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Musik

26.02.2021

Arien- und Liederabend wider den Corona-Schmerz

Die Proben im Staatstheater sind gerade ausgesetzt, fit hält sich die Sängerin Natalya Boeva trotzdem.
Foto: Adrienn Meister

Die Mezzosopranistin Natalya Boeva trotzt den Auswirkungen der Pandemie und gibt vor laufender Kamera einen Liederabend.

Die am Staatstheater Augsburg engagierte und beliebte Mezzosopranistin Natalya Boeva freut sich auf ihren lange konzipierten Online-Auftritt am 27. Februar um 20.30 Uhr. Im „Unisono“ übertitelten Konzert präsentiert sie gemeinsam mit der Pianistin Susanna Klovsky ein anspruchsvolles „Lieblingsprogramm“ mit Arien und Liedern aus der Feder von russischen und deutschen Komponisten.

Wie ihre Künstler-Kollegen empfindet auch die seit der Spielzeit 2018/19 am Staatstheater engagierte, aus St. Petersburg stammende Mezzosporanistin und ARD-Preis-Trägerin (2018) Natalya Boeva die kulturelle Zwangspause als „wirklich grausam“. Wer sie im Martinipark als souveräne Rolleninterpretin zuletzt etwa in Glucks „Orfeo ed Euridice“ erlebte, kennt ihre vokale Strahlkraft. Auch die darstellerische Präsenz ließ ahnen, wie viel Energie in ihr steckt. Natalya Boeva vermag den gegenwärtigen Frust, Schmerz und all die Sehnsucht samt den emotionalen Blessuren und Defiziten eines endlos scheinenden kulturellen Lockdowns kreativ umzuwandeln.

Natalya Boeva lässt sich nicht unterkriegen

Neben diversen Tutorials, die sie gibt oder Hobbys wie langes Spazierengehen, Kochen oder der Besuch von Online-Seminaren zu allen möglichen Wissensgebieten, kultiviert und trainiert sie ihre Stimme als überaus wertvolles Kapital. Irgendwann werden die im Dezember eingestellten Bühnenproben – etwa für die Premiere von Dmitri Schostakowitschs Operette „Moskau, Tscherjomuschki“ wieder starten. Dann sollten Mitwirkende wie sie entsprechend vorbereitet und sicher sein.

Boeva scheint trotz der verständlichen Portion Wehmut nicht der Typ, um sich von den belastenden, weil noch immer ungewissen Auftritts-und Bühnenperspektiven unterkriegen zu lassen. Im Gegenteil zeugt das Pensum, das sie sich in den letzten Monaten „im stillen Kämmerlein“ auferlegte, wo sie sich beim Partitur-Studium auch selber am Klavier begleitet, von einer sehr produktiven Umtriebigkeit.

Ursprünglich war ein anderer Pianist an der Seite Boevas vorgesehen

Neben den Vorbereitungen zu einer CD, die vermutlich 2022 erscheint, gibt Boeva nun das Online-Konzert. „Unisono: Ein gemeinsames Musizieren und eine klangvolle Reflexion über die Liebe, Natur und Heimat“ ist der Abend übertitelt, der am Samstag, 27. Februar um 20.30 Uhr per Livestream aus den Räumen des Münchener Musikseminars auf YouTube übertragen wird.

Ursprünglich wollte Boeva das Programm, das mit Saint-Saens startet, um über Lieder und Arien von Tschaikowski, Rachmaninow und Massenets in den großen Kunstlied-Block mit anspruchsvollen Werken von Brahms, Wolf und Strauss zu führen und am Ende mit Bernsteins „Old Lady Tango“ überrascht, mit ihrem Landsmann Ivan Demidov präsentieren. Aber dann – als wäre Corona nicht Unglück genug – verletzte sich Demidov inmitten der Proben schwer und fiel als Partner für das Online-Konzert aus. Mit der vielseitigen und mehrfach ausgezeichneten Münchner Pianistin Susanna Klovksy hat Boeva als Ersatz gefunden.

Muss man als Solistin beim gestreamten Konzert auf andere Dinge achten als live auf der Bühne? Natalya Boeva ist sich sicher, dass vor allem die Energie des präsenten Publikums den Unterschied macht, es sich auf der Bühne aber ähnlich anfühlt, was den interpretatorischen Fokus, die Expressivität und die Qualität betrifft.

Natalya Boeva ist am 27. Februar um 20.30 Uhr live zu hören. Das Konzert ist hier zu streamen und steht danach bis 8. März zur Verfügung.

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