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Augsburg

11.10.2019

Wie soll das Zentrum von Göggingen einmal aussehen?

Keine Bäume, wenig Aufenthaltsqualität. Die Bürgermeister-Aurnhammer-Straße soll ein neues Gesicht bekommen.

Plus Im Augsburger Stadtteil Göggingen soll die Bgm-Auernhammer-Straße schöner werden. Planer stellten Bürgern die Ideen vor. Eine Sorge: Fallen Parkplätze weg?

Ein wenig überwältigt waren die Planer von Olesch & Adler von den vielen Göggingern, die beim Stadtspaziergang zur Zukunft der Bürgermeister-Aurnhammer-Straße teilnahmen. Die Menschen drängten sich auf dem Bürgersteig und blockierten teilweise den Verkehr, wenn die Planer ihre Vision vom zukünftigen Boulevard im Ortszentrum anhand praktischer Beispiele erläuterten. Die Veranstaltung war die Fortsetzung der Präsentation der Machbarkeitsstudie zur Aufwertung der Bgm.-Aurnhammer-Straße, die in der Vorwoche über die Bühne gegangen war.

Verschönerung ja, aber nicht auf Kosten von Parkplätzen

Von Norden nach Süden ging der Spaziergang, vom Platz vor der Kreissparkasse bis zur Kreuzung an der Wellenburger Straße. Dabei wurde ein Thema zwar von einer Minderheit, dafür umso lauter vorgebracht: Verschönerung ja, aber nicht auf Kosten von Parkplätzen. Planer Michael Olesch sah sich schon zu Beginn der Begehung genötigt zu betonen, dass das Projekt auf die Zukunft gerichtet sein müsse. „Für heute zu planen, macht keinen Sinn“, so der Architekt. In vielen Projekten überall in Deutschland habe sich gezeigt, dass die Aufwertung eines Gebietes Kunden anzieht – auch mit weniger Parkplätzen. Die Vision der Stadtplaner für die Bgm.-Aurnhammer-Straße geht davon aus, das auf Dauer weniger Menschen mit dem Privatauto fahren, dass der ÖPNV noch besser angenommen wird und dass der Durchgangsverkehr zurückgeht.

Der Sockenmarkt als zentraler Platz

Erste Station war der Platz vor der Kreissparkasse, der ehemalige „Sockenmarkt“ in Göggingen, wie ein Teilnehmer hervorhob. An dieser Stelle ist die Straße breit, derzeit herrscht noch ein Durcheinander von verschiedenen Belägen auf Straße, Gehweg und Geschäftseingängen. „Hier sieht man, dass die Bgm.-Aurnhammer-Straße ihrer Bedeutung als ehemalige zentrale Dorfstraße nicht gerecht wird“, erläuterte Stadtplaner Ben Warnecke. Man wolle den Bereich einheitlich gestalten, nach Möglichkeit vom Bordstein bis an die Hauskante“, so der Planer. Bereits hier wurde die vielleicht größte Herausforderung des Projekts deutlich: Für die Gestaltung braucht die Stadt die Eigentümer mit im Boot. Von mehreren Seiten wurde kritisiert, dass hier zu wenig geschehen sei – viele Hauseigentümer stünden dem Projekt zumindest gleichgültig gegenüber. Vertreter der Stadt sagten, man habe alle betroffenen Eigentümer angeschrieben, wolle hier aber noch einmal nachfassen.

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Ein Mitarbeiter der Kreissparkasse wollte den ungefähren Zeitrahmen wissen, wann es mit dem Boulevard losgehen kann; das Geldinstitut möchte den schadhaften Belag auf dem Platz vor der Bank erneuern, will aber nicht mit dem Gestaltungskonzept der Stadt kollidieren. Darauf konnten Planer und Vertreter der Stadt keine Antwort geben, schließlich befinde man sich noch in einer frühen Planungsphase. Allerdings wurde angeregt, den Vorplatz als „Probebereich“ nach den Ideen der Stadtplaner zu gestalten. Auf diese Weise könnten sich Anwohner und Geschäftsleute ein konkretes Bild von der Gestaltung machen.

Vor der Alten Post soll ebenfalls eine Art zentraler Treffpunkt entstehen, der zumindest visuell durch entsprechende Pflasterung zu einem Platz gestaltet werden könnte. Eine höhere Qualität in den öffentlichen Räumen brächte für alle Anlieger eine höhere Frequenz, so Ben Warnecke.

Auch der Zotthof müsste gestaltet werden

Auch der Zotthof soll nach Wünschen der Planer als „schönes altes Stück Göggingen“ attraktiv hergerichtet werden. Beispielsweise könnten dort Nahversorgungsangebote in Form eines Marktes entstehen. Auch hier steht und fällt das Konzept mit dem Willen des Eigentümers, sich zu beteiligen.

Die Kreuzung zur Wellenburger Straße/Bahnstraße bezeichnete Städteplaner Olesch als „Horrorszenario einer Stadtkreuzung“. An kaum einer Stelle werde der Handlungsbedarf so deutlich wie hier. Hier ging es vor allem auch um das Thema Mobilität, um die Einbeziehung der Straßenbahn in die Gestaltung und um künftige Transportmittel wie Lastenfahrräder, mit denen die Straße von parkenden Autos entlastet werden könnte. Aus den Reihen der Teilnehmer des Spaziergangs kam viel Zuspruch für die Gestaltung, aber auch einige Skepsis, ob die Stadt wirklich vorhabe, das Projekt umzusetzen.

Zum weiteren Ablauf sagte Tobias Häberle vom Stadtplanungsamt, die Machbarkeitsstudie sei abgeschlossen, sobald die letzten Anregungen der Bürger eingearbeitet und die Meinungen der anderen Referate eingeholt seien.

Als Nächstes müsste die Stadt Planungsmittel bereitstellen, damit die Bürgermeister-Aurnhammer-Straße abschnittsweise konkret geplant werden könne. „Und dann kommt irgendwann der Schwur, ob die Stadt auch das Geld zum Bauen bereitstellt“.

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