An der Tankstelle bricht aufgrund der Preisexplosion bei Diesel und Benzin durch den Iran-Krieg derzeit Panik aus. Viele Autofahrer, die einen Verbrenner fahren, füllen schnell noch ihre Tanks, bevor der Preis noch weiter steigt. Einige dürften angesichts dieser unerwarteten Preisschwankungen mit einem Umstieg aufs E-Auto liebäugeln. Aber wie sehen die Kosten hier aus?
Verbrenner oder E-Auto: Was ist günstiger?
Lange Zeit war der Energiepreis eines der zentralen Argumente gegen das E-Auto, denn das Fahren mit Strom konnte sogar teurer sein als mit Benzin oder Diesel. Wie der ADAC in einem Kostenvergleich erklärt, mussten vor allem Vielfahrer, die häufig an Schnellladesäulen laden und zu Hause keinen Strom beziehen können, höhere Energiekosten einkalkulieren als bei einem vergleichbaren Verbrenner.
Mit den aktuell hohen Spritpreisen hat sich diese Rechnung jedoch deutlich verschoben. Im November 2025 hatte der ADAC seinen Kostenvergleich zwischen Elektroautos und Verbrennermodellen veröffentlicht. Damals lag der angenommene Benzinpreis noch bei 1,73 Euro für einen Liter Super. Obwohl der Spritpreis also noch recht günstig war, schnitten bereits viele Elektroautos im Vergleich besser ab.
Diese Strompreise legte der ADAC für seinen Vergleich zugrunde: 18 Cent/kWh für das Laden über die eigene Photovoltaik-Anlage, 35 Cent/kWh für das Laden zu Hause mit „normalem“ Hausstrom; 45 Cent/kWh, wenn hauptsächlich zu Hause, aber hin und wieder öffentlich geladen wird und 60 Cent/kWh, wenn das E-Auto ausschließlich öffentlich Strom zapft.
Umstieg auf Elektro: Kann der Krieg den Strom teurer machen?
Ob der Strompreis aber stabil bleibt, ist abzuwarten. Andreas Fischer, Energieexperte vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW), sagte gegenüber dem Handelsblatt, dass auch der Strompreis durch den Konflikt im Nahen Osten steigen könne. Die aktuellen Preissteigerungen betreffen nämlich auch Gas. Und in Deutschland bestimmen laut Fischer häufig Gaskraftwerke auch den Strompreis. Vor plötzlichen Preissprüngen beim Strom sind Verbraucher, die ihr Elektroauto vor der eigenen Haustür laden, in der Regel aber geschützt. Viele Haushalte haben Stromverträge mit festen Preisen, die mindestens zwölf Monate gelten.
Vom Verbrenner zum Elektroauto: Lohnt sich der Umstieg?
Neben den Energiepreisen ist laut ADAC auch die Ladeinfrastruktur ein Grund, der viele Menschen hemmt, auf Elektroenergie beim Auto umzusteigen. Der Automobilverband VDA schrieb im November 2025 in einer Pressemitteilung, dass noch immer in rund 30 Prozent aller Gemeinden in Deutschland kein öffentlicher Ladepunkt bereitstünde. Auch das Tempo beim Ausbau der Ladeinfrastruktur habe zuletzt nachgelassen. Um dies zu ändern, müsse es schnellere Genehmigungsverfahren geben, betont der VDA.
Wer allerdings in einer Region lebt, die gut mit Ladesäulen ausgestattet ist, kann sich den Umstieg auf das E-Auto überlegen. Allerdings liegt der Anschaffungspreis aktuell häufig noch höher als bei Verbrennern. Auch das zeigt der Preisvergleich des ADAC. Ab Mai 2026 wird es laut Bundesumweltministerium aber möglich sein, die staatliche E-Auto-Förderung zu beantragen. Das Elektroauto würde damit bis zu 6000 Euro günstiger, was einen Preisvorteil gegenüber vergleichbaren Verbrennermodellen bedeuten würde.
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