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Kommunalwahl 2020

16.03.2020

So hat Augsburg gewählt: Wo sind Hochburgen von Wild, Wurm und Weber?

Martina Wild (Grüne) und Dirk Wurm (SPD) lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei. Eva Weber (CSU, rechts) holte in jedem Stadtbezirk die meisten Stimmen.
Bild: Stefan Puchner, Peter Fastl, Klaus Rainer Krieger

Plus Der CSU-Kandidatin gelingt es zwar, in jedem Augsburger Stadtteil die meisten Stimmen zu holen. Je nach Viertel gibt es jedoch interessante Unterschiede.

Nach einem spannenden Wahlsonntag stand um kurz nach 21 Uhr fest: In zwei Wochen zieht Dirk Wurm (SPD) gegen Eva Weber (CSU) in die Stichwahl ums Oberbürgermeister-Amt in Augsburg. Mit 43,1 Prozent der Stimmen landete Weber vorn. Wurm lieferte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Martina Wild, Oberbürgermeister-Kandidatin der Grünen, das er mit 18,8 Prozent der Stimmen (Wild: 18,5 Prozent) knapp gewann.

CSU-Kandidatin Weber holt in jedem Bezirk die meisten Stimmen

Obwohl die CSU-Kandidatin in jedem der 42 Augsburger Stadtbezirke die meisten Stimmen holte, verpasste Eva Weber eine absolute Mehrheit deutlich. Im Vergleich zur letzten Kommunalwahl verlor die Partei 8,7 Prozentpunkte. Webers Parteikollegen Kurt Gribl war es 2014 erstmals seit 24 Jahren gelungen, die Wahl zum Oberbürgermeister im ersten Wahlgang für sich zu entscheiden. Er hatte damals 51,8 Prozent der Augsburger Stimmen geholt.

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Eva Weber punktet vor allem außerhalb der Innenstadt

Trotz des deutlichen Vorsprungs, mit dem Eva Weber diesen Wahltag für sich entscheiden konnte, lief es nicht überall gleich gut für die CSU-Kandidatin. Grob gesagt punktete Weber vor allem außerhalb der Augsburger Innenstadt.

Im Zentrum landete sie teils unter 30 Prozent und damit nur knapp vor Grünen-Kandidatin Martina Wild. In lediglich drei Stadtbezirken gelang es der 42-Jährigen, mehr als 50 Prozent der Stimmen zu holen.

 

SPD-Kandidat Wurm darf sich über Einzug in die Stichwahl freuen

Auch die SPD musste im Vergleich zur Kommunalwahl 2014 klare Verluste hinnehmen. Ihr Kandidat Stefan Kiefer hatte damals 28 Prozent aller Stimmen geholt - 9,2 Prozentpunkte mehr als Dirk Wurm in diesem Jahr auf sich vereinen konnte. Dennoch darf Wurm sich über den Einzug in die Stichwahl freuen.

Ein klarer Trend zu SPD-Hochburgen im Augsburger Stadtgebiet lässt sich allerdings nicht erkennen. Die meisten Stimmen holte der 40-Jährige im südwestlich gelegenen Wahlbezirk Inningen: 23,2 Prozent. Doch auch in Pfersee-Nord im Westen sowie in Lechhausen-West im Norden Augsburgs erzielte er mehr als 20 Prozent, ebenso wie im zentral gelegenen Hochfeld.

Auffällig ist, dass zwischen Wurms bestem und seinem schlechtesten Wahlbezirk gerade einmal 8,1 Prozentpunkte Unterschied bestehen. Bei seinen Konkurrentinnen Eva Weber und Martina Wild zeigen sich dabei deutlich größere Differenzen um mehr als 20 Prozentpunkte.

Grünen-Kandidatin Martina Wild punktet in der Innenstadt

Im Vergleich zur Kommunalwahl 2014 konnten die Grünen zwar deutlich zulegen. Damals holte ihr Kandidat Reiner Erben lediglich 6,5 Prozent der Stimmen - 13 Prozentpunkte weniger als Martina Wild in diesem Jahr. Dennoch ist das vielfach erwartete starke Abschneiden der Partei bei der aktuellen Wahl ausgeblieben, nicht nur in Augsburg. Nur in einer der zehn größten bayerischen Städte, in Bamberg, kamen die Grünen in die Stichwahl unter den beiden stärksten Bewerbern. Im Augsburger Stadtrat werden die Grünen mit 23 Prozent der Stimmen die SPD aber wohl als zweitstärkste Kraft ablösen.

