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Augsburg

28.11.2019

Wird der Christkindlesmarkt zum Hochsicherheitstrakt?

So sehen die mobilen Zufahrtssperren aus, die jetzt direkt am Eingang zum Augsburger Christkindlesmarkt aufgestellt sind.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Die Politik diskutiert über den Christkindlesmarkt in Augsburg. Eine Anfrage von Stadtrat Thomas Lis führt zu einer intensiven Debatte über Poller, Zufahrtssperren und Informationspolitik.

Der Augsburger Christkindlesmarkt läuft seit Montagabend. Bislang blieb alles friedlich. Vieles wirkt vertraut. Treue Besucher des Marktes nehmen allerdings Änderungen am Sicherheitskonzept wahr. Dieses Konzept wirbelt jetzt auch die Politik in Augsburg auf.

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Auffällig sind unter anderem Poller, die mit kleinen Weihnachtsbäumchen geschmückt sind. Es gibt ferner mobile Zufahrtssperren. Zudem stehen einige Fahrzeuge an Zufahrtsstraßen zum Markt, was allerdings keine Neuerung ist. Wie immer ist die Polizei mit Einsatzkräften präsent. Zur Verstärkung rückt hier die Bereitschaftspolizei an.

Der Augsburger Christkindlesmarkt 2019 wurde am Montag eröffnet. Hier die Bilder des besonderen Abends.
58 Bilder
So schön war die Eröffnung des Augsburger Christkindlesmarkts
Bild: Silvio Wyszengrad, Valterio D'Arcangelo

Das Sicherheitskonzept für den Christkindlesmarkt war am Mittwoch Thema im zuständigen Allgemeinen Ausschuss des Stadtrats. Dass darüber erst nach Beginn des Marktes gesprochen wird, ärgert CSU-Stadtrat Peter Schwab, der beruflich als Polizeibeamter tätig ist: „Ich bedauere es, dass wir uns hier mit vollendeten Tatsachen beschäftigen.“ Diese Kritik richtete sich an Ordnungsreferent Dirk Wurm (SPD), in dessen Zuständigkeitsbereich der Markt liegt. Wurm entgegnete, dass das Konzept auf einer intensiven Abstimmung von Verwaltung und Polizei beruhe.

Wird der Christkindlesmarkt zum Hochsicherheitstrakt?

Es gehe ihm nicht darum, Stadträte dabei außen vor zu halten. Allerdings lag die Terminierung der Sitzung nach Beginn des Marktes. „Als Veranstalter sind wir verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, die zielführend und verantwortbar sind“, sagte Wurm weiter. Zuvor hatte Stadtrat Thomas Lis (Pro Augsburg) moniert, dass man längst das Gefühl haben könne, „der Christkindlesmarkt wird zu einem Hochsicherheitstrakt“. Er frage sich daher, ob er die Verhältnismäßigkeit noch gegeben sei: „Und wie sieht es dann auch mit den Kosten aus?“

Christkindlesmarkt: Stadt zahlt für Sicherheitsdienst

Wurm informierte, dass keine Zusatzkosten gegenüber dem Vorjahr anfallen. Die Stadt gebe 20.000 Euro für einen Sicherheitsdienst aus, der Personal bereitstelle. Diese Ausgabe werde im Übrigen nicht anteilmäßig den Händlern in Rechnung gestellt. Wurm fügte an: „Das ist eine Aufgabe der öffentlichen Hand.“ Man wisse sehr wohl, dass es keine 100-prozentige Sicherheit geben könne. Dennoch sei richtig, einzelne Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen: „Dieses Konzept entwickelt sich dann auch weiter.“ Matthias Lorentzen (Grüne) steht hinter dem Sicherheitskonzept: „Es ist ein Konzept, das von Polizei und Verwaltung ausgearbeitet wurde, um die Bevölkerung zu schützen.“

Naschen, schlendern, Bekannte treffen: Was führt Sie auf den Augsburger Christkindlesmarkt? Unser Reporter Leonhard Pitz hat sich einmal umgehört.

Weil die Zufahrtssperren nun näher an den Rathausplatz herangerückt sind, werden die Zugänge bereits um 11 Uhr abgeriegelt. Um Lieferverkehr und Rettungseinsätze in der Innenstadt nicht zu behindern, sind die Absperrungen bis zur Schließung des Christkindlesmarktes mit Personal besetzt, damit sie im Bedarfsfall schnell geöffnet werden können.

CSU-Stadtrat Schwab betonte, dass er nicht nur meckern wolle: „Die mit Tannenbäumchen geschmückten Betonpoller empfinde ich als sehr gelungen.“ Die Poller stehen an mehreren Standorten in der Innenstadt.

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28.11.2019

Ein Sicherheitsdienst wie an den Plärrereingängen etwa? Da wird, bzw wurde auch nur unzureichend kontrolliert, die Kinderwägen von diversen Personen allerdings nicht. Alte Frauen mussten allerdings ihre Handtasche öffnen. (edit/mod)

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28.11.2019

Eine offene Gesellschaft ist verwundbar, die genannten Vorsichtsmaßnahmen sind absolut lächerlich. Die Wirksamkeit ist im Gegensatz von Flughafenkontrollen z.B. gleich Null.
Nur ein funktionierende Zusammenarbeit zwischen Polizei und Geheimdiensten kann Terrorzellen rechtzeitig auffliegen lassen und ggf. auch Einzeltäter rechtzeitig enttarnen. Es muss sich jeder für selbst überlegen, welche Politik die innere Sicherheit in Deutschland destabilisiert, das kann man an den einzelnen Bundesländern und Städte ziemlich gut erkennen.

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27.11.2019

Aber Deutschland ist doch angeblich so sicher. - Wozu dann die Maßnahmen?

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27.11.2019

>> Wozu dann die Maßnahmen? <<

Um das Mantra "wir schaffen das" gegen die Afd politisch abzusichern. Darum spielen auch Kosten oder Nutzen-/Kostenverhältnisse keine Rolle. Über das Gefahrenszenario selbst wird ja nicht gesprochen; auch das politischen Gremium bekommt eigentlich eine aus der Verwaltung vorgegebene Lösung für den "Schutz" zum Abnicken.

>> Dass darüber erst nach Beginn des Marktes gesprochen wird, ärgert CSU-Stadtrat Peter Schwab, der beruflich als Polizeibeamter tätig ist: „Ich bedauere es, dass wir uns hier mit vollendeten Tatsachen beschäftigen.“ Diese Kritik richtete sich an Ordnungsreferent Dirk Wurm (SPD), in dessen Zuständigkeitsbereich der Markt liegt. Wurm entgegnete, dass das Konzept auf einer intensiven Abstimmung von Verwaltung und Polizei beruhe. <<

Am Ende gewinnt wegen der fehlenden Diskussion wieder die eigentlich gar nicht beteiligte Afd - jeder Poller ein stilles Mahnmahl für die Toten von Berlin und das Versagen dieses Staates im Fall Anis Amri.

Das "Versagen" habe ich übrigens von der Homepage der Grünen abgeschrieben...

https://www.gruene-bundestag.de/themen/innenpolitik/ein-multiples-behoerdenversagen

Hier eine bemerkenswerte Formulierung:

>> Möglicherweise hätte man den Attentäter vor dem Anschlag aus dem Verkehr ziehen können <<

"Aus dem Verkehr ziehen" sagen wirklich die Grünen - gefällt mir - ist das so was wie Guantanamo?

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