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05.07.2010

Wohnzimmer mit Ausblick

Wohnzimmer mit Ausblick
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Wohnzimmer mit Ausblick

Hat das Wohnzimmer der Familie Hauser im Bismarckviertel nun 46 oder 58 Quadratmeter? Das kommt darauf an, ob man den lauschigen Balkon mit zwölf Quadratmetern mitzählt oder nicht. Der grenzt mit seinem schönen Terrakottaboden, dem Holztisch und den einladenden Stühlen direkt ans Wohnzimmer im Erdgeschoss und ist in den Sommermonaten geliebte Zuflucht. Ebenso der angrenzende Garten, in dem alles wachsen darf, nur die Rosen werden geschnitten. Ein Paradies auch für die Mäuse fangende Katze Kiara und für Hund Nala. Letzterer ist inzwischen elf Jahre alt, stammt aus dem Tierheim und stand Jahr für Jahr auf dem Weihnachtswunschzettel des Sohnes.

Angelika und Eberhard Hauser kamen vor 18 Jahren nach Augsburg und suchten ein Heim, weil ihre Kinder in einer überschaubaren Stadt aufwachsen sollten. Ein Makler zeigte ihnen das von außen eher unscheinbare Haus. "Wir verliebten uns sofort in das Jugendstiljuwel mit den bunten Glasfenstern", erzählen die zwei. Sie kauften es.

Schnell haben sie es nach ihren Vorstellungen umgebaut, Wände entfernt und zusätzliche Bäder eingebaut. Die Schlaf- und Kinderzimmer liegen im ersten und zweiten Stock, unterm Dach hat sich Eberhard Hauser, Firmenchef von Hauser Consulting, ein Atelier eingerichtet. "Das ist meine eigentliche Bestimmung" glaubt der erfolgreiche Coach und Psychotherapeut, der in ganz Europa Führungskräfte berät.

Kunst wird überhaupt groß geschrieben. Nicht von ungefähr vergibt Hauser Consulting seit Jahren den "Zeitsicht"-Preis, bei dem berühmte Künstler wie Markus Lüpertz, Daniel Richter oder Arnulf Rainer die Preisträger bestimmen. Und deren Werke, wie das von Ellen Gronemeyer, sich im Wohnzimmer im Bismarckviertel wiederfinden. Auch eine Arbeit von Rosa Loy, Ehefrau des berühmten Malers Neo Rauch, die derzeit in der Galerie Noah im Glaspalast ausstellt, schmückt die Wand. Und natürlich Bilder des Hausherrn, der zur besseren Betrachtung der Kunst ganz besondere Lampenhalterungen konstruiert und persönlich angedübelt hat.

Wohnzimmer mit Ausblick

Trotzdem verströmt das Wohnzimmer keineswegs die Aura eines Museums, ganz im Gegenteil. Da es durch eine meist offene Schiebetür bei Bedarf abzuteilen ist, kann der Sohn mit Freunden auf der großen Eckcouch in pompejanischem Rot vor dem Fernseher Sport gucken, während die Eltern ungestört am Esstisch und den sechs Lederstühlen mit Freunden plaudern. "Wir sind eine kommunikative Familie und lieben Besuch", erzählt Angelika Hauser, die in einer psychotherapeutischen Praxis arbeitet.

Die Uhr geht seit 30 Jahren auf die Minute genau

Und sich nach einem anstrengenden Arbeitstag auf die Abende in ihrem Zuhause freut. Manchmal spielt sie dann Klavier, manchmal, wenn ihr Mann auf einer seiner häufigen Dienstreisen ist, genießt sie einfach die Ruhe im Zimmer mit den zwei großen Perserteppichen, dem gemütlichen Sofa und der gewichtigen alten Standuhr. "Die geht seit 30 Jahren auf die Minute genau - ohne jede Wartung", erzählt Eberhard Hauser. Auf einem Fenstersims steht ein sich umarmendes Paar aus Ton, daneben der offizielle Abguss einer Goethe-Büste aus Weimar. Eine kleine Fotowand erzählt die Geschichte der Familie mit vergnüglichen Festen und besonderen Begegnungen. Der Christus, geschnitzt in Oberammergau und Geschenk eines Freundes, hängt in einer kleinen Nische. Kurz und gut, das Zimmer strahlt trotz seiner Größe Ruhe und eine angenehme Gemütlichkeit aus, ohne bieder zu wirken. Das Ehepaar, er gebürtiger Ulmer, sie eine Hamburgerin, haben die Entscheidung für Augsburg nie bereut. Denn sie lieben ihr Haus, das Viertel und die vielen interessanten Menschen, die bei ihnen in der Nachbarschaft leben.

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