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Kanuslalom

25.09.2017

Diese Augsburger träumen von einer Medaille

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Selina Jones

Bei der Weltmeisterschaft in Frankreich sind unter den 500 Athleten zahlreiche Paddler dabei, die ihren Lebensmittelpunkt in Schwabens Großstadt haben. Auch die Boatercross-Spezialisten haben ihren großen Auftritt

Die Zahl Augsburger Sportler bei der am morgigen Dienstag in den französischen Pyrenäen beginnenden Weltmeisterschaft im Kanuslalom und Wildwasser-Kanu kann sich sehen lassen. Unter 500 Athleten aus 57 Nationen sind knapp ein Dutzend dabei, die entweder aus der schwäbischen Bezirkshauptstadt stammen oder dort ihren Lebensmittelpunkt haben.

Allen voran Augsburgs Urgestein Sideris Tasiadis, der nach dem Gesamt-Weltcup-Sieg, den er vor zwei Wochen in Spanien perfekt machte, in Pau als großer Favorit im Canadier-Einer gilt. Der Olympia-Bronze-Gewinner von London 2012 und Olympia-Fünfte von Rio 2016 hat sich für den Saisonhöhepunkt viel vorgenommen. Bei fünf Weltmeisterschaften holte Tasiadis mit der Mannschaft zwar viermal Silber, für einen Platz auf dem Treppchen als Einzelsportler hat es aber nicht gereicht. Doch in diesem Jahr läuft es sportlich richtig rund für den Paddler von Kanu Schwaben Augsburg.

Nach dem Krebstod seiner Freundin Claudia Bär im Jahr 2015 hat er sein Leben wieder geordnet. Er ist glücklich liiert, hat seine Ausbildung zum Polizeiobermeister abgeschlossen und neue Motivation im Sport gefunden. Die diesjährigen Erfolge sprechen für sich: ein Sieg in der WM-Qualifikation, zwei Weltcup-Siege, dazu einmal Platz zwei, einmal Platz vier. „Diese Leistungen würde ich bei der Weltmeisterschaft gerne bestätigen. Eine Medaille wäre ein Traum“, sagte Tasiadis bereits kurz nach seinem Gesamt-Weltcup-Sieg.

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Im Kajak-Einer ist Augsburg durch den Schwaben-Kanuten Alexander Grimm vertreten, der sich in dieser Saison durch einen zweiten und einen dritten Platz in den Qualifikationsrennen auf dem Augsburger Eiskanal überraschend sein WM-Ticket gesichert hat. Damit war dem Olympiasieger von 2008 nach Jahren der Abstinenz wieder der Sprung in die Nationalmannschaft gelungen. Der mittlerweile 31 Jahre alte studierte Maschinenbauer reißt pro Jahr rund 200 Trainingsstunden im Wildwasser ab und belohnte sich mit der WM-Teilnahme.

Canadier-Fahrerin Birgit Ohmayer hatte in den Wochen vor der Weltmeisterschaft mit ihrer Form zu kämpfen und musste dem gedrängten Sommerprogramm mit Lehrgängen und Weltcup-Einsätzen Tribut zollen. Im Gesamt-Weltcup kam sie auf Platz 22. Für sie wäre der Einzug ins Finalrennen ein großer Erfolg.

Auch einige Wahl-Augsburger träumen von WM-Medaillen, darunter Ricarda Funk (KSV Bad Kreuznach), Sebastian Schubert (KR Hamm) und Jasmin Schornberg (KR Hamm). Gesamt-Weltcupsiegerin Funk reist als Top-Favoritin im Kajak Einer an. Dabei mag die seit vielen Jahren in Augsburg lebende 25-Jährige diese Rolle gar nicht. Immer wieder erinnert Funk an die Olympia-Qualifikation für Rio, als sie sich ihrer Konkurrentin Melanie Pfeifer (Kanu Schwaben Augsburg) beugen musste. Während diese nun in der Babypause weilt, könnte sich Funk zur Weltmeisterin küren. Bisher ist sie international die dominierende Fahrerin der Saison im K1 weiblich. Starke Konkurrenz bekommt sie aus dem deutschen Lager, denn mit Jasmin Schornberg geht die WM-Dritte von 2013 an den Start. Zusammen mit Lisa Fritsche (Halle) haben die zwei Paddlerinnen auch beste Chancen in der Teamwertung.

In der Männerkonkurrenz im Kajak Einer ist Sebastian Schubert, der Familienvater aus Friedberg, das Maß aller Dinge. Er legte selbst nach seinem zweiten Platz im Gesamt-Weltcup keine Verschnaufpause ein, sondern nahm vergangene Woche an der deutschen Meisterschaft in München teil. In souveräner Manier sicherte er sich dort den Titel.

Erstmals werden bei der Weltmeisterschaft in Pau auch Medaillen im Boatercross vergeben. Für diese junge Wildwasser-Sportart, bei der vier Kanuten ähnlich wie beim Skicross gleichzeitig die Strecke hinunterrasen, haben sich zwei Augsburger Athleten qualifiziert. Einer der deutschen Spitzenfahrer ist Hannes Aigner vom Augsburger Kajakverein AKV – der Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele 2012 in London.

Auch Selina Jones, die 20-jährige Tochter der Augsburger Kanuslalom-Olympiasiegerin Elisabeth Micheler-Jones, hat sich die WM-Teilnahme im Boatercross gesichert. Grundlage für ihre starken Leistungen in dieser Spezialdisziplin ist ihre stetige Verbesserung im Kanuslalom Kajak-Einer der Frauen. Dort holt die junge Schwaben-Kanutin immer öfter Spitzenplatzierungen.

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