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Salmonellen-Affäre

30.01.2017

Bayern-Ei: 64 Erkrankte in Bayern

Bayern Ei soll dafür verantwortlich sein, dass mehrere Menschen an Salmonellen erkrankten.
Bild: Armin Weigel, dpa (Symbolbild)

In der Bayern-Ei-Affäre wächst der Druck auf Verbraucherschutzministerin Scharf. Dafür sorgen Zahlen der Staatsanwaltschaft - für die SPD ein Beleg für das Versagen der Ministerin.

In der Salmonellen-Affäre um Bayern-Ei stammen die meisten erkrankten deutschen Opfer aus dem Freistaat. Dies geht aus einer am Montag von der Staatsanwaltschaft Regensburg veröffentlichten Aufschlüsselung hervor. Demnach kommen von den 86 Personen, die in Deutschland erkrankt sein sollen, 64 aus Bayern. Elf Fälle beziehen sich auf Sachsen, drei auf Hessen, je zwei auf Baden-Württemberg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Jeweils ein Fall wird den Ländern Brandenburg und Thüringen zugeordnet.

Deutschlandweit soll es 187 Salmonellen-Erkrankte gegeben haben

Insgesamt gehen die Ermittler von 187 Fällen aus: 86 in Deutschland, 6 in Frankreich und 95 in Österreich. Dort soll auch eine Person infolge der Erkrankung gestorben sein. Wo die Infektion mit Salmonellen stattgefunden hat, ließ sich nur in 18 Fällen ermitteln. Dies soll in 13 Fällen in Bayern und in 5 Fällen in Sachsen der Fall gewesen sein. In den übrigen 70 Fällen ist der Infektionsort nicht bekannt.

Nach Ansicht der SPD offenbaren die Zahlen der Staatsanwaltschaft zwei Falschaussagen des Verbraucherschutzministeriums. "Die CSU-Ministerin Ulrike Scharf hatte immer wieder behauptet, dass es in Bayern keine Erkrankungen durch die von Bayern-Ei ausgehenden Salmonelleninfektionen gegeben habe", sagte der SPD-Abgeordnete  Florian von Brunn. Die Staatsanwaltschaft spreche jedoch von 64 Erkrankungen allein im Freistaat. 

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Außerdem, so von Brunn, habe Scharf beteuert, dass keine Gefahr für die Bevölkerung bestanden habe und deshalb kein Rückruf der Eier angeordnet worden sei. "Damit hat das Ministerium die bayerischen Verbraucher einem großen Risiko ausgesetzt", sagte von Brunn und sprach von einem "unverzeihlichen Versagen beim Schutz der Bevölkerung".

Verbraucherschutzministerium weist Vorwürfe entschieden zurück

Das Verbraucherschutzministerium nannte die Vorwürfe "haltlos", die Behörden hätten im Sommer 2014 die nötigen lebensmittelrechtlichen Maßnahmen ergriffen. Ein Sprecher sagte, die lebensmittelrechtlichen Voraussetzungen für eine bayernweite Information der Öffentlichkeit hätten nicht vorgelegen. Auf Erkrankungsfälle sei aber an verschiedenen Stellen hingewiesen worden, so unter anderem in der Sitzung des Umweltausschusses des Bayerischen Landtags am 11. Juni 2015.

Der Sprecher wies darauf hin, dass sich auch nach Auffassung des  Landesamts für Gesundheit (LGL) in Erlangen im Sommer 2014 kein Zusammenhang zwischen Salmonellen-Erkrankungsfällen in Bayern und der Firma Bayern-Ei für die Behörden ergab. Nur in einem Fall sei der Zusammenhang offensichtlich gewesen: bei einem Mitarbeiter von Bayern-Ei. 

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hatte vor kurzem Anklage gegen den früheren Chef der niederbayerischen Firma Bayern-Ei erhoben, unter anderem wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Er soll im Jahr 2014 über Monate hinweg die Auslieferung von Eiern veranlasst haben, obwohl mehrfach Salmonellen-Verunreinigungen nachgewiesen worden waren. Der SPD fordert inzwischen einen Sonderermittler im Verbraucherschutzministerium. dpa/lby

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