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  4. "Dies bedauere ich sehr": Brechtfestivalleiter Julian Warner erklärt sich

Augsburg
15.01.2024

"Dies bedauere ich sehr": Brechtfestivalleiter Warner erklärt sich

Wenige Wochen vor dem diesjährigen Brechtfestival muss sich Julian Warner gegen Vorwürfe verteidigen, einen offenen Brief mit antisemitischen Passagen unterzeichnet zu haben.
Foto: Felix Müschen, dpa

Der Brechtfestivalleiter distanziert sich von seiner Unterschrift unter einen offenen Brief aus dem Jahr 2020. Kulturreferent Jürgen Enninger begrüßt diesen Schritt.

Nach Kritik an seiner Haltung zum Umgang mit Israel hat Augsburgs Brechtfestivalleiter Julian Warner am Montag einen Rückzieher gemacht. Er distanziere sich von einer Unterschrift, die er 2020 unter einen offenen Brief von Kulturschaffenden gesetzt hatte, in dem sich problematische Formulierungen finden, die unter anderem vom Bündnis gegen Antisemitismus Köln als antisemitisch eingestuft werden. Augsburgs Kulturreferent Jürgen Enninger, der Warner am Wochenende den Rücken gestärkt hatte, begrüßte Warners Schritt. 

Wörtlich heißt es in der persönlichen Mitteilung von Warner: "Hiermit distanziere ich mich von meiner Unterschrift unter den offenen Brief 'Nothing Can Be Changed Until It Is Faced' aus dem Jahr 2020. (…) Ich lehnte damals und lehne heute den Israel-Boykott ab und bin zu keiner Zeit ein Unterstützer des BDS gewesen. Vor dem Hintergrund des Antisemitismus-Skandals bei der Documenta 15 (2022) sowie des verbrecherischen Angriffs der Hamas vom 7. Oktober 2023 distanziere ich mich ausdrücklich von meiner 2020 getätigten Unterschrift unter genannten Offenen Brief." Im Rückblick, so Warner, müsse er wie auch andere Unterzeichner vor ihm, "eingestehen, dass der Offene Brief wie auch die Initiative Weltoffenheit, die er unterstützte, eher zu einer Normalisierung von israelbezogenem Antisemitismus beigetragen haben. Dies bedauere ich sehr."

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