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Kanu

26.10.2017

Ein Juwel, das seinen Preis hat

Der fast 700 Meter lange Eiskanal war 1972 Schauplatz der ersten olympischen Wettkämpfe im Kanuslalom. Jetzt muss er saniert werden.
Bild: Ulrich Wagner

Der Eiskanal und seine Infrastruktur brauchen dringend eine Sanierung. Ein Neubau der bestehenden Gebäude ist unmöglich. Darum wird es teuer. Doch es gibt Hoffnung.

Der Augsburger Eiskanal ist der geschichtsträchtigste Ort des Kanuslaloms. Er war das erste künstlich erbaute Kanuslalomstadion auf der Welt. Am 28. August 1972 fanden hier vor rund 30000 Zuschauern erstmals olympische Wettbewerbe im Kanuslalom statt. Geplant und gebaut wurde die Anlage von den Architekten Reinhard Brockel und Erich R. Müller. 1985 und 2003 durfte Augsburg die WM austragen.

Jetzt, 45 Jahre nach der Eröffnung, ist die Strecke und die dazugehörigen Gebäude dringend sanierungsbedürftig. Eine nun veröffentlichte Machbarkeitsstudie zeigt: Um das Kanu-Juwel, das seit Mitte des Jahres auch unter Denkmalschutz steht, zu erhalten sind mindestens 18,5 Millionen Euro nötig.

Die Besucherstehplätze sind in einem desolaten Zustand

Das Beton-Kanalbett der eigentlichen Strecke ist zum Beispiel marode, die natürlich angelegten Besucherstehplätze sind in einem so desolaten Zustand, dass sie gesperrt werden müssen, wenn sie nicht bald saniert werden. Insgesamt 7,5 Millionen Euro sind für die Außenanlagen inklusive Strecke veranlagt. Das Gaststättengebäude schlägt mit rund 4,1 Millionen Euro zu Buche. Dort ist viel Beton verbaut, aber auch belastete Holzteile und asbesthaltige Dämmung. Die Bootshäuser (4,46 Mio. Euro) bestehen fast komplett aus Holz, das außen mit giftigen PCP-Holzschutzmitteln, wie Anfang der 70er Jahre üblich, behandelt wurde.

Der wäre billiger, doch steht das ganze Areal unter Denkmalschutz, was die Genehmigung für einen Abriss nicht gerade erleichtern würde. Dann wäre es mehr als unsicher, ob ein Neubau überhaupt noch einmal genehmigt werden würde. Denn der Olympiapark liegt in einem Natur- und Trinkwasserschutzgebiet. Eine Sanierung bestehender Gebäude ist aber möglich.

Augsburg ist bei der Sanierung auf Geldgeber angewiesen

Das ist noch unklar. Sicher ist nur: Die Stadt Augsburg alleine kann die Sanierung nicht stemmen. Deshalb sucht die Stadt den Schulterschluss mit möglichen Fördergeldgebern. Dazu zählen der Bund und das Land Bayern, die zusammen mit der Stadt auch den Olympiastützpunkt am Eiskanal betreiben. Beim Neubau des Bundesleistungszentrums 2012 lag die Förderquote bei 60 Prozent. Ein Olympiastützpunkt braucht aber auch eine moderne Wasserstrecke. Zudem will sich der deutsche Kanu-Verband mit Augsburg für die WM 2022 bewerben. Das geht aber nur mit modernen Anlagen. Wie weit die Förderung gehen kann, zeigt das Beispiel Heini-Klopfer-Schanze in Oberstdorf. Die wurde vor kurzem für rund zwölf Millionen Euro modernisiert, 2018 findet dort die Skiflug-WM statt. Am Ende musste die Gemeinde Oberstdorf nur 1,1 Millionen Euro selbst tragen. Den Löwenanteil steuerten der Bund und der Freistaat bei. Auch die Fördertöpfe des Denkmalschutzes könnten angezapft werden. Zumal der Eiskanal ein wichtiger Bestandteil der Bewerbung der Stadt als Unesco-Welterbe mit dem Schwerpunkt „Wasser“ ist.

Die Mitglieder stehen der Sanierung wohlwollend gegenüber. Sie sei eine große Chance, war oft zu hören. Allerdings zeigte sich bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudie, dass die noch unklare Förderung den Mitgliedern große Sorge bereitet.

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