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Augsburg: Kongressparkhaus: Bleibt der Abriss auf halber Strecke stehen?

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Kongressparkhaus: Bleibt der Abriss auf halber Strecke stehen?

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    So sah es am Samstagvormittag beim Kongressparkhaus neben dem Hotelturm aus: Bagger hatten am Morgen mit dem Abriss des maroden Gebäudes begonnen.
    So sah es am Samstagvormittag beim Kongressparkhaus neben dem Hotelturm aus: Bagger hatten am Morgen mit dem Abriss des maroden Gebäudes begonnen. Foto: Anna Kondratenko

    Am Kongressparkhaus haben am Samstagmorgen überraschend Abrissarbeiten begonnen. Zwei Bagger mit hydraulischen Zangen rückten dem maroden Gebäude neben dem Hotelturm, das seit Jahren gesperrt ist, auf den Leib. Über den Abriss war zwischen den Teileigentümern jahrelang gestritten worden, einvernehmlich läuft die Aktion auch jetzt nicht. Bis zum Samstagnachmittag waren mit dem Abriss des vorderen Parkhausteils aber bereits Tatsachen geschaffen. Mehrheitseigentümer Bernhard Spielberger will nun das Gespräch mit der Stadt zur künftigen Bebauung suchen.

    Kongressparkhaus in Augsburg: Der Abriss war vorab bei der Stadt angezeigt

    Bei der Stadt hatte die Eigentümergemeinschaft, in der Spielberger die absolute Mehrheit hat, das Abrissvorhaben vor wenigen Tagen pflichtgemäß angekündigt. Das bestätigte Baureferent Steffen Kercher auf Anfrage. Die Stadt hatte ein entsprechendes Vorhaben schon in einem ersten Anlauf vor Jahren durchgewinkt und auch diesmal keine Einwände. Wie berichtet stritten sich Spielberger und Stadt zuletzt vor Gericht über den angeordneten Abriss der Wohnbau-Ruine, die 2004 über das Parkhaus gebaut wurde (wir berichteten), angesichts der neuen Entwicklung wird dieser Streit aber zur Nebensache.

    Am Freitag erwirkte Spielberger zudem in einer Versammlung mit den weiteren Teileigentümern einen Beschluss, dass das Parkhaus abgerissen wird. Das ist nicht das erste Mal, in der Vergangenheit stoppte Minderheitseigentümer und Immobilieninvestor Jürgen Wowra den Abriss aber via Eilantrag beim Amtsgericht. Diesmal lief es anders, weil Spielberger quasi sofort nach dem Beschluss loslegte. Geplant war die Aktion offenbar von längerer Hand.

    Wie reagiert Minderheitseigentümer Wowra auf das Vorgehen?

    Spielberger war am Samstag vor Ort, um die Arbeiten zu beobachten und vermutlich – sollte es den Versuch eines Stopps der Arbeiten durch Wowra geben – Unterlagen bei der Polizei vorlegen zu können. Wowras Anwalt Daniel Iven kündigte an, zügig einen Eilantrag einzureichen. Rechtlich gesehen muss gegen jeden Eigentümerbeschluss zum Abriss eine neue einstweilige Verfügung erwirkt werden. Dass der Abbruchstart auf einen Samstag gelegt wurde, dürfte kein Zufall gewesen sein, weil am Wochenende ein Eilbeschluss beim Gericht schwierig zu erwirken ist. Iven spricht von einem „Akt der Selbstjustiz“, mit dem Spielberger unter Umgehung des Gerichts Fakten schaffen wolle. Iven geht nicht davon aus, dass das Gericht seine bisherige Einschätzung ändern wird, dass ein Abriss ohne einstimmigen Beschluss unzulässig ist. Das hätte einen Stopp des Abbruchs zur Folge. „Letztlich wird das eigenmächtige und rücksichtslose Handeln von Herrn Spielberger wohl nur dazu führen, dass die Anwohner vor einer noch größeren Bauruine stehen müssen.“

    Am Samstagabend war geschätzt ein Viertel des Parkhauses abgerissen. Ob Montagfrüh weitergearbeitet wird, ist offen, genauso wie die Frage, wann das Gericht eine Entscheidung trifft. Eine Sanierung des Parkhauses, wie sie in der Vergangenheit diskutiert wurde, ist mit der Samstagsaktion aber jedenfalls erledigt. Wowra hat einen Anteil von 0,4 Prozent in der Eigentümergemeinschaft.

    Eine Lösung gefunden werden muss für den Heizungskeller des Hotelturms, der im Westen neben dem Parkhaus liegt. Bis dorthin sind die Abrissbagger am Samstag nicht vorgedrungen. Ob die dortige Heizzentrale in Betrieb bleiben kann, wenn weiter abgerissen wird, ist ungewiss. Laut Hausverwaltung des Hotelturms werde man sich die Situation anschauen. Es gebe auch die Option einer mobilen Heizzentrale, zudem haben die Stadtwerke in der Imhofstraße zuletzt eine Fernwärmeleitung verlegt.

    Offen ist auch die Frage, wie es mit dem Areal weitergeht, sollte der Abriss vollendet werden. Die Situation mit dem gesperrten und baufälligen Parkhaus bei gleichzeitig unklarer Perspektive für eine künftige Lösung ist seit mehreren Jahren ein Problem. Für die Kongresshalle und das Dorint-Hotel im Hotelturm gibt es keine Parkplätze in unmittelbarer Nähe.

    Spielberger hält an Plänen fürs Seniorenwohnen fest

    Spielberger möchte dort wie berichtet 220 günstige Seniorenwohnungen über einem großen unterirdischen Parkhaus bauen. Der Wohnkomplex in unmittelbarer Nähe zum Wittelsbacher Park wäre bis zu sieben Stockwerke hoch, was für städtebauliche Diskussionen sorgte. Die Stadt konnte sich dort anfänglich sogar einen halb so hohen Zwilling des Hotelturms vorstellen, schwenkte dann aber um und sieht dort ein modernes oberirdisches Parkhaus. Damit entstand eine Pattsituation, weil das Baurecht etwas anderes vorsieht als das, was der Eigentümer des Areals möchte. Spielberger sagte am Samstag, er verfolge weiterhin sein Wohnbauprojekt. Er werde nun auf Oberbürgermeister Florian Freund (SPD) zugehen. Freund hatte im Wahlkampf die frühere Stadtregierung dafür kritisiert, seit Jahren zu keiner Lösung gekommen zu sein.

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