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Porträt

21.11.2015

Das ist die Chefin der neuen JVA Gablingen

Zoraida Maldonado de Landauer ist die Amtsleiterin der JVA Gablingen.
Bild: Florian Rußler

Zoraida Maldonado de Landauer leitet Bayerns modernstes Gefängnis in Gablingen. In der Männerdomäne Strafvollzug hat sie früh gelernt, sich durchzusetzen.

In diesem Jahr schließt sich für Zoraida Maldonado de Landauer nach 20 Jahren ein Kreis: Seit kurzem ist das Gefängnis in Gablingen bei Augsburg in Betrieb. Der 105 Millionen Euro teure Bau gilt als Bayerns und wohl auch Deutschlands modernstes Gefängnis – und es ist ein Projekt, für das die 53-Jährige schon Mitte der 90er Jahre die Werbetrommel gerührt hat. Die junge Regierungsrätin stand damals unverhofft in der ersten Reihe: Weil der Leiter des Augsburger Gefängnisses kurzfristig erkrankt war, musste sie bei der Gemeinde Gablingen für das Projekt werben.

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Häftlinge ziehen in Bayerns modernstes Gefängnis
Bild: Marcus Merk

Keine leichte Aufgabe, schließlich hatten andere Kommunen damals schon abgewunken. Maldonado de Landauer leistete Überzeugungsarbeit – und beseitigte die letzten Zweifel, indem sie mit dem gesamten Gablinger Gemeinderat per Bus nach Weiden fuhr, wo damals gerade eine Justizvollzugsanstalt (JVA) gebaut wurde. Der Plan ging auf: Gablingen stimmte dem Bau der JVA zu. Über Stationen in Aichach und Niederschönenfeld bei Donauwörth kam die Tochter eines Puerto-Ricaners und einer Deutschen 2004 wieder nach Augsburg, wo sie nun den lange ersehnten Umzug leitete.

Prinz Marcus von Ahnhalt ist bekanntester Insasse der JVA Niederschönenfeld

In ihrer Zeit als Gefängnischefin bezogen einige Prominente ein Zimmer in der Augsburger JVA: Ex-Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls und Rüstungslobbyist Karlheinz Schreiber. Der aktuell bekannteste Insasse dürfte der Bordellkönig Prinz Marcus von Anhalt sein. Dass sie sich nicht um Prominenz schert, beweist ihre Anfangszeit als Gefängnisleiterin: Als sie 2001 die JVA Niederschönenfeld übernahm, war sie erst die zweite Frau, die in Bayern ein Gefängnis leitete. Frauen in einer solchen Funktion waren damals absolute Ausnahme. Sie erinnert sich: „Damals kamen Anfragen von allen Magazinen und TV-Formaten. Ich habe alle abgelehnt.“

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So sieht es in der neuen JVA Gablingen aus
Bild: Marcus Merk

Ihr Nachfolger in Niederschönenfeld ist ihr bestens bekannt: Ihr Mann Peter Landauer löste sie ab. Diese wohl einmalige Konstellation weiß sie zu schätzen: „Wir nehmen die Arbeit zwar teilweise mit nach Hause. Trotzdem ist es gut, am Ende des Tages mit jemanden sprechen zu können, der auch vom Fach ist.“ Ein Thema dürfte zuletzt ein Ermittlungsverfahren gewesen sein: Ein Richter hatte die JVA und damit deren Chefin angezeigt, weil ein Untersuchungshäftling im Koma ans Bett gefesselt wurde. Zum schwebenden Verfahren sagt sie nichts.

Mit ihrem Mann teilt sie ein Hobby: Auf Fan-Treffen der Science-Fiction Serie „Star Trek“ betreuten die Landauers Schauspieler und übersetzten für sie. „Bis auf zwei Darsteller habe ich alle mal persönlich getroffen“, sagt die JVA-Leiterin. Sie schipperte mit „Captain Kirk“-Darsteller William Shatner über den Rhein und besuchte mit „Mister Spock“ Leonard Nimoy Museen. Was sie an der Serie fasziniert? Das könnte auch als Motto für die Arbeit gelten: Hoffnung. „Mir gefällt der Glaube an eine positive Zukunft.“

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