Interview

27.06.2015

Alles hört auf ihr Kommando

Die Augsburgerin Katja Mayer organisiert sportliche Großveranstaltungen – darunter auch den Kuhsee-Triathlon. Dabei profitiert die zweifache Mutter von ihrer großen Erfahrung

Hallo Frau Mayer, Sie klingen ein wenig gehetzt. Wobei habe ich gestört?

Wir stecken mitten in der Vorbereitung für den Münchner Stadtlauf am Sonntag mit über 20000 Teilnehmern. Dafür haben wir gerade zehn Transportfahrzeuge mit Material vollgepackt, angefangen von Wannen über Biertischgarnituren bis hin zu Getränken, Müsliriegel und Bananen.

Ihre Veranstaltungen werden anscheinend immer größer...

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(lacht) Meine Mutter sorgt sich auch schon immer wegen der großen Verantwortung. Und ich sage ihr dann, dass das Bauchweh bei 500 Sportlern genauso schlimm ist wie bei 20000. Aber natürlich erfordert der Sprung von 9000 Teilnehmern beim Augsburger Firmenlauf hin zu den 20000 in München schon eine ganz andere Organisation. Für uns war es deshalb ein Ritterschlag, als wir im vergangenen Jahr erstmals den Lauf in München bekommen haben.

Stadtlauf, Firmenlauf, Kuhsee-Triathlon – Sie sind ganz schön aktiv. Wird das nicht manchmal zu stressig?

Auf der einen Seite ist es eine tolle Bestätigung, wenn man gesagt bekommt, dass man es gut macht und Auftragsangebote bekommt. Auf der anderen Seite muss ich echt aufpassen. Denn mein Anliegen ist, dass die Qualität stimmt. Wenn man alles annimmt, kann man vielleicht irgendwann die Qualität nicht mehr halten.

Wie laufen denn die Vorbereitungen zum Triathlon Ende Juli?

Wir sind total happy, denn beim Nachtlauf sind wir schon fast ausgebucht. Da haben wir nur noch etwa 50 von 700 Plätzen übrig.

Wenn Sie mit Ihrer Agentur den Stadtlauf in München ausrichten, dann ist der Kuhsee-Triathlon ja wohl vergleichsweise einfach zu organisieren?

Aber überhaupt nicht. Der Kuhsee ist schon so etwas ganz Spezielles. Reine Läufe sind deutlich einfacher zu organisieren als ein Triathlon mit Schwimmen und Radfahren. Letztes Jahr haben wir beispielsweise den ganzen Radpark umgestellt und die Radständer angeschafft, was sich sehr bewährt hat. Was in Augsburg aber total super ist, das sind meine Helfer, die immer mit Feuereifer bei der Sache sind und genau wissen, was zu tun ist. Deshalb haben wir jetzt sogar für den Stadtlauf in München einen ganzen Reisebus vollgemacht, der in Augsburg losfährt. Mit diesen Helfern besetze ich am liebsten die Schlüsselstellen. Denn wenn an einer wichtigen Stelle der Streckenposten fehlt, laufen mir alle in die falsche Richtung.

Auf wie viele Helfer können Sie generell zurückgreifen?

In unserer Datenbank haben wir etwa 300, zum harten Kern gehört etwa die Hälfte. Alles hängt von der Wertschätzung ab, die man den Leuten entgegenbringt. Ich könnte das ohne diese Leute nicht machen.

Wie schaffen Sie die Organisationsarbeit, schließlich sind Sie ja auch zweifache Mutter, haben eine Tochter mit acht Jahren und einen Sohn mit elf?

(lachend) Disziplin ist da eine hilfreiche Eigenschaft. Ich würde mal von mir behaupten, dass ich gut organisiert bin und die Zeit, die zur Verfügung steht, gut nutze. Auf allen Feldern. Auch wenn es phasenweise anstrengend ist. Ich habe aber den Vorteil, dass ich flexibel bin in meinen Arbeitszeiten und im Winter generell nicht so viel los ist. So glaube ich, dass ich für jemanden, der in Vollzeit arbeitet, für die Familie noch ziemlich viel Zeit habe.

Sie waren selbst viele Jahre als Triathletin erfolgreich. Schaffen Sie es, noch selbst Sport zu treiben?

Aber natürlich. Ich laufe jeden Morgen zehn Kilometer. Die Kinder fahren mit dem Rad zur Schule und ich jogge nebenher. Jeden Tag, egal bei welchem Wetter.

Interview: Andrea Bogenreuther

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