, Bosnien, Kosovo, Spanien, Italien, Rumänien und die USA. Theoretisch könnte noch ein weiteres Land auftauchen, da bei fünf Personen der Infektionsort aktuell noch unbekannt ist. Die Angaben der Stadt lassen keinen Rückschluss zu, ob sich die Infizierten an einem beliebten und stark frequentierten Urlaubsort im Ausland aufhielten. Denkbar ist auch, dass sie Verwandte in ihrem Heimatland besucht haben.

In Augsburg gibt es eine hohe Dunkelziffer zu Corona-Infektionen

Bereits in den zurückliegenden Tagen hatte sich gezeigt, dass der Balkan stärker ins Blickfeld rückt, wenn es um das eingeschleppte Virus geht. Kroatien, Serbien, Albanien und Kosovo waren in der Statistik am Freitag erwähnt worden. Neun Personen hatte das Gesundheitsamt an diesem Tag als neu infiziert gemeldet. Insgesamt wurden bisher 617 in Augsburg wohnende Personen positiv auf das Coronavirus getestet. 558 von ihnen sind genesen, 43 sind aktuell erkrankt, 16 Personen sind gestorben. Wie hoch die Dunkelziffer an Erkrankten ist – etwa, weil sie gar nicht erst zum Testen gingen – ist unbekannt. Man kann jedoch davon ausgehen, dass es einige Fälle mehr gibt in Augsburg, als offiziell bekannt.

Wie sind die 617 offiziell als infiziert gemeldeten Personen zu interpretieren? Angegeben wird zunächst die Gesamtzahl aller in Augsburg wohnhaften Personen, die bisher positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Diese Zahl beinhaltet alle Fälle, also Personen, die bereits genesen, die noch erkrankt oder die gestorben sind. Auf 100.000 Einwohner kommen in Augsburg zusammengerechnet rund 207 Fälle. Zum Vergleich: In ganz Bayern sind es laut Robert-Koch-Institut aktuell 399. Die Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen lag bei 47 Personen, die in Augsburg wohnen. Dies entspricht knapp 16 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Sorge vor der zweiten Covid-19-Welle bleibt in Augsburg

Bei der Stadt wird die aktuelle Entwicklung der steigenden Zahlen sehr wohl registriert. Eine regelmäßige Bewertung der Entwicklung des Infektionsgeschehens erfolge durch das Gesundheitsamt und das Referat für Umwelt und Gesundheit, heißt es. Die Sorge vor einer zweiten Welle sei unverändert vorhanden. Bisher habe das Gesundheitsamt seiner Aufgabe, die Erkrankten und Kontaktpersonen zu erfassen und zu isolieren, nachkommen können. Da weiter mit steigenden Zahlen gerechnet werde, sei die erforderliche personelle Unterstützung des Gesundheitsamtes weiterhin geplant und in Umsetzung, so die Stadt am Montag auf Anfrage.

Weil das Virus inzwischen immer häufiger aus dem Ausland eingeschleppt wird, gelten für Reiserückkehrer bayernweit geänderte Bedingungen. Eine ist: Wer sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat, muss sich nach seiner Rückkehr in häusliche Quarantäne begeben, sich auf das Coronavirus testen lassen und das für den Wohnort zuständige Gesundheitsamt kontaktieren.

Personen, die in den Freistaat Bayern einreisen und sich innerhalb von 14 Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, sind verpflichtet, sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in die eigene Wohnung oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben und sich für einen Zeitraum von 14 Tagen nach ihrer Einreise ständig dort aufzuhalten und sich von anderen Personen fernzuhalten. In diesem Zeitraum darf kein Besuch von Leuten empfangen werden, die nicht dem eigenen Hausstand angehören. Das Gesundheitsamt Augsburg empfiehlt Reiserückkehrern aus Gebieten mit erhöhten Fallzahlen zudem dringend, sich in den ersten 14 Tagen nach ihrer Rückkehr möglichst mehrmals durch ihren Hausarzt testen zu lassen, sofern er diese Tests durchführt.

Kommt in Augsburg ein neues Corona-Testzentrum?

Wie berichtet, hatte der Freistaat Bayern vergangene Woche bekannt gegeben, dass es künftig in jedem Landkreis und in jeder Großstadt ein Corona-Testzentrum geben soll. Dort sollen sich Bürger testen lassen können. Das bestehende Testzentrum an der Messe wird von der Stadt Augsburg betrieben und ist nur für Kontaktpersonen von Infizierten gedacht, die nach Vorladung durch das Gesundheitsamt dorthin kommen sollen.

Für Bürger, die sich von sich aus testen lassen wollen (im Rahmen der bayerischen Teststrategie ist das für Jedermann auch ohne Symptome möglich), sind die niedergelassenen Ärzte zuständig. Allerdings testen nicht alle Ärzte anlasslos. In Augsburg sind es nur mehrere Handvoll Mediziner. Auf der Startseite der Kassenärztlichen Vereinigung kann man in der Suchmaske „Arzt-/Psychotherapeutensuche“ das entsprechende Feld „Arzt für Coronavirus Test“ anklicken und seine Postleitzahl eingeben.

Zur Frage, wann die Testzentren für Jedermann an den Start gehen sollen und wo die Augsburger Einrichtung eröffnet werden soll, herrscht derzeit noch Unklarheit. Bei der Regierung von Schwaben als Regionalbehörde des Freistaats Bayern verweist man auf die Stadt Augsburg. Aus dem städtischen Umweltreferat wiederum heißt es, dass die Äußerungen der Staatsregierung bisher eher vage seien, was den Betrieb der Zentren betrifft.

Insofern könne man noch keine Aussage dazu treffen, ob das Jedermann-Testzentrum an die Testeinrichtung für Kontaktpersonen auf dem Messegelände angegliedert werde. Man stehe in der Sache in Abstimmung mit der Regierung von Schwaben.

Alle Neuigkeiten zum Coronavirus in Augsburg lesen Sie in unserem News-Blog.

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Die Diskussion ist geschlossen.

18.08.2020

Wer unbdingt ins Ausland mußte sollte, wenn er sich dort iniziert hat, die gesamten Krankheitskosten selbst tragen. Gut - man muß zwar 150€ Bussgeld zahlen wenn man total alleine an einer Bushaltssztelle ohne Vermummung steht (einer der größten Schwachsinne der letzten Zeit) - dafür kriegt man fast alles geschenkt wenn man sich bewußt einem höheren Risiko aussetzt. Das ist die in aller Welt bewunderte Anti-Corona-Strategie in diesem unserem Lande.

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