Dennoch ist ein Trend erkennbar. In manchen Stadtvierteln erzielte Grünen-Kandidatin Wild gleich hohe Werte wie die CSU anderswo. Gerade in der Innenstadt punktete die 42-Jährige. Die Hochburg von Martina Wild liegt im Bismarckviertel: Hier holte sie 31,5 Prozent der Stimmen, womit sie fast gleichauf liegt mit CSU-Kandidatin Weber (34 Prozent).

Am schlechtesten lief es für Wild im Nordosten Augsburgs. In Lechhausen-Ost holte sie das schwächste Ergebnis im Stadtgebiet: 10,5 Prozent.

Oberhausen bleibt AfD-Hochburg, Freie Wähler punkten in Haunstetten

Zuletzt noch ein Blick auf die kleineren Parteien. Andreas Jurca, OB-Kandidat der AfD, verbesserte mit 4,8 Prozent aller Stimmen das Ergebnis im Vergleich zur vorherigen Kommunalwahl um genau einen Prozentpunkt. Thomas Lis hatte 2014 3,8 Prozent aller Stimmen auf sich vereint.

Oberhausen-Nord bleibt wie schon bei den vergangenen Wahlen die Hochburg der AfD, dort holte Jurca 10,8 Prozent der Stimmen. Am schlechtesten schnitt er im Zentrum ab: Im Lechviertel holte er 1,7, in der Innenstadt 1,8 Prozent der Stimmen.

Leicht verbessern konnte Peter Hummel das Ergebnis der Freien Wähler. Während es 2014 2,8 Prozent aller Stimmen für Volker Schafitel gab, kam Hummel bei dieser Wahl auf 3,2 Prozent. Am besten lief es für ihn in Haunstetten-West und Haunstetten-Ost, wo er hinter Weber, Wurm und Wild auf Platz vier landete. Mit 1,4 Prozent schnitt Hummel im Georgs- und Kreuzviertel am schwächsten ab.

FDP legt leicht zu, Linke und Die Partei spalten Augsburg

Frederik Hintermayr, der von der Linken ins Rennen ums Oberbürgermeister-Amt geschickt wurde und die Wahl mit 2,7 Prozent aller Wählerstimmen beendete, konnte vor allem nördlich der Innenstadt punkten. Am besten lief es für ihn im Bezirk Links der Wertach-Süd, wo er mit 6,9 Prozent der Stimmen auf Platz vier hinter Weber, Wild und Wurm landete. Am wenigsten Stimmen holte er in Bergheim - gerade einmal 0,8 Prozent der Wähler stimmten hier für den 27-Jährigen.

Ähnlich gespalten ist das Verhältnis der Augsburger zu Martin Sonneborns Satire-Partei Die Partei. Während OB-Kandidatin Lisa McQueen, die es insgesamt auf 2,0 Prozent brachte, Links der Wertach-Süd mit 5,1 Prozent ihr bestes Ergebnis erzielte, kam sie in Bergheim, Inningen und der Hammerschmiede auf lediglich 0,8 Prozent.

Lars Vollmar, OB-Kandidat der FDP, konnte das Ergebnis seines Vorgängers Markus Arnold vor sechs Jahren um 0,7 Prozentpunkte verbessern: Arnold hatte 2014 0,6 Prozent aller Stimmen geholt, Vollmar kam nun auf 1,3. Am besten lief es für ihn im Bismarcksviertel und im Stadtjägerviertel mit jeweils 1,9 Prozent aller Stimmen. Am schwächsten schnitt er in Oberhausen-Süd ab (0,4 Prozent).

Wahlbeteiligung höher als bei Kommunalwahl 2014

Etwas mehr Augsburger als bei der vorherigen Kommunalwahl haben an diesem Sonntag ihre Stimme abgegeben. Insgesamt 45,3 Prozent der Bürger machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch - vor sechs Jahren waren es noch 41,2 Prozent. Zum Vergleich: Bei der Europawahl im Mai 2019 lag die Beteiligung bei 55,6 Prozent, bei der Landtagswahl im Oktober 2018 bei 65 beziehungsweise 66 Prozent in den beiden Augsburger Stimmkreisen.

Am höchsten war am Sonntag die Beteiligung mit 70,6 Prozent im Spickel, am geringsten in Oberhausen-Nord mit 24,1 Prozent.

 

In einer Sonderfolge unseres Podcasts "Augsburg, meine Stadt" analysiert Nicole Prestle, Leiterin der Lokalredaktion Augsburg, die Kommunalwahl: Wie schnitten die einzelnen Kandidaten ab? Welche Partei sorgte für eine Überraschung? Und was bedeutet das alles für die Stichwahl Ende März?

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