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Augsburg

14.03.2020

Wie sich das Coronavirus auf Augsburgs Restaurants auswirkt

Manche Gastronomen in Augsburg stecken schon mittendrin in der Coronakrise.
Bild: Wyszengrad (Symbol)

Plus Die Unsicherheit bei Gastronomen und Hotelbetreibern ist angesichts des Coronavirus groß. Restaurantbesitzer erzählen von den Folgen. Manche haben einen Vorteil.

Marisol Nemeth und ihr Mann Walter betreiben die Schlossgaststätte Wellenburg bei Augsburg und stecken mittendrin in der Corona-Krise. Das Ehepaar spürt eine Unsicherheit bei den Gästen. "Einige Familienfeiern werden abgesagt oder die Zahl der Gäste reduziert sich", beschreibt Marisol Nemeth. Vor allem ältere Menschen sagen ihre Teilnahme an Veranstaltungen ab. Auch der Wunsch, lieber im Biergarten statt drinnen zu sitzen, wird immer häufiger.

Der Biergarten der Schlossgaststätte Wellenburg.
Bild: Peter Fastl

Das Ehepaar hat reagiert und versucht nun, die Sitzmöglichkeiten im Freien so oft wie möglich bereitzustellen. Dazu soll ein Lieferservice im Umkreis von fünf Kilometern angeboten werden. Auch eine Abholung der Speisen ist möglich. "Wir müssen versuchen, mit der Lage umzugehen", sagt Nemeth. Sollten, wie in anderen Ländern bereits umgesetzt, Restaurants geschlossen werden, wollen Nemeths die Küche weiter betreiben und Gäste verstärkt über den Lieferservice oder Abholung versorgen.

Coronavirus: Keine großen finanziellen Puffer für Gastronomen

Ähnliche Überlegungen gibt es bei anderen Gaststätten, bestätigt Leo Dietz, Kreisvorsitzender des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands. "Es gibt stündlich neue Entwicklungen, sodass wir alle nur schwer einschätzen können, was kommen wird." Die Unsicherheit bei Gastronomen und Hotelbetreibern sei groß. Zeiten, in denen Restaurants große finanzielle Puffer angehäuft hätten, um Krisen zu überstehen, seien vorbei.

Wie sich das Coronavirus auf Augsburgs Restaurants auswirkt

"Wenn auch hier Restaurants offiziell schließen müssen, dann wäre das für viele Betriebe existenzbedrohend." Viele denken daher nach, wie sie ihre Speisen per Lieferservice an den Kunden bringen können. "Da haben die einen kleinen Vorteil, die einen solchen Service schon länger im Angebot haben", so Dietz.

Augsburger Lieferdienst profitiert derzeit von Corona

"Wir profitieren von der Lage. Bei uns haben sich zuletzt einige Restaurants gemeldet, die eine Zusammenarbeit anstreben", gibt Max Szlavik vom Augsburger Lieferdienst Boxbote zu. Auch mit Lebensmittelhändlern habe man Kooperationen geschlossen, um ab Montag die Bürger versorgen zu können. "Wir haben die Logistik und können flexibel handeln." Aktuell arbeiten 35 Kuriere für den Lieferservice. "Das Team ist gesund und engagiert und mit vollem Einsatz dabei." Szlavik schließt nicht aus, dass er weiteres Personal einstellen wird.

Hören Sie hier die Podcast-Folge mit dem Boxboten-Gründer Raimund Seibold:

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