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Tuiachs Thesen

21.11.2018

Kolumne: Friede, Freude, Eierkuchen

Bild: Silvano Tuiach

Das Böse lässt sich nicht aus der Welt eliminieren, meint der Kabarettist Silvano Tuiach.

Friede, Freude, Eierkuchen ist das volkstümliche Motto des erwünschten Zustands der Welt, die in Frieden und Harmonie lebt. Aber sind wir auf dem Weg dorthin? Fast täglich wird im Fernsehen ein Krimi gezeigt, wo hinter jedem Busch ein potenzieller Mörder steht. Und ich frage mich jede Woche, warum der Bürger all diese Morde sehen will, warum er diesen Nervenkitzel braucht. Ich sehe mir am liebsten „ Aktenzeichen XY“ an, einfach deshalb, weil hier das Verbrechen ganz nahe rückt. Das überfallene Rentnerehepaar könnte auch in der Nachbarschaft sein. Ist eben „realistischer“ als die Serientäter in den Krimis. Und auch realistischer als das „Es gabat a Leich“ in den „Rosenheim-Cops“.

Gott sei Dank habe ich kein Kind, das in der Nacht unterwegs ist

Aber Fakt ist: Das „Böse“ lässt sich nicht aus der Welt eliminieren. Erst das Todeskommando Putins in London, das versuchte, Abtrünnige mit Gift aus dem Weg zu räumen, und kurz darauf der Mord am saudi-arabischen Kritiker Kaschoggi, vielleicht inszeniert vom saudi-arabischen Kronprinzen selbst. Das „Böse“ als Teil der Staatsräson. Nicht im Affekt begangen, sondern kühl von langer Hand geplant. Unlängst las ich, dass zum ersten Mal nach langer Zeit in New York (das in den letzten 25 Jahren friedlicher lebte, als es das Klischee wahrhaben wollte) am Wochenende kein Schuss fiel. Klar, eine gute Nachricht. Aber mich bewegt, dass ich jeden Montag in unserer Zeitung von brutalen Schlägereien in Augsburgs Innenstadt in den Nächten von Samstag auf Sonntag lesen muss. Und sage mir niemand, diese Art von Aggressionen hätten in den letzten Jahren nicht in erschreckendem Maße zugenommen. Ich lese das jedes Mal mit dem Gefühl, Gott sei Dank habe ich kein Kind, das nächtens am Wochenende in Augsburg unterwegs ist.

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An dieser Stelle blickt der Kabarettist Silvano Tuiach für uns auf das Geschehen in Augsburg und der Welt.

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