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Tennis

11.06.2019

Tritt der French-Open-Sieger in Augsburg an?

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Dominik Schulz

Kevin Krawietz hat seine Zusage für das ATP-Turnier im August gegeben. Ob er aber wirklich spielt, ist noch nicht sicher

Am Sonntag war Jakob Schweyer erst einmal sprachlos und das kommt beim Vorsitzenden des TC Augsburg selten vor. Am TV-Gerät verfolgte Schweyer, wie sich das deutsche Doppel Andreas Mies und Kevin Krawietz in Paris den Eintrag in die Tennis-Geschichtsbücher sicherte. Zuletzt hatte 1937 ein rein deutsches Duo die French Open gewonnen. Gottfried von Cramm und Henner Henkel hießen die Herren (siehe auch überregionaler Sport). „Ich habe immer noch Schnappatmung, wenn ich daran denke, ein aktueller French-Open-Sieger spielt beim TCA“, schwärmt Schweyer.

Denn Krawietz, 28, hat die Zusage für das ATP-Challenger-Turnier vom 5. bis zum 11. August auf der Anlage des TCA als einer der ersten gegeben. Und jetzt ist der gebürtige Coburger, der in der Bundesliga für Großhesselohe spielt, Grand-Slam-Sieger. Da passt es ausgezeichnet, dass Schweyer gestern eine Besprechung in Sachen Sponsoren und Werbekunden für das Turniermagazin hatte.

Die Teilnahme Krawietz´ wäre für das Turnier wie ein Sechser im Lotto. Das glaubt auch Turnierdirektor Dominik Schulz: „Falls die Zusage bestehen bleibt, würde ich das definitiv so sehen. Dass frischgebackene Grand-Slam-Sieger bei einem Challenger aufschlagen, wäre etwas Einzigartiges.“ Doch Schulz spricht im Konjunktiv, denn der Erfolg in Paris könnte die Planungen in Augsburg zunichtemachen. „Wir haben uns natürlich bereits im Vorfeld des Turniers auf Kevins frühzeitige Zusage gefreut, da er ein echter Bayer ist und im Einzel sowie Doppel eine sehr spannende Spielweise hat“, erklärt Schulz. „Allerdings konnte man zu diesem Zeitpunkt diese unglaubliche Reise bei den French Open definitiv nicht vorhersehen und muss aufgrund der neuen Ranglistenposition der beiden realistisch mit der Thematik umgehen und abwarten, ob er in Augsburg spielt oder sich doch für das Masters Turnier in Kanada entscheidet.“ Beim Rogers Cup, der in diesem Jahr in Montreal stattfindet und zur Masters Serie, der wichtigsten Turnierserie nach den Grand-Slam-Turnieren und den ATP Finals gehört, werden insgesamt rund 5,7 Millionen Dollar Preisgeld ausgespielt. Beim Schwaben-Open in Augsburg, das zur niedrigsten Kategorie der Challenger-Tour zählt, geht es um 50000 Dollar.

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Dennoch sieht Schulz durchaus eine Chance, dass Krawietz zu seinem Wort steht. Die beiden sind seit Jahren eng befreundet. „Wir haben früher gemeinsam unzählige Doppel bestritten und waren unter anderem im Finale der Australian Open bei den Junioren. Auch heute stehen wir noch in sehr engem Kontakt und so konnte ich ihm schon frühzeitig von unserem neuen Projekt in Augsburg erzählen. Ihm hat das regionale Konzept sehr gut gefallen und dadurch haben wir uns schnell auf eine frühzeitige Zusage verständigt.“

Schlägt Krawietz im August in Augsburg auf, wäre der Imagegewinn enorm, ist sich Schulz sicher. „Ich glaube, für jedes deutsche ATP-Turnier ist so eine Geschichte ein reiner Glücksgriff und würde natürlich viele zusätzliche Menschen auf die Anlage locken. Beide haben Historisches für den deutschen Tennissport vollbracht.“

Krawietz ist in der Region kein Unbekannter. So gewann er 2015 zusammen mit Johannes Härteis den Doppelwettbewerb beim ITF-Turnier in Friedberg, das in diesem Jahr zum letzten Mal ausgetragen wurde. Der Siegerscheck belief sich damals über 620 Dollar. In Paris waren es 580000 Euro.

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