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  3. Jesiden-Prozess in Augsburg: Urteil Anfang März erwartet

Augsburg
13.02.2023

Prozess um angedrohten Ehrenmord steht vor dem Abschluss

Ein Prozess in Augsburg dreht sich um archaische Praktiken einer streng religiösen jesidischen Familie. Angeklagt sind ein 44-jähriger Mann und sein 23-jähriger Sohn.
Foto: Silvio Wyszengrad

Eine 16-jährige Jesidin aus Augsburg geht eine Beziehung mit einem Muslim ein – und wird daraufhin wohl von ihrer Familie bedroht. Zeugen schildern nun weitere Details.

Im Prozess um einen mutmaßlich angedrohten Ehrenmord an einer 16-jährigen Jesidin aus Augsburg haben inzwischen die meisten Zeugen und Beteiligten ausgesagt. Am jüngsten Verhandlungstag waren unter anderem der frühere Freund der Jugendlichen, ein Mitarbeiter des Jugendamtes sowie Lehrer geladen. Ihre Aussagen dürften die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen Familienmitglieder des Mädchens grundsätzlich stützen, bestätigten sie doch viele Details aus der Anklage.

Hintergrund des Verfahrens ist der Verdacht, dass der 44-jährige Vater und der 23 Jahre alte Bruder des Mädchens die 16-Jährige körperlich und seelisch misshandelt haben sollen. Laut Anklage sahen sie die Ehre der Familie beschmutzt, weil die Jugendliche eine Beziehung zu einem türkischen Mitschüler eingegangen war. Unter Jesiden werden in der Regel nur Beziehungen innerhalb der religiösen Gruppe akzeptiert, der damalige Freund der 16-Jährigen aber war Muslim. Wie der heute 18-Jährige nun als Zeuge aussagte, habe er die Jugendliche in der Schule kennengelernt, man sei in eine Klasse gegangen. Anfangs habe er nicht gewusst, welchem Glauben seine Freundin angehört, und zunächst auch nicht, was konkret dahintersteht, sagte der junge Mann im Gerichtssaal. Im Laufe der Beziehung habe die 16-Jährige ihm erzählt, dass sie zu Hause geschlagen und bedroht worden sei, auch habe er bei ihr Würgemale und ausgerissene Haare bemerkt, schilderte der 18-Jährige. Er habe daraufhin das Gespräch mit dem Rektor gesucht – was weitere Mitschüler und der Klassenlehrer angesichts der Verletzungen des Mädchens ebenfalls taten. 

Prozess in Augsburg: Familie soll Tochter mit Mord gedroht haben

Der Schulleiter wiederum wandte sich angesichts der Bedrohungssituation an die Polizei und das Jugendamt, das die 16-Jährige aus der Familie nahm. Inzwischen lebt sie an einem unbekannten Ort; am vergangenen Verhandlungstag sagte sie per Videoübertragung aus. Hintergrund: Das Landeskriminalamt geht in einer Einschätzung davon aus, dass nach dem Aufenthalt der 16-Jährigen intensiv geforscht werde – und auch, dass die Untersuchungshaft des 44-jährigen Vaters und des 23 Jahre alten Bruders die familiären Schuldvorwürfe gegen das Mädchen verstärke. Ein Mitarbeiter des Jugendamts berichtete jetzt im Gerichtsaal, dass er nach der Inobhutnahme zu der Familie des Mädchens gefahren sei. Da habe ihm der 44-Jährige gesagt, dass er seine Tochter finden und ihr den "Kopf abschneiden" werde. Die 16-Jährige habe auf ihn zuvor erschüttert, in manchen Situationen aber sehr klar gewirkt, sagte der Mitarbeiter des Jugendamts, sie habe "ein selbstbestimmtes Leben" gewollt.

Das 16- jährige Opfer im Prozess um einen angedrohten Ehrenmord sagte per Videovernehmung aus.
Foto: Silvio Wyszengrad

Laut Anklage sollen beide Beschuldigte das Mädchen im Tatzeitraum von Dezember 2018 bis Mai 2022 in mehreren Fällen bedroht und geschlagen haben. Der Bruder nach Angaben des Amtsgerichts etwa einmal mit einem schwarzen Ledergürtel, 20 Mal auf die Handflächen, weil seine Schwester mit der Straßenbahn gefahren sei, was dem 23-Jährigen nicht gepasst habe. Der Vater soll mit zwei weiteren Familienmitgliedern auf seine Tochter eingeschlagen haben, als das Mädchen, damals gerade zwölf Jahre alt, im Jahr 2018 Kontakt zu einem türkischen Jungen gehabt haben soll, der ebenfalls kein Jeside war. Im Mai 2022 soll der Vater das Mädchen von der Schule abgeholt und sie aufgefordert haben, von einer Brücke am Lech zu springen. Den türkischen Freund der Tochter sollen Vater und Sohn mit dem Tod bedroht haben, schließlich diskutierte die Familie den Ermittlungen zufolge, wie die 16-Jährige umgebracht werden könnte.

Zuletzt hatte der Vater im Prozess bestritten, seine Tochter geschlagen und bedroht zu haben. Ein Urteil könnte das Schöffengericht unter Vorsitz der Richterin Silke Knigge Anfang März fällen. 

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Die Diskussion ist geschlossen.

01.03.2023

Da bleibt nur zu hoffen, dass die Beschuldigten eine lange Haftstrafe erhalten. Während manche sich über eine nicht geschlechtergerechte Anrede beschweren, werden in unserem Land Menschen derart unterdrückt. Das darf niemals akzeptiert und muss mit allen Mitteln bekämpft werden.

01.03.2023

Wer seine anarchischen Ansichten nicht ändern kann und will, hat hier bei uns nichts verloren. Das Aufenthaltsrecht als Hilfesuchender hat man bei Straftaten normalerweise verloren.

13.02.2023

Wie mutig von dem jungen Mann, die Aussage vor den Beschuldigten ist ihm sicher nicht leicht gefallen. Das er damals gleich Hilfe gesucht hat, um seiner Freundin zu helfen, hat meinen größten Respekt. Vermutlich hat er und alle Helfer ihr das Leben gerettet. Ich hoffe, ihre Schwestern kommen hier auch noch raus.