Ein Stück weit scheint der Knoten bei der Verbreitung von Elektromobilität geplatzt zu sein. Die Stromautos, vor Jahren noch Ladenhüter wegen des hohen Preises und der Akku-Kapazitäten, finden zunehmend Verbreitung. Sie werden aber nicht die Lösung sein, mit der alles gut wird: Im Betrieb sind sie ökologischer, weil sie, wenn sie mit grünem Strom betrieben werden, kein CO2 ausstoßen. Doch die Umstellung der Augsburger Pkw-Flotte vom Verbrenner zum Elektroauto würde, wenn sie 1:1 erfolgt, erheblichen CO2-Ausstoß produzieren. Darauf weist die Lokale Agenda zu Recht hin - in der Augsburger CO2-Bilanz taucht dieser Ausstoß aber nicht auf, weil er ja nicht in Augsburg anfällt.
Und es spielt auch eine Rolle, welche Elektroautos auf die Straße kommen: Viele Modelle werden, anders als in der Anfangszeit, nicht mehr fürs ökologische Energiesparen gebaut. Die größeren Akkukapazitäten werden dazu genutzt, immer schwerere Fahrzeuge mit sattem Drehmoment loszuschicken. Statt viel Sprit verbrauchen sie viel Strom.
Auch ein Verhaltenswechsel ist wichtig für die Mobilitätswende
An der E-Mobilität scheint inzwischen, das sind die bundespolitischen Vorgaben, aber kein Weg mehr vorbeizuführen. Die mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle ist weit abgehängt, der Ausstieg aus der Verbrennertechnologie absehbar. Für eine richtige Mobilitätswende braucht es, darauf weist das Klimaschutzpapier der Stadt aber auch hin, mehr als nur einen Wechsel von einer Antriebstechnologie zur anderen. Wenn der Autoverkehr bis 2040 um 50 Prozent reduziert sein soll, dann geht es nicht um einen Technologie-, sondern um einen Verhaltenswechsel. Der wird nur kommen, wenn es attraktive Alternativen gibt, etwa im Nahverkehr. Hier liegt die eigentlich anspruchsvolle Aufgabe.